Sparsam bis zum Geiz

Kommentar vom 30. März 2011: Sparwut

An alle, die dies lesen, bitte beachten: Es geht mir hier nicht darum, eine einzelne Person herauszugreifen. Ich nehme lediglich etwas, dem ich häufiger begegne, als ANLASS, einen Standpunkt von mir klarzumachen. Dies möge sich bitte jeder vor Augen halten, der den folgenden Text liest.

Ich las letztlich folgende Suchmeldung in einem thematisch entsprechenden Forum:

„Ich suche „Unsere Nahrung – unser Schicksal“ bis max. 10€ inkl. Bücherporto. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand meldet der es viell doppelt hat oder nicht mehr braucht.“

Mich macht eine solche Unverschämtheit sprachlos. Bloß nichts ausgeben, wir fröhnen in Deutschland dem Geiz. Bloß nicht dem emu-Verlag ein paar Euro zukommen lassen, der überhaupt dafür sorgt, dass Brukers Bücher noch gedruckt werden und sicherlich nicht in den Millionen erstickt. Das Buch kostet neu 17,50 Euro, ohne Porto, bei Online-Buchläden und somit auch im Buchhandel. Da hat derjenige nicht einmal diese 7,50 Euro extra, um in Gesundheit zu investieren? Wer in thematisch entsprechenden Foren ein wenig herumliest, muss ja schon darüber gestolpert sein, dass dieses Buch eine Lebenswende sein kann. Andererseits scheint der Verfasser wirklich an allem zu sparen, nicht nur an Euro, sondern auch an Buchstaben, denn das Wörtchen „vielleicht“ wollte derjenige nicht einmal vollständig schreiben, zu viel Text, es musste gekürzt werden. Auch ist es doch bemerkenswert, dass in diesen zwei Sätzen noch zwei Abkürzungen auftauchen. Was für ein beispielloser Geiz.

Ich glaube einfach nicht, dass es jemandem an diesen 7,50 Euro mangelt. Wetten derjenige ziert sich bei einem T-Shirt nicht, ob es nun 10 Euro (inklusive Porto!) oder 17,50 Euro kostet, ob die neuen Schuhe mit 90 oder 97 Euro ausgezeichnet sind? Wetten, dass auch nicht um 7,50 Euro gefeilscht wurde, als es darum ging, den PC zu kaufen, mit dem die Online-Verbindung hergestellt wurde, um diese Botschaft aufzusetzen?

So viel Arbeit steckt in dem Buch. Und bei allem, was ich an der GGB zu kritisieren habe: Sie sind kein Halsabschneider-Verein, der in die eigene Tasche arbeitet, sie sind die einzigen, die Brukers Lebenswerk für uns aufbereiten. Das erkennt jeder, der einmal dort gewesen ist. Brukers Lebenswerk um 7,50 Euro zu prellen finde ich peinlich.

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72 Gedanken zu “Sparsam bis zum Geiz

  1. Bernd 30. März 2011 / 18:58

    wer weiß, wie viel Enttäuschungen diese Frau schon hinter sich hat?

    Von wirklich JEDEM Produkt, egal ob Buch, Kurs, CD oder sonstwas, findest Du haufenweise Leute, die begeistert davon sind. Das sagt gar nichts.

    Und: woher soll sie wissen, dass gerade Vollwert das Richtige ist? Das geschriebene Wort von Norman Walker, der DGE, Franz Konz, Markus Rothkranz oder Jasmuheen, das alles hört sich doch auch erstmal schlüssig an – ebenso schlüssig wie die Stimmen die vor Vollkorn warnen. Wem aber soll man glauben, wenn man doch selbst keine Ahnung hat? Was soll der Maßstab sein? Würde man bereits wissen was gut und richtig ist, hätte man nie nach derlei Literatur zu suchen begonnen…..

