Gastbeitrag: eine Vollwertgeschichte

Kommentar vom 22. März 2011: Gastbeitrag: Meine Vollwertgeschichte

Diese Geschichte finde ich auch besonders spannend, denn da spricht jemand, der richtiggehend krank war, verdammt zu einem Leben mit Tabletten und Spritzen. Und was können wir lesen? Es ist manchmal einfach wirklich umwerfend. Genauso umwerfend wie die Borniertheit der meisten Schulmediziner, die für diese phantastischen Entwicklungen nicht einmal gelindes Interesse zeigen. Das große Lob für mich in diesem Text, hmmm, so sehr es mich freut – hatte ich doch erst überlegt, ob ich es streiche, weil das sonst so nach Eigenlob aussieht. Aber es ist nicht meine Sache, in die Texte einzugreifen. Und Lob entgegenzunehmen ist auch etwas, das wir lernen dürfen 🙂

Weg zu einer besseren Gesundheit

Seit 20 Jahren bin ich Diabetiker und vor 3 Jahren wurde ich auf Insulin umgestellt. Danach nahm ich drastisch an Gewicht zu. Ich spritzte nach dem SIT-Verfahren. Alles ganz einfach: So viel Kohlenhydrate ich aß, so viel IE spritzte ich, ca. 20 IE pro Tag.

Mein Gesundheitszustand verschlechterte sich. Mein Kreatininwert (Nierenwert) lag bei 290, Perspektive laut Arzt: Dialyse. Das gefiel mir überhaupt nicht. Mir wurde klar, ich habe mich durch meine Lebensweise gesundheitlich geschädigt und nur ich kann was ändern.

Um die Insulineinheiten zu reduzieren, kam ich auf den Gedanken, die KH deutlich zu senken. Dabei stellte ich fest, dass ich nicht mehr so viel Insulin spritzen musste. Ich war überrascht. Nun begann ich mich im Netz schlau zu machen. Dabei stieß ich auf die Seiten von Ute und Dr. Schnitzer. Ich kaufte für mich und meine Frau eine Getreidemühle von Schnitzer.

Morgens ein Getreidemüsli mit Obst oder Gemüse und mittags und abends Gemüsesalate nach der Intensivkost von Schnitzer. Um das Ganze abwechslungsreich zu gestalten hab ich dann angefangen die vielen wertvollen Anregungen von Utes HP bei meinem Essen einzubauen. Ich hab mir alle Videos angesehen und die ganzen Seiten durchgelesen.

Mit der Umstellung meiner Ernährung habe ich am 24.12.2010 begonnen. Vom 1. Feiertag an verzichtete ich auf Alkohol, tierisches Eiweiß, Brot und warme Gerichte. Zucker und Süßstoffe waren und sind tabu. Vollwertkost nach Dr. Bruker war angesagt. Ferner ging ich jeden Abend für mindestens 10 Minuten auf mein Ergometer, um mich mehr zu bewegen. Ich stellte mir das Ziel bis 01.03.2011 durchzuhalten.

Die ersten Tage waren furchtbar. Ich fror ständig und konnte nicht schlafen. Manchmal stand ich nachts um 2 Uhr auf und ging spazieren. Eine sehr unruhige Zeit. Nach 3 Wochen stellte ich erste Verbesserungen fest. Auf einmal war kein Wasser mehr in den Beinen und ich brauchte keine Wassertablette mehr nehmen. Mein Gewicht wurde immer weniger und mir ging es auch besser. Alle meine wesentlichen Werte erfasste ich elektronisch via Sidiary. Ich kann also alle Verbesserungen exakt nachweisen. In den kurzen Zeitraum nahm ich 12 kg ab. Der Insulinverbrauch konnte von ca. 15-20 IE auf 1 IE gesenkt werden. Der Blutdruck verbesserte sich von 190/70 auf 160/75 bei Reduzierung von Tabletten. Und am 01.03.2011 war ich bei meinem Nephrologen, der festgestellt hat, dass sich der Kreatininwert von 293 auf 180 eingepegelt hat. (Normal  < 106). Ein Riesenerfolg auf den ich gehofft, aber nicht mit gerechnet hatte. Dies ist auch ein ganz entscheidender Grund, warum ich weiter mache mit den Bemühungen, mich gesund zu ernähren, denn die bereits von einer Ärztin angekündigte Perspektive der Dialyse war damit erst mal vom Tisch..

