„Das gute Brot“ von Roswitha Huber

Kommentar vom 14. November 2010: Buchbesprechung Roswitha Huber, Das Gute Brot

Vor mir liegt das Buch „Gutes Brot“ von Roswitha Huber (ISBN 978-3-9813104-4-3) vom Dort-Hagenhausen-Verlag. Von Roswitha Huber habe ich schon ein Backbuch, das mich wenig überzeugte (abenteuerliche Flüssigkeitsmengen), so sah ich dann diesem Werk recht misstrauisch entgegen.

Aber das Leben hat ja auch immer positive Überraschungen parat: Das Buch hat mich voll und ganz überzeugt. Nicht unbedingt durch die Rezepte, die sind nicht sonderlich „aufregend“. Es ist die Begeisterung für das Brot, die konsequent das ganze Buch durchzieht. Hier steht nicht eine Wichtigtuerin (da fällt mir irgendwie der P. Gradwohl ein <g>), die mit Brot vor der Kamera posiert, sondern eine Frau, die ihre Zeit damit verbringt, das Geheimnis Brot den Menschen nahezubringen. Unterstützt wird das von einer schönen Optik, da hat der Verlag gute Arbeit geleistet: Die meisten Fotos sind „echt“, nicht irgendwo bei einer Billigagentur als Lizenzbilder eingekauft. Obwohl ich doch schon viel über Brot gelesen habe und den Theorieteil daher meist nur überfliege, habe ich ihn hier wieder gerne gelesen. Das eine oder andere war mir neu. Frau Huber bereist die ganze Welt in Sachen Brot, auch in diese Reisen bekommen wir einen Einblick.

Der kritische Blick auf die Flüssigkeitsmengen sagt mir: Ja, Frau Huber weiß, was sie bäckt. Die hat nicht am Schreibtisch überlegt, was sie mal gerade in die Teigschüssel fallen lässt, sie hat die Brote gebacken. Auch gibt es viele hilfreiche Tipps, die – gerade beim Brötchenformen – mit informativen Fotos bereichert sind.

Frau Huber ist keine Vollwertlerin und beansprucht in dieser Richtung auch nichts. Das stört mich aber bei diesem Buch gar nicht, denn die Dinge wie Zucker und Weißmehl lassen sich ja unproblematisch austauschen. Auch die geringen Hefemengen, die sie verwendet, sprechen für Backerfahrung.

Was ich vermisse sind ein paar Experimente mit etwas selteneren Getreidesorten. So erwähnt sie in ihrem Vorwort bei der Aufzählung der Getreide Triticale, aber ein Rezept dazu habe ich genauso wenig gefunden wie einen Bezugsquellennachweis. Ich kenne Triticale nur aus dem Getreidehandbuch von Waltraud Becker. Und der Satz in dem „Gutes Brot“-Buch zu dem Getreide kam mir irgendwie bekannt vor… also das ist wohl eine Stelle, wo die Autorin selbst nicht so ganz eifrig war 😉

Wenn ich jemanden für den Charme von Brot gewinnen wollte, so würde ich ihm dieses Buch schenken. Auch ein Anfänger ist sicher gut damit bedient, sei er Vollwertler oder nicht. Und wer gerne schöne Brotbücher sammelt, kommt um die Anschaffung nicht herum.

Werbung