Cucina vegana: Ein Buch, das ich gerne empfehle

Kommentar vom 28. Juli 2009: Eine Buchempfehlung

Wer vollwertig-tiereiweißfrei oder gar vollwertig vegan lebt, hat es schwer, sich ein schönes Kochbuch zu kaufen. Vegetarische Kochbücher legen häufig keinen Wert auf die Vermeidung von Zucker und Auszugsmehl, schwelgen in der Fleischlosigkeit per Ei- und Käseüberschüssen. Veganer essen gar nichts mehr vom Tier, reichern dafür gerne ihr Essen mit einem hochindustriell verarbeitetem Produkt an: Soja, dass wir Vollwertler ablehnen, weil Soja ein denaturiertes Produkt ist und außerdem heute Genfreiheit bei der Sojabohne immer schwieriger wird.

Immer wieder jedoch versuche ich mal den Blick in vegane oder vegetarische Kochbücher – und da bin ich doch vor einer Weile wirklich auf einen Schatz gestoßen:

„Cucina vegana: Vegan genießen auf italienische Art“ von Heide Kügler-Anger, Pala-Verlag 2008, ISBN 978-3895662478

ENDLICH gibt es ein veganes Kochbuch, das nicht in Soya, Tofu und Ei-Ersatz ertrinkt und uns lieber eine Fülle leckerer und abwechslungsreicher Rezepte vorsetzt. Ich bin in letzter Zeit mit veganen (und auch vegetarischen) Kochbüchern in dieser Hinsicht dermaßen genervt gewesen, dass ich meinen Augen fast kaum traute, als ich das erste Mal durch das Büchlein blätterte.

Der einleitende Teil, der mit 40 Seiten etwa ein Fünftel des ganzen Textes einnimmt, lässt sich gut lesen und präsentiert uns interessante Details über die Mittelmeerküche, die Stellung des veganen Essens im Mittelmeerraum und die besonderen Spezialitäten. Nach einigen Grundrezepten (z.B. Mandelmilch) folgen verschiedene Rezeptkapitel, die grob der Abfolge einer Mahlzeit entsprechen.

An keiner Stelle bemüht sich Kügler-Anger irgendwelchen Ersatz anzubieten, z.B. „Kunstkäse“ für Pizza oder irgendwelche Seitan-Würstchen, im Zweifelsfalle kommen eben einfach Tomaten oben auf die Pizza.

Die Beschreibungen sind klar, die Mengenangaben realistisch. Das erste Rezept, das ich nachgekocht habe (Spargel mit Spaghetti wurde bei mir zu Schwarzwurzeln mit selbstgemachten Nudeln), war nicht nur einfach herzustellen, sondern brachte auch wirklich ein neues Geschmackserlebnis in die Küche, und das mit ganz normalen Zutaten – und genau DAS ist es, was ich von einem guten und vor allem einem guten veganen Kochbuch erwarte.

Dem Prinzip des Pala-Verlags folgend gibt es keine Fotos, dafür Zeichnungen in Grautönen. Mir gefällt das gut, ich vermisse die Fotos nicht – aber das ist ja auch Geschmackssache. Das Layout ist ebenfalls klar, die Rezepte bieten sich dem Auge an, was ja beim Nachkochen wichtig ist.

Für Vollwertler, vor allem diejenigen, die tiereiweißfrei leben, ist das Buch ebenfalls eine echte Fundgrube. Die Kleinigkeiten, die nicht vollwertig sind (Roh-Rohrzucker, Puderzucker u.ä.), können wir ohne viel Mühe durch etwas anders ersetzen.

Bei Anfängern in der Kochkunst könnte ich mir vorstellen, dass an einigen Stellen etwas Ratlosigkeit herrscht: die Garzeiten sind häufig nicht angegeben, ebenso die Menge von Salz usw. Da wären präzisere Angaben schon hilfreich als Leitschnur.

Ich wünsche der Autorin einen großen Erfolg mit diesem schönen Buch!

Werbung

4 Gedanken zu “Cucina vegana: Ein Buch, das ich gerne empfehle

  1. morro 28. Juli 2009 / 18:02

    Dem kann ich nur zustimmen 🙂

    Was ich auch kürzlich entdeckt habe ist ein veganes Rohkostbuch, das ebenfalls nicht in Soja, Tofu usw. ertränkt wird. Nein, ganz im Gegenteil. Es sind dort viele schöne Rezepte zu finden, Tipps und eigene Geschichten, die eine Menge Inspiration für die Rohkostküche bieten. Und dies sogar völlig ideologiefrei – eine Seltenheit, gerade in diesem Bereich. Auch das Layout ist bunt, modern und richtig ansprechend. Schade, dass es sowas in Deutschland noch nicht gibt.

    Und da komme ich auch gleich zum Haken: Das dicke Buch ist bisher nur in englischer Sprache erhältlich. Und eines sollte man vorher wissen: Die Rezepte sind an eine 5-Sterne-Küche ausgerichtet. (Die Autoren betreiben NYs zu recht berühmtestes veganes Rohkostrestaurant) Was mich aber nicht abgeschreckt hat, sondern vielmehr inspiriert hat, eigene Dinge auszuprobieren.

    Einige Zutaten sind hierzulande vielleicht schwerer zu bekommen und so manche Zubereitungsart ist etwas aufwändig – aber das kann man ja nach eigenem Gefühl abwandeln. Trotzdem. Ich finde es ist ein rundum gelungenes Buch, das Lust auf mehr macht. Mittlerweile gibt es auch einen ebenso schönen 2. Band.

    Die Titel:
    Raw food – real world
    und:
    Living raw food

    Link zu Amazon.com (ist aber auch in Dt. erhältlich):
    http://www.amazon.com/Sarma-Melngailis/e/B001JRZ1LG/ref=ntt_athr_dp_pel_pop_2

    • onebbo 28. Juli 2009 / 20:41

      Der Urs Hochstrasser ist ja auch ein „echter Koch“. Ich kenne eine Frau, die gerade einen Kurs da besucht hat, muss echt super sein. Rohkost ist eben nicht nur Möhren knabbern…. Danke für den Hinweis!

  2. Barbara 2. Januar 2011 / 19:03

    Liebe Ute! Danke für die Rezension! Hab das Buch nun seit Weihnachten auch + habe heute die ersten Rezepte nachgekocht (Gelbe Rüben-Pesto, Bohnensalat, Mandelmilch) – lecker! Vielen Dank für den Tip! 🙂

    • OneBBO 2. Januar 2011 / 19:05

      Gerne geschehen 🙂

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.