Themenheft Asthma

Kommentar vom 7. Juli 2010: Wieder einmal Asthma

Die Apotheken-Umschau hat die A-Ausgabe des Monats Juni dem Thema Asthma gewidmet. Da gibt es dann eben viele Artikel zu diesem Thema. Was die Leser dieses Blogs nicht wundern wird: eine tiereiweißfreie Vollwertkost wird nicht empfohlen. Es ist einfach herrlich, wie dieses Thema ständig ignoriert wird – damit lässt sich ja jemand viel besser mundtot machen, als wenn wir ihn aktiv bekämpfen. Wenn in jedem Asthma-Artikel stünde „Die angeblich guten Wirkungen der Vollwerternährung auf Asthma und Allergien sind nicht in wissenschaftlichen Studien bewiesen“, käme der eine oder der andere vielleicht ja doch einmal auf die Idee, dort nachzuforschen. Nein, nein, da ist die Schulmedizin – und da zähle ich die Apotheken-Umschau zu – sich einig in Haltung und Kampf. Einfach nicht erwähnen. Lieber gleich im Editorial so Sätze wie: „Doch für die meisten Betroffenen besteht mittlerweile dank moderner Therapiekonzente die Chance, ein fast normales Leben zu führen.“

Was ist denn das größte Problem bei der Asthmabehandlung? Auch das erfahren wir vom Chefredakteur Peter Kanzler gleich im Editorial, sogar noch besonders hervorgehoben: „Die mangelnde Therapietreue ist das größte Problem bei der Behandlung.“ Wir verstehen das sicher richtig: Patienten, die so dreist sind, sich nicht wortwörtlich an die Anweisungen ihres Arztes handeln, möglicherweise nicht einmal so viele Tabletten schlucken und so häufig sprayen, wie das Rezept sagt, sind also selbst schuld, wenn sie nicht gesunden.

Wobei ich doch hier einmal erwähnen möchte, dass keines der Asthmamittel die Krankheit heilt. Die Symptome werden unterdrückt.

In derselben Ausgabe, also immer noch Hauptthema Asthma, gibt es dann einen Artikel über die Impfverstärker, die angeblich mittlerweile viel besser geworden sind. Passt für mich gut zum Thema Asthma und Allergien, wenn ich so rückblickend überdenke, was es da alles für Meldungen über die Impfungen zur Schweinegrippe gab. Der zweite Artikel preist uns dann die Schokolade als gesund an. Das hat nämlich eine Langzeitstudie (gähn) in Potsdam gezeigt: Schokolade ist gut gegen Herzinfarkt und Schlaganfall. Ach ja? Und wie ist das mit der Wirkung von Schokolade bei Asthma?

Aber wir sind ja hier meist alles Orthorektiker, die einfach nicht einsehen wollen, dass Industriezucker, Schokolade, Auszugsmehl, Fertiggerichte, Fisch und Steak usw. einfach so viel besser für uns sind 👿

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10 Gedanken zu “Themenheft Asthma

  1. Anna 7. Juli 2010 / 21:26

    Genau, die Schokolade! Wenn die wenigstens so ehrlich wären zu schreiben, der Kakao! Ich könnte brechen, wenn ich so eine Schei… lese. Über so etwas kann ich mich nur noch aufregen; ich meine den ganzen Artikel. Es ist eine grandiose Volksverdummung.

    • onebbo 7. Juli 2010 / 21:36

      Du sagst es!

    • Anna 7. Juli 2010 / 23:43

      Ja, ich sage es, ABER leider hört/liest die Masse es nicht. 😦

  2. Sayuki 8. Juli 2010 / 14:54

    Ich möchte hier nur kurz eine Kritik an der Benutzung des Wortes „Orthorektiker“ hinterlassen. Es mag sein, dass man sich als Vollwertler in der Situation fühlt sich gegen eine Essstörung wehren zu müssen. Auf der anderen Seite ist die Unterscheidung, ob wir hier von einer Essstörung oder von einem gesunden Essverhalten sprechen schwer zu trennen. Bei einer Essstörung nehmen die Gedanken über das Essen, Hungern, Zunehmen oder wo man den nächsten Kick her bekommt die gesamten Gedanken ein.
    Wenn sich jemand also den ganzen Tag Gedanken über die Qualität des Essens macht, immer mehr Lebensmittel streicht, weil sie nicht „save“ sind, z.B. die Herkunft unsicher oder eventuell erhitzt,…
    Damit finde ich auch die Benutzung des Begriffs grenzwärtig, weil es solch eine Essstörung gibt, wo am Ende nur noch Quellwasser aus dem Wald, welcher auf Strahlung und das Wasser auf Reinheit geprüft ist und Äpfel aus dem eigenen Garten bleiben, weil man sich nur hier über den ganzen Herstellungsprozess sicher sein kann.
    Das ist dann nicht mehr gesund und sicher auch eine extreme Form, aber die Ursachen für so ein Verhalten sind sehr wahrscheinlich in Unsicherheiten im Leben zu begründen, wo zumindest über die Ernährung Kontrolle gelebt werden kann. Vielleicht sollten Sie daher lieber auf die provokante Benutzung des Wortes verzichten!?