    Man kann unmöglich alles kaufen, in der Hoffnung dass sich irgendwann einmal ein Gefühl dafür einstellen möge, wem man nun glauben kann und wem nicht. Ich erkenne mich da in vielem wieder, und würde ihr niemals Geiz unterstellen.

    • OneBBO 30. März 2011 / 19:11

      Sie hätte auch einfach bei Ebay oder in einem Online-Shop gucken können, ob sie es gebraucht bekommt (gibt’s dort für den Preis). Dann würde ich deinen Argumenten folgen können – hätte natürlich auch nichts davon gewusst. Aber in einem Bruker-Vollwert-Forum danach zu fragen, finde ich bemerkenswert. Dann noch mit 3 Abkürzungen in zwei Sätzen. Keine Höflichkeit, nichts – nur schrappen. SO schreibst du nicht! Das gehört ja zusammen.

      • Bernd 31. März 2011 / 07:40

        ich möchte einfach über niemanden den Stab brechen, den ich nicht wirklich kenne.

        Wer weiß schon wirklich, warum gerade diese Frau in gerade dieser Weise gerade diese Nachfrage anstellt?

        • OneBBO 31. März 2011 / 07:56

          Wenn ich über niemanden den Stab brechen möchte, kann ich die Hälfte meiner Beiträge hier streichen, oder?

          Ich kann auch Verständnis aufbringen für all die armen Ärzte, dies es einfach nicht besser wissen und die aufgrund einer unglücklichen Kindheit auch nicht bereit sind, zu erkennen, warum Vollwertnäherung zur Gesundheit führt.

          Nach wie vor finde icih diesen Fall typisch, für das, was häufig abläuft und was ich eben nicht gutheiße.

          • Bernd 31. März 2011 / 09:05

            Das Traurige ist doch, dass Ärzte (meine ich) genauso oft (oder gar öfter?) an Bluthochdruck etc. erkranken.

            Ich denke einfach, dass dahinter mehr steckt als einfach nur ein Erkennen-Wollen. Vielleicht sind viele Menschen einfach so, dass sie sich erst für Veränderungen öffnen, wenn sie wirklich von der Angst um die eigene Haut ergriffen sind. Oder vielleicht hängt es tatsächlich mit der Kindheit zusammen, wie leicht (oder schwer) jemand bereit ist, sich zu öffnen. Ich weiß es nicht.

  2. mialieh 30. März 2011 / 19:33

    Wahrscheinlich denkt die Frau immer noch in alten Saturn-Bahnen: Geiz ist geil… dabei hat Saturn doch jetzt den Werbespruch gewechselt: Geil ist geil. Viel besser! Oder?

    • OneBBO 30. März 2011 / 19:38

      Eine ungeheure Verbesserung, räusper…

  3. Yvonne 30. März 2011 / 20:08

    Ich lese aus der Anfrage auch eher einen sportlichen Ehrgeiz, nach einem Schnäppchen zu jagen. Es liest sich nicht als Suche nach günstigen Büchern, weil man finanziell nicht gut gestellt ist. Wobei man ein absolutes Urteil vermutlich nicht fällen kann.
    Media Markt hat lange Zeit mit der Geiz-ist-geil-Kampagne eine Haltung (Geiz, bekanntlich eine der 7 Todsünden) öffentlich immer wieder hinausposaunt, die einfach abstoßend ist. Es ging ja nicht um sparsamen und umsichtigen Umgang mit den Dingen der Welt. Bedürftige Menschen fanden das bei Media-Markt sicher auch nicht lustig oder gar konsumanregend. Überall gibt’s die Schnäppchen-Läden („1-Euro-Discounter“), die uns mit billigem Schrott überhäufen – alles passt sich dem billigen Made in China oder sonstwoher an. Der Level sinkt. Aber klar, es soll auch nicht langlebig sein, wenn’s kaputt ist, auf den Müll damit! Ich hatte mal meine 30 Jahre alte Armbanduhr (mechanisches Uhrwerk, Gehäuse etwas mehr als 1 mm Durchmesser) zum örtlichen Uhrmacher gebracht. Musste ich mir den Vorwurf anhören, die Uhr sei so klein, man könne so schlecht reparieren (weil sie den Gehäusedeckel verkratzt haben)! Ja was…, das waren früher die typischen Geschenke der Firmpaten, also gängige Uhren! Man steht dann vor der bräsigen Ladeninhaberin da als Depp, der mit so einem Fossil die moderne Quartz- Batterien-Welt stört. Kaufen und wegwerfen. Der Bürger wird andererseits zum Wertstoffhof gejagt und dort von grünberockten Hilfssheriffs rumkommandiert, der Ursprungsmüll wird aber nicht weniger. 😦