Nun steht fest, es geht weiter mit den Bemühungen um eine bessere Gesundheit. Mit der Vollwertkost hab ich eine Möglichkeit gefunden mit der ich gut leben kann. Auch meine Frau macht mit. Sie ist aber nicht  ganz so konsequent. Sie backt Vollkornbrot und beschäftigt sich damit und ich bereite jeden Abend das Müsli vor .Tagsüber bereite ich die Salate, die sie dann auch artig mit isst. Aber sie sie sündigt auch ab und zu, wenn ich es nicht sehe.

Erfahrungen: Ärzte mit ins Boot zu holen schlugen fehl. Keiner interessierte sich für meine Ernährung. Lediglich eine Ärztin würdigte den Gewichtsverlust. Eigentlich wollte ich eine Diabetologin gewinnen, dass sie online verfolgt was ich esse und wie sich der Blutzuckerverlauf entwickelt und mir entsprechende Hinweise gibt. Aber keine war dazu bereit. Ärzte helfen nicht wirklich, man kann sich nur selber helfen. Eine traurige Erkenntnis. Um sich selber zu helfen muss man viel lesen und die Seiten von Ute und Dr. Schnitzer lieferten die notwendigen Informationen und motivierten. Im Netz gibt es viele Seiten. Es gibt viel Mist und Widersprüchliches, aber wer intensiv sucht findet hervorragende helfende und informative Seiten. Da ich ein Rohkostfreund bin, hat mich immer interessiert: Wie mach ich das nun praktisch und da sind Utes Seiten genial, obwohl ich nicht ein Gericht genauso  nachgemacht habe wie sie. Ihre Sahne und Ihre Schleckereien lass ich weg.

Ich muss feststellen, Ernährung hat einen weitaus größeren Einfluss auf unseren Gesundheitszustand als ich das jemals für möglich gehalten habe. Deshalb habe ich die 3 Jahrzehnte ungesunde Ernährungsweise beendet und versuche nun weiter nach den Prinzipien von Bruker, Dr. Schnitzer und Ute 🙂 zu leben. Zu meinem 60. Geburtstag in Jahresmitte will ich noch 5 Kg abgenommen habe.

Als mein Fernziel strebe ich eine Urkosternährung a la Franz Konz an. Deshalb beginne ich in diesem Frühling  mich mit Wildkräutern zu beschäftigen. Auf meinem Grundstück im Barnim habe ich genügend Möglichkeiten, um diese bei meinen Salaten einzubauen. Aber dies ist schon wieder ein anderes Thema.

Ich wünsche mir die Kraft, dass ich den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit meiner Frau weiter gehen kann.

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11 Gedanken zu “Gastbeitrag: eine Vollwertgeschichte

  1. mialieh 22. März 2011 / 18:04

    Ich wünsch dir die Kraft auch!

  2. Mitleser 22. März 2011 / 18:50

    Respekt! Mich verblüfft, wie schnell sich dein Zustand gebessert hat. Schulmediziner behaupten ja, dass Diabetiker gerade wegen ihrer Krankheit nur schwer abnehmen.