    • onebbo 8. Juli 2010 / 15:04

      Leider wird das Wort Orthorexie NICHT in diesem von Ihnen eng dargestellten Sinne gebraucht (vorletzter Absatz).

      Ich verweise hierzu auf meinen Artikel vom 17. August 2009:
      https://vollwert.wordpress.com/2009/08/17/vollwert-und-rohkost-sind-geisteskrankheiten/

      Interessant finde ich auch schon, dass Sie es bedenklich finden (oder interpretiere ich Sie falsch?), wenn jemand sich Gedanken darüber macht, ob das Essen vielleicht erhitzt wurde. Dies ist für einen Rohköstler durchaus wichtig – und bei aller Distanz zur reinen Rohkost würde ich niemals Rohköstler per se als essgestört bezeichnen 🙂

      • Sayuki 11. Juli 2010 / 00:03

        Ich sehe es nicht als bedenklich, wenn sich jemand Gedanken darüber macht, ob etwas erhitzt ist. Das habe ich mir bei Nüssen, Äpfeln und vielem mehr auch schon gemacht.
        Ich nehme jetzt Bezug auf die Magersucht, weil es weniger Erklärungen braucht dieses Beispiel anzuführen.
        Anorexie ist eine Erkrankung in der die Gedanken, was man essen darf, ohne sich schlecht fühlen zu müssen, den ganzen Tag die Gedanken in Anspruch nehmen. Dazu kommt der Hunger und ein geradezu selbstzerstörerisches Verhalten (Gleichgültigkeit über körperliche Schäden).
        Bei der Orthorexie kann man also sagen, dass jemand der sich vom Aufstehen bis zum Schlafengehen nur damit beschäftigt, was gesund für ihn ist und sein gesamtes Leben fest im Griff hat.
        Vollwertler sind wie andere Menschen, sie haben etwas im Kühlschrank und freuen sich auf das ein oder andere Highlight und wenn es nur der knackige Salat ist. Alles was zwanghaft ist, ist eine Störung und wenn jemand nach dem Verzehr erhitzter Speisen sich Stunden mit Schuldgefühlen plagt und beschließt jetzt noch gesünder zu leben, ist das nicht eine Essstörung?
        Um mein Beispiel aus dem ersten Beitrag zu ergänzen. Auch jemand der den ganzen Tag isst und auch verschiedene Lebensmittel, aber nur gesunde, kann eine Essstörung haben. Es gibt ja nicht nur Magersucht und Bulimie, sondern auch die Fresssucht und untypische Formen. Davon ist die Othorexie eine Kategorie. Das die Presse sich darauf stürzt, mag sicherlich auch wirtschaftliche Interessen haben, aber will psychisch stabile, gesundheitsbewusste Menschen als moralische Hoheit enttrohnen.

        • Sayuki 11. Juli 2010 / 00:07

          Hoppla, da waren meine Sätze in Gedanken schon ausformuliert, nur hat es nicht bis ins Web gereicht. Man mag es mir zu dieser späten Stunde verzeihen. Ich hoffe man kann dennoch meine Argumente nachvollziehen…

  3. clowny 8. Juli 2010 / 21:42

    Gedankenanschups:
    Eine Bekannte meinte ihren damals 4 Jahre alten Sohn unbedingt gegen Windpocken impfen zu müssen …… ein/zwei Tage später begann eine „Erkältung“ …… Asthma blieb übrig!
    N E I N , mit dem Impfen hängt das nicht zusammen – n i e m a l s , der Arzt hat dies bestätigt.
    Cortison gehört nun zur Tagesdosis.

    • onebbo 8. Juli 2010 / 21:52

      Wenn der Arzt das sagt…. Unglaublich, was die Leute alles den Ärzten so glauben, auch wenn es zeitlich so offensichtlich zusammehängt!

  4. onebbo 11. Juli 2010 / 06:13

    @sayuki:
    Da sind wir uns ja schon einig, dass Vollwertler keine Orthorektiker sind. Leider wird das in der Presse keineswegs so dargestellt. Auch da sind wir uns einig. Wo bleibt da der Stein des Anstoßes in meinem Beitrag? Weil ich einen Begriff, der dabei ist, gezielt aufgeweicht zu werden, provozierend benutze? Ich nenne das ein schriftstellerisches Mittel 🙂

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