Leben und genießen

Kommentar vom 1. September 2010: Leben & Genießen

Die Rubrik „Leben & Genießen“ in der zweiten August-Ausgabe der Apotheken Umschau nahm es mit der Gesundheit ganz genau. Hier wird nicht nur Salat gepriesen, sondern auch der ungeheuer mutige Vorschlag gemacht „Salat als Hauptgericht“. Immer noch in der Hoffnung, in diesem Schmachtblättchen mal etwas Vernünftiges und Hilfreiches zu lesen, vertiefte ich mich in die Rezepte. Die Einleitung liest sich richtig mundwässrig, Vitamine und Mineralstoffe, Ingwer, Kresse, Baguette wird erwähnt. Rechts ein großes Foto vom „Sommersalat spezial“. Komische Pilze sind da drauf, finde ich. oder … was kann das weißliche Etwas dort sein?

Auf der nächsten Doppelseite werden 4 Rezepte vorgestellt. Ich lese die Zutaten und schlage die Zeitung zu. Mal wieder das Übliche.

Salat 1: 200 g Hähnchenbrust (die vermeintlichen Pilze)…. (nicht weitergelesen)

Salat 2: Kopf Lollo bianca, Frühlingszwiebeln, 100 g gekochter Schinken (nicht weitergelesen, allerdings fällt mein Blick dann noch auf Frischkäse (0,2 % Fett) und Magermilchjoghurt, würg)

Salat 3: 2 Eier (nicht weitergelesen)

Salat 4: Chinakohl, Cocktailtomaten, Peperoni, 200 g Nordseegarnelen, Blauschimmelkäse (nicht weitergelesen)

Dass einem normalen Publikum auch Salate mit Fleisch vorgeschlagen werden, ist mir schon klar. Aber warum ist da kein einziger Salat bei, der sich so liest, als würde er auch satt machen? Wo sind Möhren, Kohlrabi, Weißkohl? Warum Keniabohnen, und nicht normale weiße Bohnen? Das alles nennt sich „leichte Sommerküche“, wobei sich mir schon beim Lesen ein Stein in den Magen legt.

Ich esse jeden Tag Salat, manchmal sogar zweimal. Und ich werde davon satt, ohne dass er vor Fleisch, Eiern oder Käse zusammenbrechen. Komisch, nicht?

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