Kinderfrühstücke von der AOK

Kommentar vom 25. März 2010: „Kinderfrühstück“

Apothekenbesuche sind doch immer wieder eine Freude, weil da viel Material herumliegt, das wir kostenlos mitnehmen können. Vierfarbig gedruckt, auf bestem Papier ist auch die Vigo, die aktuelle Apothekenzeitung der AOK Rheinland/Hamburg. Komisch, dass der Druck solch aufwändiger Zeitungen niemals als Sparfaktor in irgendwelchen Gesundheitsreformen auftaucht.

Vigo hat auch eine Kinderseite „Jolinchens Welt“ mit lustigen Bildern, Rätseln, Infos und Witzen. In der März-April Ausgabe gibt es dann ein Frühstück, das haha wie lustig „Frühlingshaftes Drachenfrühstück“ genannt wird. Warum Drachenfrühstück? Keine Ahnung. Auf dem Foto sehen wir ein blasses Kind, das mit blasser Hand einen Esslöffel dieses Frühstücks in den weit geöffneten Mund führt. Links steht „Mach mit!“. Das alles auf lindgrünem Hintergrund gedruckt, noch zwei kleine Fotos je von einem Apfel (natürlich ein Granny Smith) und einer goldgelben, aufgeblätterten Banane. Da hat die Werbeagentur ja wieder richtig zugeschlagen, so viel jugendliche Gestaltung…. ob die das umsonst machen oder für das Geld, das durch Krankenkassenbeiträge hart arbeitenden Menschen aus der Tasche gezogen wird?

Da ich heute masochistische Anwandlungen hatte, habe ich mir das Rezept für 2 Portionen durchgelesen:

1 Apfel, 1 Banane, 1 Mandarine, 1 EL Zitronensaft, 1 EL Haferflocken, 1 TL Leinsamen, 1 TL Honig, 1 EL Cranberries oder Rosinen, 200 g fettarmen Naturjoghurt (1,5 % Fett), 1/2 Tasse fettarme Milch, 1 EL gehackte Nüsse.

Bei so vielen fettarmen Zutaten wundert es mich wirklich, dass ein ganzer Esslöffel Nüsse verwendet wird. Hätte nicht ein Teelöffel für die lieben Kleinen auch gereicht? Warum eigentlich noch fettarmer Joghurt, es gibt doch auch diese wunderbaren Produkte mit 0,5 % Fett oder weniger.

Warum sind eigentlich die Krankenkassen immer die letzten, die gesundheitliche Erkenntnisse propagieren? Warum schon Kinder auf den Fettlos-Trip stoßen, statt sie mit natürlichen Lebensmitteln zu ernähren? Warum muss der Honig in das Müsli, warum können die Kinder nicht erst einmal probieren, ob ihnen ein Müsli auch so schmeckt? Ups, wie dumm von mir – mit dem sauren fettlosen Joghurt muss ich natürlich einen Geschmackspepp hineinbringen.

Unten auf der Kinderseite zwei kleine Witze. Damit die Kinder schon früh lernen, was sie vom fleischlosen = vegetarischen Essen zu halten haben, bekommen sie folgenden Witz serviert:

„Und Sie leben tatsächlich nur von Gemüse? Sie sind also ein ausgesprochener Vegetarier?“ „Ach Quatsch, ich bin Gemüsehändler“.

Wie witzig. Welches Kind wird da noch sagen: Ja, meine Eltern sind aber Vegetarier…

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4 Gedanken zu “Kinderfrühstücke von der AOK

  1. vinci 27. März 2010 / 08:31

    Ist doch ganz einfach: Wenn die Kinder schon so viele Nüsse (und Nüsse, in kleinen Mengen sind ja durchaus empfehlenswert) in das Frühstück geben, dann müssen sie wenigstens bei den Milchprodukten auf das Fett achten. Sonst hat das Frühstück zu viele Kalorien. Außerdem enthält das Fett der Milch viele ungesunde gesättigte Fettsäuren, deshalb lieber fettarme Milch.
    Die Milchprodukte sind wichtig, damit die Kinder mit ausreichende Calcium versorgt werden. Gerade im Wachstum ist das wichtig für die Knochen.

    Ich wette so eine Antwort würdest du von den „Experten“ bekommen. 😦

    • onebbo 27. März 2010 / 10:27

      Aber die Kinder würden noch schlanker bleiben (oberstes Ziel!), wenn sie auch noch die Nüsse wegließen. Würden mir da die Experten nicht zustimmen?

      • vinci 27. März 2010 / 11:24

        Ich glaube soweit würden sie nicht gehen. Denn Nüsse sind gar nicht so schlecht. In der Kinderversion der Ernährungpyramide ist zwischen dem Getreide eine einzelne Erdnuss zu sehen… Hat mich auch gewundert.

        • onebbo 27. März 2010 / 11:27

          Wenigstens eine Erdnuss, die werden ja gerne in Amerika angebaut 🙂

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