    • OneBBO 30. März 2011 / 20:21

      Mit den Uhren ist echt schlimm, das stimmt – da sind manche neuen Uhren billiger als eine neue Batterie.

      • Frank 30. März 2011 / 22:47

        Wie gut, dass ich nicht eine einzige Armbanduhr besitze 🙂 Ich habe mich immer schon gefragt, was man daran so toll und unentbehrlich finden mag. Meine erste Armbanduhr habe ich zu meiner Konfirmation bekommen. Das ist jetzt mehr als 30 Jahre her und es war die erste und letzte Armbanduhr meines Lebens … wieviel Batteriegeld ich da wohl gespart hab 😉

        • OneBBO 31. März 2011 / 06:51

          Du bist sicher Millionär 🙂

    • mialieh 31. März 2011 / 08:58

      Es war Saturn 😯

      • Franz 31. März 2011 / 09:25

        Saturn und MediaMarkt gehören zum gleichen Konzern, der Media-Saturn-Holding GmbH, die wiederum zur Metro-Gruppe gehört. Am Ende fließt das Geld also eigentlich in die gleich Kasse.
        Das wäre sicher auch ein spannendes Blog-Thema.

        • OneBBO 31. März 2011 / 09:27

          Oh ja wäre es…. Wenn du da etwas weißt, würde ich dich gerne für einen dementsprechenden Gastbeitrag gewinnen, denn ich kann da nur raten. Und ich schreibe nicht gerne über Gerüchte bei so wichtigen Dingen.

      • Yvonne 31. März 2011 / 19:52

        Oh, stimmt ! Aber mir erscheinen die beiden gleich in ihren Werbeauftritten.

        • mialieh 31. März 2011 / 20:47

          Mediamarkt war „Ich bin doch nicht blöd“ und der blöde Mario Barth… grchchch… das Niveau ist zum Verwechseln ähnlich 🙂

  4. Rene 30. März 2011 / 21:13

    Hm, als ich schaue aber auch oft ob ich Bücher die mich interessieren irgendwo gebracht bekomme. Also Ebay, gebraucht über Amazon oder am Flohmarkt. Meine erste Ausgabe von unsere Nahrung – unser Schicksal habe ich z.B. für 3 € auf dem Flohmarkt gekauft, später dann eine aktuellere Auflage Neu in der Buchhandlung. Auch die anderen Bücher von Bruker die ich bis jetzt gelesen habe, habe ich dann neu in der Buchhandlung gekauft, einfach weil ich dann wusste das sie es auf jeden Fall wert sind.

    Gerade wenn ich Anfange mich für ein Thema zu interessieren oder mir nur mal einen groben Überblick verschaffen will schaue ich immer ob ich die ersten Bücher dazu irgendwo gebraucht bekomme. Vor allem wenn ich mir noch nicht sicher bin ob ich mich tiefer damit befassen will.

