Auswertung der Farbfoto-Umfrage

Kommentar vom 19. Februar 2011: Umfrage zu den Farbfotos

Erst einmal herzlichen Dank für die rege Beteiligung! Was als Ergebnis nicht erstaunt: Die meisten, nämlich 79%., würden so viel Geld nur für farbige Fotos nicht ausgeben. Dann gibt es einige (17%), die es erst einmal sehen möchten – was für meine Bücher ja leider nicht zutrifft, kaum eine Buchhandlung führt sie. Noch nicht 😉

Für mich hochinteressant ist, dass es aber potentielle Leser (4%) gibt, denen farbige Fotos doch eine Menge Geld wert sind. Dennoch reicht ihre Zahl für das teure Experiment noch nicht aus. Ich überlege noch….

Dann kam ein Vorschlag, über den ich auch schon nachgedacht hatte: Farbfotos ins Internet stellen. Erst einmal ist das wahnsinnig viel Arbeit. Es reicht ja nicht, dass ich die Fotos hochlade. Da gehören Stichwortverzeichnisse, eine Übersichtsseite mit Links usw. zu. Das bezahlt mir niemand. Ich will nicht jammern – aber im Moment haben wir mehr als eine 48-Stundenwoche hochkonzentrierter Arbeit, da bekomme ich die selbst gesetzten Ziele (Monatsfilm, Tagesmenü, Blog) gerade noch auf die Reihe.

Auch ist das nur für Leute interessant, die sowieso gerne im Internet rumwuseln. Ich habe auch sehr viele Leser, die das Internet nur „zur Not“ benutzen. Und wer in einem Buch blättert, hat – stellt es euch bitte einmal realistisch vor – sicher keine Lust, sich zum PC zu begeben und mehr oder weniger mühsam nach einem Foto zu suchen. Wer von den finanziellen Hintergründen nichts weiß, kann dann sogar noch denken: Faule Autorin, stellt die Bilder ins Internet, und ich muss mir jetzt die Arbeit machen und da nachschauen! Auch weiß der normale Leser ja nicht, wie die BOD-Preise zustande kommen und fragt sich: Wieso können andere Autoren Bücher mit tollen Farbfotos anbieten und ICH muss jetzt ins Internet? Da hilft auch ein Vorwort wenig.

Noch interessanter, eher für zukünftige Bücher, jedes Rezept mit einem Code zu versehen. Dann kann, wer will, auf der Homepage den Code eingeben und kommt so zu dem Foto. Allerdings fühlen sich dann natürlich Nicht-Internet-Beflissene ebenfalls wieder benachteiligt. Und es würde auch eine gewisse Programmierarbeit erfordern. Ich weiß nicht, ob das mit meinem Websystem überhaupt geht. Und eine Umstellung der Website nur für so eine Kleinigkeit ist unverhältnismäßig großer Aufwand.

Noch ein Tipp war, Fotos aus mehreren Mahlzeiten wie Helma Danner zu erstellen. Das hat zwei Probleme: Erstens müsste ich dann alles neu kochen. Wann soll ich das machen, wer soll das alles an einem Tag essen? An meinen Büchern ist eben das Besondere, dass sie quasi Protokolle sind. Jeder weiß: Ah, so sah das wirklich aus, als Ute das an dem Tag zubereitet und anschließend gegessen hat. Da ist nichts allzu sehr gestylt, alles aus der Praxis, nicht im Nachhinein am Schreibtisch etwas gedreht. Häufig können Leser und Leserinnen das hübscher anrichten als ich. Auch das finde ich wichtig: Ich kann diese Kunstfotos von Mahlzeiten nicht mehr ab, die so in einer normalen Küche gar nicht entstehen können, wo die Hausfrau bzw. der Hausmann unter Zeitdruck steht und etwas Leckeres herstellen möchte, was natürlich möglichst nett aussehen darf, das aber bitte in kürzester Zeit. Dazu kommt, dass die Aufmachung der Danner-Bücher zu Hella Danner passen. Sie haben den Charme der siebziger Jahre. Ich lasse mir auch gerne Charme zuschreiben, ein bisschen weniger Staub darauf wäre mir jedoch lieber 😉

Immer wieder bekomme ich als Feedback zu meinen Rezepten auf der Homepage und auch aus den Büchern: Ich konnte das nachmachen, das ist genauso geworden! Fortgeschrittene „Küchenmeister“ nehmen meine Rezepte häufig einfach als Anregung, sie brauchen weder Fotos noch grammgenaue Angaben. Aber natürlich stört sie das auch nicht. Wer aber neu ist im Kochen, in der Vollwert, in der Rohkost, braucht genau das: eine Anleitung, die stimmt, und eine Optik, die auch zuverlässig in der eigenen Küche unter normalen Wochenbedingungen zu erreichen ist.

Meine bei BOD verlegten Bücher sind reine Praxisbücher. Ihre Optik habe ich natürlich durchdacht, ich bin ja zum Glück ausbildungsmäßig vorbelastet. Sie anders, „herkömmlicher“ und dem häufg als modern angesehen perfektem Styling angepasst zu präsentieren, würde sich an eine ganz andere Zielgruppe wenden. Was durchaus seinen Reiz hat – nur bei BOD eben nicht möglich ist.

Ich denke weiter nach 🙂

Werbung