Werbeanrufe kosten mich Lebenszeit

Kommentar vom 19. September 2011: Ein Schreiben an meinen Internet-Provider

Wir bzw. ich haben einige Verträge mit 1&1, die stammen teils noch aus der Zeit, als die Firma Puretec hieß. Das waren noch Zeiten… Der Kampf unter den Internet-Providern mag hart sein, aber diese aggressive Werbung ist einfach unverschämt. Hierzu kommentarlos mein Schreiben an die Firma 1&1 in Montabaur vom 8. September 2011:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Wochen belästigt Ihre Firma uns bzw. mich mit Werbeanrufen. Ich habe bisher immer mehr oder weniger geduldig darum gebeten, uns aus der Liste für Werbeanrufe zu entfernen. Die einzelnen Mitarbeiter sind immer verständnisvoll und sagen dies zu, aber immer mit dem Hinweis, dass sie nichts versprechen können.

Ich habe mittlerweile den Hals voll bis zum Überquellen. Diese Anrufe kommen tagsüber und stören mich bei der Arbeit, sie kommen abends, wenn ich endlich meinen Feierabend einmal genießen will und gelegentlich auch samstags!

Ich bzw. wir haben mehrere Kundennummern bei Ihnen. Es wird Ihnen sicherlich ein Leichtes sein, diese herauszufinden, der Name Ute-Marion Wilkesmann ist nämlich in Deutschland nur einmal anzutreffen.

Ich ermahne Sie hiermit nachdrücklich, Ihre ständige Berieselung mit Werbeanrufen einzustellen. Dies ist ein Eingriff gegen meinen ausdrücklichen Wunsch in meine Arbeit und in mein Privatleben.

Wenn es nicht so lästig wäre, mit mehreren Domains “umzuziehen”, hätten Sie mich spätestens nach dem dritten Anruf als Kundin verloren.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort kam am 14. September:

Sehr geehrte Frau Wilkesmann,
vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir bedauern sehr, dass Sie keine Produktinformationen mehr wünschen.
Ihre Kundendaten haben wir natürlich sofort für Werbeanrufe gesperrt.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es hier zu Überschneidungen von bis zu einer Woche kommen kann.
Wir freuen uns, wenn wir Ihr Anliegen zu Ihrer Zufriedenheit geklärt haben.
Mit freundlichen Grüßen
XXX
Datenschutz
1&1 Internet AG

Man beachte: Produktinformationen nennen sie das. Bleibt trotzdem WERBUNG :-)

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22 Antworten to “Werbeanrufe kosten mich Lebenszeit”

  1. theomix Says:

    Der Brief LIEST sich gut. Ob es wirklich so eintrifft wie der höflichkeitstriefende Brief verspricht?

  2. Emma Says:

    Geht mir mit Kabel Deutschland so. Und neulich wollte so ein Fuzzy in meine Wohnung, er müsse mal was messen.
    Hab ihn gar nicht reingelassen, zu messen gibt es da auch nix, das ist schlicht gelogen, man kann in der Kabeldose nix messen.
    Der tobte draußen rum, ich MÜSSE ihn reinlassen, er würde das der Vermieterin MELDEN.
    Ich hab da auch bereits mehrfach angerufen und NIX wird geändert.

    Bei 1 und 1 bin ich auch und da hab ich bisher noch keine Anrufe bekommen. Wonach die das wohl auswählen?

    • OneBBO Says:

      Mal was messen… das ist ja wohl die Höhe! Bis du sicher, dass der von Kabel Deutschland war?

      Ich habe bei 1&1 nur mehrere Websites und einen USB-Stick mit Flatrate für Laptop, kein Telefon usw. Das wollten sie wahrscheinlich ändern ;-)

      • Emma Says:

        Ja, war er. Ein Bekannter erzählte mir mal, dass das eine beliebte Masche sei, um den Leuten dann Kabelanschlüsse zu verkaufen. Dieser hatte für nachbarn den Anschluss freigeschaltet und dachte womöglich, er könne noch Abschlüsse machen.

        • OneBBO Says:

          Hier gab’s in der Zeitschrift mal Warnungen, dass auch Diebe etc. sich auf diese Methode ins Haus schleichen. Da ist ein Kabel-Mitarbeiter ja noch harmlos.

          Aber unverschämt sind diese Verkaufsmaschen schon. Es lebe das Zeitalter der Gegensprechanlagen!

  3. Bine Says:

    Du hast das wunderbar formuliert. :-) Das spricht mir so richtig aus dem Herzen. Ich hasse diese “Werbeanrufe”!!!

    • OneBBO Says:

      Da ich niemanden kenne, der sie mag, frage ich mich: Warum werden sie noch gestartet? Offenbar muss es sich doch noch lohnen. Das heißt, obwohl jemand das nervig findet, kauft er. Für mich ist das der Tatbestand “unlauter”.

