Fast Food und Asthma

Kommentar vom 27. August 2010: Fast Food fördert Asthma

Ich denke nicht, dass diese Erkenntnis einen der Leser dieses Blogs überrascht. Für die Apotheken Umschau (B-Ausgabe August) ist das eine kleine Sensation, die in der Rubrik „Natur kompakt“ veröffentlicht wird. Da haben australische Wissenschaftler (nun denn, wenigstens geht es diesmal nicht an MEINE Geldbörse) doch in einer Studie bei 46 Asthma-Patienten bewiesen, dass die Zahl der Entzündungsmarker bei den Hamburger Essern (mit Bratkartoffeln) im Auswurf nach der Testmahlzeit (Prost Mahlzeit, Forscher sein ist auch nicht immer lecker) deutlich gestiegen und ihre Lungenfunktion herabgesetzt war. Die andere Gruppe bekam Magerjoghurt. Und aus diesem kümmerlichen Versuch bei so einer winzigen Versuchsgruppe werden hier gleich wieder in Bausch und Bogen Schlussfolgerungen gezogen. „Fettarmes Essen verbessert die Lungenfunktion.“ Das stimmt erstens gar nicht, denn die Studienergebnisse, zumindest so wie sie hier dargestellt sind, zeigen nur, dass nach Hamburgern mit Bratkartoffeln die Lungenfunktion herabgesetzt war. Das heißt ja noch lange nicht, dass Magerjoghurt sie VERBESSERT. Zweitens weiß auch keiner, ob es am Fett liegt – denn dafür hätten die Forscher Magerjoghurt mit Vollfettjoghurt vergleichen müssen. Ein Hamburger ist ja ein völlig anders denaturiertes Produkt als Magerjoghurt!

Was sind das für merkwürdige Forscher? Um wirklich vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, muss man doch so wenige Parameter wie möglich verändern. Beispiel: Wenn ich wissen will, ob Rot stärker die Laune bessert als Grün, kann ich eine Gruppe Versuchspersonen eine halbe Stunde in ein rotes Zimmer, eine andere Gruppe in ein grünes Zimmer setzen. Wenn die Zimmer ansonsten die gleiche Qualität haben, kann ich davon ausgehen, dass es der Farbunterschied ist, der die Laune ändert. Wenn ich aber die eine Gruppe in eine innen rotgestrichene Holzhütte mit Fenstern mit Blick in einen schönen Wald vergleiche mit der anderen Gruppe, die mit einem grünen Helm auf dem Kopf 3 Stunden mit dem Rad durch eine Großstadt geradelt ist: Wie kann da jemand wagen, die Auswirkung der Farbe beurteilen zu können?

Nun ich nicht. Australische Forscher schon. Ach ja, die Apotheken-Umschau auch. Vermutlich weil die „Journalisten“ dort gerade mit einem grünen Helm in der Redaktion eingetroffen sind.

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2 Gedanken zu “Fast Food und Asthma

  1. Ines 27. August 2010 / 22:00

    Magerjoghurt? Und das ausgerechnet bei Asthma!
    Da kann ich mir nur noch an den Kopf fassen.

    Und nach der Qualität der verwendeten Fette zur Zubereitung von Hamburger und Bratkartoffeln brauchen wir schon garnicht zu fragen 😉

    Übrigens aus sehr wissenschaftlich:
    eine Mahlzeit vom Herd gegen eine aus dem Kühlschrank ins Rennen zu schicken.

    Tschuldigung, es ging ja garnicht um eine Verdauungsleukozytose. *ggg*

    • OneBBO 27. August 2010 / 22:03

      An diesem Artikel lassen sich, wie wir sehen, noch viele hübsche Einzelheiten herausarbeiten :mrgreen:

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