Die Deutsche Post und ihre Lieferzeiten

Kommentar vom 13. Februar 2011: Der katastrophale Service der Deutschen Bundespost

Früher, als die Moderne noch nicht in das Postsystem eingezogen war, konnte ich mich darauf verlassen: ein Brief, heute eingeworfen, wurde morgen ausgeliefert. Pakete hatten eine Laufzeit von zwei Tagen. Wunderbar. Seit einiger Zeit bemerke ich ständige Verschlechterungen, Briefe brauchen häufig zwei (vor allem in dörflichere Umgebung und in die neuen Bundesländer) Tage, Pakete drei bis vier Tage, Päckchen mitunter eine Woche. Toll.

Den Gipfel der Verschleppung erlebte ich letzte Woche. Am 10. Februar hat  J. Geburtstag, es war ein besonderer Tag, sie wurde nämlich volljährig. Da ich gerne pünktlich bin, wollte ich natürlich an diesem ganz besonderen Tag auch bei den Gratulanten sein. Ich erwähnte in einem meiner früheren Blogbeiträge, dass ich Kindern und Jugendlichen Geldgeschenke mache, statt sie mit ungewollten Geschenken zu quälen, auch wenn ich grundsätzlich keine Geldgeschenke mag (das ist ein Widerspruch in mir, mit dem ich zu leben gelernt habe  😆 ). Ich steckte also am 8. Februar, zwei Tage vorher, einen Schein in den Umschlag, schrieb noch etwas dazu und warf den Brief am Hauptpostamt meiner Stadt ein. Da sollte das bei aller Verzögerungstaktik der Post und der weiten Entfernung von 444 km wohl pünktlich eintreffen.

Am besagten Geburtstag erkundigte ich mich per Mail bei der Mutter von J., ob mein Umschlag schon da sei. Nein, nichts. Ich war ärgerlich – was sollte ich denn noch tun? J. selbst war zum Glück nicht untröstlich, wir haben nett geplaudert und ich habe vorab gratuliert. Freitag war die Post übrigens immer noch nicht da. Ich fing schon an zu schäumen. Was für ein herrlicher Anlass, einen Blogeintrag zu verfassen über die Dekadenz in der Deutschen Bundespost. Wie der Fortschritt zu immer längeren Brieflaufzeiten führt… Kein Wunder, dass die privaten Konkurrenzunternehmen quasi rechts an der Post vorbeiziehen!

Als ich gestern Abend nach einem Ausflug nach Hause kam, fand ich im Büro eine Nachricht meines Kollegen vor. J. hatte angerufen, um sich bei mir zu bedanken. Aha, dachte ich hämisch, eine Glanzleistung der Post – 4 Tage für eine einfache Geburtstagskarte. Nächstes Jahr sind es dann sechs, 2013 vielleicht acht und 2020 dann zwanzig Tage? Ein wunderbarer Anlass, um mal eine richtige Glosse über Unfähigkeit und moderne Entwicklung zu verfassen.

Heute Morgen nun schaute ich in meinen virtuellen Briefkasten und fand insgesamt sechs Emails vor. Überschaubar, fein. Darunter eine von J.’s Mutter, die ich hier wörtlich wiedergeben möchte:

Liebe Ute,
ich muss mich entschuldigen. Dein Geschenk war doch schon Donnerstag hier! Ich blätterte heute durch die Zeitungen der Woche, da lag der Brief zwischen den Seiten… der war so gut eingefügt, dass ich ihn gar nicht entdeckt habe. Aber jetzt ist er hier und in Sicherheit. Also, sorry, sorry Post, auf die wir schimpften…

Merke: Ohne Fakten erst einmal mit der Häme warten und: Im Zweifelsfalle für den Angeklagten, bis seine Schuld (bzw. Unschuld) erwiesen ist, selbst wenn’s die Deutsche Post ist 🙂

Kommentar vom 13. Februar 2011: Der katastrophale Service der Deutschen Bundespost

Früher, als die Moderne noch nicht in das Postsystem eingezogen war, konnte ich mich darauf verlassen: ein Brief, heute eingeworfen, wurde morgen ausgeliefert Pakete hatten eine Laufzeit von zwei Tagen. Wunderbar. Seit einiger Zeit bemerke ich ständige Verschlechterungen, Brief brauchen häufig zwei (vor allem in dörflichere Umgebung und in die neuen Bundesländer) Tage, Paket drei bis vier. Toll.

Den Gipfel der Verschleppung erlebte ich letzte Woche. Am 10. Februar hat  J. Geburtstag, es war ein besonderer Tag, sie wurde nämlich volljährig. Da ich gerne pünktlich bin, wollte ich natürlich an diesem ganz besonderen Tag auch bei den Gratulanten sein. Ich erwähnte in einem meiner früheren Blogbeiträge, dass ich Kindern und Jugendlichen Geldgeschenke mache, statt sie mit ungewollten Geschenken zu quälen, auch wenn ich grundsätzlich keine Geldgeschenke mag (das ist ein Widerspruch in mir, mit dem ich zu leben gelernt habe  :mrgreen: ). Ich steckte also am 8. Februar, zwei Tage vorher, einen Schein in den Umschlag, schrieb noch etwas dazu und warf den Brief am Hauptpostamt meiner Stadt ein. Da sollte das bei aller Verzögerungstaktik der Post und der weiten Entfernung von 444 km wohl pünktlich eintreffen.