    Sehe da drin jetzt weniger ein Problem. Klar, ich weiß dass das Buch (und auch die anderen) von Bruker das Geld wert sind, heute würde ich auch jederzeit 50 € dafür zahlen. Aber gerade wenn man erst anfängt sich einzulesen oder nich die Möglichkeit hat z.B. im Laden mal reinzublättern kann ich schon verstehen das man erst mal schaut ob man es irgendwo gebraucht bekommt. Mache ich ja ganz oft genauso. Bei knapp 3000 Büchern hätten mich die Bücher wohl sonst wirklich schon in den Ruin getrieben 😆 )

    • OneBBO 31. März 2011 / 06:52

      Ich kaufe auch viele Bücher gebraucht. Die Frage ist, und das habe ich ja weiter oben schon in einer Antwort geschrieben, wo und wie ich das dann tue.

  5. Andreas 30. März 2011 / 21:40

    Sie hat ja nicht gefragt, ob ihr jemand in ein paar Sätzen das Buch erklärt.
    Das wär purer Geiz 🙂
    Es ist schwierig mit den Büchern. Es gibt viele Bücher, die nicht mal das Papier wert sind auf dem sie gedruckt wurden. Wenn ich von vornherein weiß dass es ein gute Buch ist, bin ich bereit ein hohen Preis zu zahlen.

    • OneBBO 31. März 2011 / 06:55

      Ich bekomme manchmal Emails mit so Fragen wie „Können Sie mir mal erklären, was ich bei der Umstellung auf die Vollwert beachten muss, was Brukers Grundthesen sind und welche Getreidemühle im Vergleich die beste ist“. Wenn ich dann auf die Telefonstunde verweise, rufen die wenigsten an. Von den meisten höre ich nie wieder was, gerade von denen mit den ausufernden Fragen. Diese erwarten dann also von mir, dass ich mich hinsetze, 3 Stunden Email schreibe – natürlich auch für nichts.

      • Andreas 31. März 2011 / 08:42

        ja so eine ähnliche Mail hast du ja von mir auch bekommen 🙂

        Ich glaub aber das auch einige einfach ängstlich sind sich mit etwas fremden, was nach Meinung vieler nicht normal ist zu beschäftigen ohne ihr Gesicht in der Gemeinschaft zu verlieren. Deswegen melden die sich kurz und dann verwerfen sie es wieder, um nicht den Spott und dem Unverständnis ihres Umfeldes ausgesetzt zu sein.
        Denn es gibt nur wenige, die das wirklich verstehen wollen.

        • OneBBO 31. März 2011 / 08:50

          Du hast aber angerufen und du hast dir das Buch gekauft, nachdem ich dir gesagt habe, dass ich dir das nicht vorbete 😉

          Ich denke nach wie vor, es ist Bequemlichkeit – sonst würden sie mich ja auch nicht per Mail fragen

  6. Marienkäfer 30. März 2011 / 22:08

    Ich bin absolut nicht damit einverstanden, wenn über andere derart gelästert wird.

    Ich muss die Meinung nicht unbedingt teilen, wenn jemand günstig Bücher kaufen möchte. Doch ich respektiere das.

    • Frank 30. März 2011 / 23:00

      Ich stimme mit Marienkäfer vollkommen überein! Ernährungslehren gib es mehr als Sand am Meer und nachdem ich viele Euro in Low Fett Dingenskirchen und noch viele viele viele mehr Euro ins große W gesteckt habe, kann ich eine gesunde Skepsis gegenüber einer weiteren Lehre mehr als verstehen. Wie wertvoll etwas für jemanden ist, kann man meist erst dann beurteilen, wenn man es hat … vor allem dann, wenn man vorher oft enttäuscht wurde. Ich spreche da aus Erfahrung 🙂

    • OneBBO 31. März 2011 / 06:57

      Meinen Stil zu mögen ist auch jedermanns freie Wahl. Ich habe auch schon, wie du es nennst, über Ärzte und Ernährungsberater „gelästert“. Warum hat das niemanden gestört?

      Ich habe ein Beispiel für viele genommen, um einen Trend aufzuzeigen.