      Wobei: Es gibt seltene Ausnahmen. Vor vielen Jahren hat ein Anruf eines Telekommitarbeiters wirklich unsere Kosten gesenkt. Ein seltener Lichtbilck ;-)

  4. Renate Says:

    Sehr gutes Thema!
    Ich war anfangs immer freundlich, höflich, aber dennoch bestimmt.
    Bin ich inzwischen nicht mehr.
    Bei uns sinds die netten MA der Firma Telekom.
    Die rufen an und ohne weitere Umschweife wollen sie mich zutexten und was verkaufen.
    Wenigstens die Frage “haben Sie gerade einen Augenblick Zeit” wäre schön. Ich lass sie immer gar nicht mehr ausredne, sage, dass mein Vertrag bleibt wie er ist und lege dann auf. Seit dem ist es merklich ruhiger geworden.

    • OneBBO Says:

      Von allen Werbern hat noch nie einer gefragt, ob ich Zeit hätte. Ich lasse praktisch niemanden ausreden. Das hat 1&1-Mitarbeiter auch nicht aufgehalten, mich zu behämmern. Die haben wahrscheinlich zu viele MA ;-)

      Die Frage nach der Zeit ließe ja die Antwort “Nein” zu – und das lernen sie als erstes in ihren Seminaren, dass man das gar nicht erst einräumen darf. So habe ich mal gelernt, dass bei Terminabsprechen die Frage niemals lauten sollte “Wann haben Sie Zeit für mich/ein Gespräch?” sondern: “Sollen wir uns am xxx oder yyy treffen?”

  5. Daniela Says:

    Ich krieg bei solchen Anrufen auch nen dicken Hals!
    Vor allem, wenn sie, was häufig vorkommt, am Abend, gerne Freitags oder am Wochenende kommen! Ich finde Werbeanrufe wirklich dreist und verbiete sie mir – ich lasse diese Anrufer auch nie ausreden und sage in einem ziemlich unwirschen Ton, sobald ich merke, es handelt sich um einen derartigen Anruf:
    “Kein Interesse!” und lege auf. Das ist sicher nicht besonders höflich, aber es wirkt, Anrufe dieser Art kommen eigentlich immer seltener vor. ;)

    • OneBBO Says:

      Die Erfahrung hat auch mein Kollege gemacht, der immer sehr höflich war… und immer mehr Anrufe bekam. Er meinte letztlich, er werde jetzt einfach einhängen, sonst begreifen dies es nicht. Ist leider so.

  6. Daniela Says:

    Ja, so ging es mir auch, ein solches Verhalten ist sonst wirklich nicht meine Art, aber ich wußte mir irgednwann nicht mehr anders zu helfen, ich hab mir dann gedacht, die wollen´s eigentlich nicht anders, das ist die halt Konsequenz daraus, dass sie immer wieder ungefragt mehrfach gesetzte Grenzen überschreiten.
    Im Übrigen sind Werbeanrufe doch auch eigentlich nicht rechtens, oder?

    • OneBBO Says:

      Unaufgeforderte und solche ohne Nummer nicht, soweit ich weiß. Wenn du aber schon Kunde bist, wird es natürlich schwieriger. Aber offenbar gibt es schon Regelungen, sonst hätte man auf mein Schreiben sicher mit weniger Zurückhaltung reagiert :-)

  7. Frau Schmidt Says:

    Ich versuche seit einigen Monaten die Zu-Müllung meines Briefkastens mit Sonderkatalogen/-angeboten von Otto abzustellen.
    Hier scheint auch eine Lernschwäche seitens des Versandhauses vorzuliegen, denn ich bekomme IMMER noch diesen (zu allem Überfluss auch noch) in Plastik eingeschweissten Werbekram. :evil:

    • OneBBO Says:

      Wenn du mal zu Hause bist: Annahme verweigern. Ansonsten: “Unerwünschte Sendung” drauf schreiben und zurückschicken. Dann müssen die Versender nämlich Porto bezahlen. Das tut weh :-) Hat mir mal jemand gesagt, und bei mir funktionierts bisher.

  8. Renate Says:

    Genau! Wie ute schon schreibt – zurück senden. Das wirkt.

    Haha – mir fällt grad ein, dass vor Jahren immer mal wieder jmd. wg. Werbung angerufen hat. Zu den allerunmöglichsten Zeiten, meist war ich beim Essen oder lag auf der Couch und wollte mich vom Alltag erholen.

    Nachdem ich immer unfreundlich war, häuften sich bei mir Anrufer, wo letztlich keiner am Apparat war. Dann hatten sie mal meinen Göga an der Strippe.
    uuuuuuups, grober Fehler. Gegen den seinen Auftritt war ich ein echter Engel!! *rofl*

    Eine Frau von einem Marktforschungsinstitut hat mal sehr freundlich gefragt, ob ich für sie ein paar Minuten hätte. Ich habe ebenso freundlich abgelehnt. Aber die Dame tat mir Leid, sie war sichtlich enttäuscht.

    • OneBBO Says:

      Es gibt gelegentlich welche, die haben Humor – und dann reicht es bei mir auch für 2 freundliche Sätze. Manche sind beleidigt (vorzugsweise männliche Werbeanrufer). Man könnte darüber eine Doktorarbeit verfassen, aber vielleicht gibt es da schon einige.

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