Wie weit darf Kommerz gehen?

Kommentar vom 27. November 2010: Gesundheitsberater GGB

Persönlich kenne ich mehrere Frauen, die ihre Ausbildung zur Gesundheitsberaterin GGB abgeschlossen haben. Sie sind alle mehr oder weniger in der Vollwert aktiv, und zwar voll im Brukerschen Sinne. Ich weiß auch, dass in Lahnstein – so wurde gesagt – darüber „gewacht“ wird, dass die Absolventen der Ausbildung diese nicht missbrauchen. Und dass, wer nicht regelmäßig Fortbildungen dort besucht, angeblich den Titel wieder abgesprochen bekommt. Als ich vor einigen Jahren den Grundlehrgang besuchte, lief gerade eine hitzige Debatte darüber, dass einer Frau trotz ausreichendem Wissen der Titel verweigert worden war, weil sie schwer übergewichtig war, nicht vereinbar mit einem korrekten vollwertigen Leben. Ebenso habe ich mehrmals gehört, dass der Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln zum Titelentzug führt.

Seit längerem beobachte ich nun die Website einer Gesundheitsberaterin, die ich persönlich nicht kenne. Klein unten auf ihrer Seite, wo Sie ihre Kurse vorstellt, steht das Sätzchen „Verkauf von Rapunzel-Naturkostwaren“. Die Seite euch anschauen könnt Ihr hier.

Ich stehe da ratlos vor. Für mich ist das ein grundsätzliches Problem. Gerade Rapunzel ist für mich nun nicht die Höhe der Vollwertigkeit, nicht mal der guten Bioqualität. Beispielsweise ist ja Vollrohrzucker fest im Programm. Was nicht heißt, dass ich meine, Gesundheitsberater dürften nichts von Rapunzel BENUTZEN. Aber verkaufen im Rahmen von Vollwertkochkursen? Ich bin keiner Organisation durch eine Ernährungsausbildung verpflichtet, dennoch würde ich mich nicht wohlfühlen bei dem Gedanken, Lebensmittel einer mehr oder weniger dubiosen Biofirma zu verkaufen. Eher kann ich es verstehen, wenn Gesundheitsberater (egal mit welcher Ausbildung) den Thermomix vertreiben. Der an sich ist ja ein „neutrales“ Produkt und mit ihm lassen sich viele Dinge in der Vollwertküche vereinfachen.

Oder bin ich da altmodisch?

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4 Gedanken zu “Wie weit darf Kommerz gehen?

  1. A. 27. November 2010 / 18:08

    Na ja, die Frau möchte/muss einfach auch von etwas leben.
    Und nicht jeder schreibt so viele abwechslungsreiche und überzeugenden Bücher wie du und vor allem nicht mit so einer Disziplin – wenn ich mir ansehe, wieviele Bücher du schon verfassr hast und das in einer sehr überschaubaren Zeitspanne.

    • OneBBO 27. November 2010 / 18:21

      Ich finde es schwierig, die Grenze zu ziehen für was noch vertretbar ist und was nicht.

      Es ist für mich auch deshalb ein interessanter Fall, weil ich eine Werbeanfrage für meine Seite erhalten habe. Wenn sich das als interessant erweist, werde ich es hier vorstellen und eine kleine Umfrage gestalten, wie meine Leser das sehen.

      Übrigens: Von den Büchern könnte ich nicht einmal ansatzweise leben. Da müsste sich die Verkaufskurve aber ganz anders gestalten 🙂

  2. e.k. 27. November 2010 / 19:46

    Was ich allerdings noch positiv an der Sache finde, ist, dass auf der Website dieser Gesundheitsberaterin eigentlich nur Produkte angeboten werden, die man meiner Meinung nach im Rahmen der Vollwertkost essen kann.

    • OneBBO 27. November 2010 / 20:04

      Das stimmt, bis auf den dubiosen „Vanille-Pudding 40 g“ 🙂

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