Am besagten Geburtstag erkundigte ich mich per Mail bei der Mutter von J., ob mein Umschlag schon da sei. Nein, nichts. Ich war ärgerlich – was sollte ich denn noch tun? J. selbst war zum Glück nicht untröstlich, wir haben nett geplaudert und ich habe vorab gratuliert. Freitag war die Post übrigens immer noch nicht da. Ich fing schon an zu schäumen. Was für ein herrlicher Anlass, einen Blogeintrag zu verfassen über die Dekadenz in der Deutschen Bundespost. Wie der Fortschritt zu immer längeren Brieflaufzeiten führt… Kein Wunder, dass die privaten Konkurrenzunternehmen quasi rechts an der Post vorbeiziehen!

Als ich gestern Abend nach einem Ausflug nach Hause kam, fand ich im Büro eine Nachricht meines Kollegen vor. J. hatte angerufen, um sich bei mir zu bedanken. Aha, dachte ich hämisch, eine Glanzleistung der Post – 4 Tage für eine einfache Geburtstagskarte. Nächstes Jahr sind es dann sechs, 2013 vielleicht acht und 2020 dann zwanzig Tage? Ein wunderbarer Anlass, um mal eine richtige Glosse über Unfähigkeit und moderne Entwicklung zu verfassen.

Heute Morgen nun schaute ich in meinen virtuellen Briefkasten und fand insgesamt sechs Emails vor. Überschaubar, fein. Darunter eine von J.’s Mutter, die ich hier wörtlich wiedergeben möchte:

Liebe Ute,
ich muss mich entschuldigen. Dein Geschenk war doch schon Donnerstag hier! Ich blätterte heute durch die Zeitungen der Woche, da lag der Brief zwischen den Seiten… der war so gut eingefügt, dass ich ihn gar nicht entdeckt habe. Aber jetzt ist er hier und in Sicherheit. Also, sorry, sorry Post, auf die wir schimpften…Merke: Ohne Fakten erst einmal mit der Häme warten und: Im Zweifelsfalle für den Angeklagten, bis seine Schuld (bzw. Unschuld) erwiesen ist, selbst wenn’s die Deutsche Post ist 🙂

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8 Gedanken zu “Die Deutsche Post und ihre Lieferzeiten

  1. Mitleser 13. Februar 2011 / 18:12

    Hatte hier nicht jemand die Schüttelwerbung in die Diskussion gebracht? Gut dass J.s Mutter den Brief nicht in die Papiertonne geschüttelt hat.

    • OneBBO 13. Februar 2011 / 18:15

      Wie wahr – dann hätte ich die Post auch noch des Vernichtens des Briefs bezichtigt!

  2. Ines 14. Februar 2011 / 00:04

    Und wenn sie nicht von der Post in die Zeitung gesteckt worden wäre, dann in einen falschen Briefkasten?
    Wir haben ziemlich häufig (zuuu häufig) fremde Post im Briefkasten, da stimmen weder Straße noch Hausnummer noch Zustellbezirk!!!

    Wo bleibt eigentlich unsere Post, die nie bei uns auftaucht?
    Es gibt nicht jeder die Fehleinwürfe dem Briefträger wieder mit oder steckt sie in den nächsten Briefkasten.

    Bei der Paketpost ist DHL aber der absolut zuverlässigste Zusteller bei uns. Hermes dagegen eine absolut Katastrophe!

    • OneBBO 14. Februar 2011 / 05:43

      Da hilft übrigens beschweren bei der Post. Ich hatte vor kurzem zweimal eine Sendung, die an den Absender zurückging, weil ich angeblich unter meiner Adresse nicht wohne bzw. die Sendung nie abgeholt hätte (schwierig, wenn ich nicht weiß, dass eine gekommen ist).

      Die Post hat das nicht auf die leichte Schulter genommen, habe sogar ein paar nette Briefmarken für meinen Ärger geschenkt bekommen.

  3. mialieh 14. Februar 2011 / 01:15

    Zum Glück tauchte der Brief noch auf! Es gibt ja auch genügend die verschwinden. Eine Bekannte erzählte mir neulich, dass in ihrem Falle schon zwei Mal Geldgeschenke, die sie per Post verschickt habe, abhanden gekommen seien.

    • OneBBO 14. Februar 2011 / 05:44

      Mir ist noch nie Post abhanden gekommen, auch in den Zeiten nicht, als ich viel über Ebay gekauft und verkauft habe. Liegt wohl wirklich viel am jeweiligen Amt.

  4. Isabelle 15. Februar 2011 / 10:00

    Also bei uns ist die Post momentan katastrophal langsam… Teils kommt 1-2 Tage nichts, dann dafür mehr als der Briefkasten verträgt. Wofür es dann natürlich einen Abholzettel gibt, teilweise selbst dann, wenn jemand zu Hause ist. Von einem Ende der Stadt zum anderen hat ein Brief neulich durch die 1-2 Tage Zustellpause (in der auch unsere Nachbarn keine Post hatten) von Mittwochs bis Montags gebraucht… Und nach einem letzte Woche Di oder Mi abgeschickten Brief (keine 50km zurückzulegen) habe ich auch gestern vergeblich im Briefkasten gesucht, das kann ich nun heute auch direkt so erledigen… Gegen die Abholzettel trotz Anwesenheit hat eine Beschwerde übers Online-Formular schnell gewirkt, auch war nun wieder (fast) jeden Tag ein bißchen Post da. Gegen die momentan aber nicht nur mir auffallenden langen Laufzeiten hat’s allerdings leider noch nicht geholfen… Und ich glaube nicht, daß die Post bei allen zwischen der Zeitung verschwindet, zumal wir z.B. ein gesondertes Zeitungsfach haben 😉

    • OneBBO 15. Februar 2011 / 10:06

      Da kriegt man doch echt das Gefühl, Rückschritt statt Fortschritt…

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