  3. Frank 22. März 2011 / 22:53

    Eine fast unglaubliche Geschichte … und gerade deshalb um so schöner! Außerdem zeigt sie mir, dass es nie zu spät ist, den richtigen Weg einzuschlagen, denn diese Angst verfolgt mich schon ziemlich lange. Du hast sie mir ein gutes Stück genommen! Danke dafür 🙂

  4. Andreas 23. März 2011 / 08:16

    Au ha ein schöner Text.
    Was ist trotz solcher unglaublichen Ergebnisse nicht verstehe. Warum es andere Leute nicht einfach versuchen. Sie müssen doch kein Vollwertprodukt von der Firma „Vollwert“ für viel Geld bestellen.
    Stattdessen finden die Leute so eine Verbesserung so, als wenn man das Meer spalten würde, oder übers Wasser geht.
    Wenn sie aber es an sich ausprobieren würden, so würden sie eine Verbesserung merken, in welcher Form auch immer.
    Lieber Schreiberling mach so weiter und genieße deine neu gewonnene Freiheit. Auf das sie noch viele Jahre anhält und du nicht mehr rückfällig wirst.

  5. Indeego 23. März 2011 / 12:40

    Super!
    Ich freue mich jedesmal, wenn jemand so konsequent die Umstellung schafft und dann prompt mit einer sehr viel besseren Gesundheit „belohnt“ wird.

    Bei den Fällen, wo das nicht eintritt, kann man ja sicher sein, dass geschummelt wurde („ach, GAR kein Zucker???“)
    😉

    Ich wünsche Dir viel Kraft und ebensoviel Genuß bei Deinem weiteren Weg!

  6. Daniela 23. März 2011 / 12:41

    Ein sehr eindrucksvoller Bericht! Respekt für Ihre Initiative und Ihre Konsequenz, Neues auszuprobieren und auf Grund des Erfolges auch dabei zu bleiben!
    Weiter alles Gute auf Ihrem Weg!

  7. Bettina 23. März 2011 / 18:33

    Der Verfasser hat doch neulich schon das Rohkosttagebuch kommentiert und da war ich schon sehr beeindruckt. Mich würde auch interessieren ob die Ehefrau trotz „Schummeln“ Erfolge erlebt.
    Ich wünsche weiterhin ein gutes Durchhaltevermögen und Genesung.

  8. Yvonne 23. März 2011 / 19:23

    Sehr beeindruckend, die Entschlossenheit (wohl entstanden aus der Leidensgeschichte) verdient hohe Anerkennung! Aber im Grunde ganz plausibel, dass die Umstellung anschlägt. Erschreckend, dass Brukers vor Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse in der Ärzteschaft nicht berücksichtigt werden. Und schlimmer, wenn Ärzte ein „erfolgreich lebend“ Beispiel mit Folgen der gesunden Ernährung, dokumentiert anhand der Laborwerte, vor sich haben einfach ignorieren. Die Arroganz ist unerträglich.

  9. Axel 24. März 2011 / 20:22

    DANKE für die Wünsche und Bemerkungen – meine Frau hat auch schon erste Gewichtsverluste – wir gehen am Wochenende zur Rohvolution ins FEZ, um weitere Anregungen zu erhalten – in meinem Betrieb gab es auch schon Bemerkungen, wie „du hast aber abgenommen“ – Darüber freut man sich und das motiviert

    • OneBBO 24. März 2011 / 20:25

      Die Reihenfolge ist ungewöhnlich, erst Gastbeitrag, dann Kommentar, dennoch nichtsdestoweniger „Herzlich willkommen mit deinem Kommentar auf diesem Blog“ 🙂

  10. payoli 26. März 2011 / 13:57

    Leider sind meine Erfahrungen als Gesundheitstrainer, dass erst der Leidensdruck groß genug sein muss, bevor ev. etwas verändert wird an der Lebensweise.
    Dennoch herzlichen Glückwunsch, lieber Axel.
    Wie einfach und lecker Wildkräuter genutzt und zubereitet werden können, hatte ich erst gestern auf meinem ‚paradise your life‘- Blog gezeigt …
    Liebe Grüße!

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