      • Frank 31. März 2011 / 08:51

        Stimmt auffallend, wenn man darüber nachdenkt 🙂

        Vielleicht gibt es da weniger Einwände, weil eine Vielzahl von Leuten denkt, die Ärzte und Ernährungsberater hätten es nicht besser verdient 😉

        • OneBBO 31. März 2011 / 09:04

          Gleiches Recht für alle, oder? 🙂

          • Frank 31. März 2011 / 09:25

            Na, lassen wir das mal so stehen 🙂
            Und übrigens hänge ich bestimmt nicht jeden Tag hier im Blog rum, weil mir Dein Stil nicht zusagt 😛

      • Marienkäfer 31. März 2011 / 13:57

        Es ist auch meine freie Wahl, einen Kommentar zu schreiben oder nicht.

        • OneBBO 31. März 2011 / 14:07

          Ja und?

  7. sonnenkind 30. März 2011 / 23:37

    Und 7,50 € können – z.b. für jemanden der studiert und auf jeden Euro schauen muss 😉 – doch viel Geld sein! Davon kann ich mir schon 3 kg Getreide oder ca 2kg Gemüse kaufen. Ausserdem weiß ich nicht was so schlimm daran ist, wenn man Leuten die das Buch eh nicht mehr haben wollen es abkauft. Dann erfüllt es wenigstens wieder einen Zweck und verkommt nicht zum Staubfänger. Ist ausserdem auch umweltfreundlich gebrauchte Dinge zu kaufen -> Müllvermeidung 😉

    • OneBBO 31. März 2011 / 07:03

      Wer 7,50 Euro für Getreide und Gemüse ausgibt, hat vermutlich schon so viel über Ernährung begriffen, dass er gerne noch mehr Geld in ein Buch dazu investiert. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

  8. Franz 31. März 2011 / 07:28

    Kleiner Vorschlag von meiner Seite:
    Wenn ich mich in ein Thema einlesen möchte, dann leihe ich mir die entsprechenden Bücher in der Stadtbibliothek aus. „Unsere Nahrung – unser Schicksal“ ist in jeder halbwegs gut sortierten Bücherei vorhanden.

    • OneBBO 31. März 2011 / 07:32

      Herzlich Willkommen mit deinem ersten Kommentar in diesem Blog, Franz 🙂

      Das ist richtig, das ist noch preiswerter – vor allem zum Einlesen in ein Thema.

    • Bernd 31. März 2011 / 07:46

      eben DESHALB wundert es mich so.

      Mir scheint, sie zieht die Möglichkeit einer Bibliotheksausleihe gar nicht in Betracht….. das deutet darauf hin, dass sie eher den unteren Bildungsschichten angehört.

      Dies würde auch ihre Wortwahl erklären. Wer zwischen Teletubbies/Spongebob und Big Brother aufwächst, die wird es schwer haben, die von Ute verlangten kommunikativen Kompetenzen zu entwickeln.

      OK das ist alles Theorie…. aber genau das meite ich wenn ich schrieb: „wer weiß schon wirklich…“

      • OneBBO 31. März 2011 / 07:59

        Untere Bildungsschicht schützt nicht vor gesundem Menschenverstand.

        Wenn diese Frage ein Einzelfall wäre, hätte ich mich vermutlich gar nicht dran gestoßen. Es ist aber eine Art aufzutreten, diese ich-will-alles-für-nichts-Mentalität (oder eben für wenig). Und genau diesen Trend nehme ich hier unter die Lupe, eben anhand eines Einzelfalls.

        • Bernd 31. März 2011 / 08:57

          …. und was ist ein Verstand ohne Wissen?

          Es kann ja gut sein, dass Du richtig liegst. Gegen meine Vermutung spricht z.B. die vernünftige Kommasetzung, das korrekte Zitieren des Buchtitels (mit Anführungszeichen), sowie überhaupt die gesamte Orthographie inklusive Groß- u Kleinschreibung. Das ist ziemlich untypisch für jemanden mit niedrigem Bildungsniveau.

          Dennoch kann es ebensogut sein kann, dass Du falsch liegst und hier jemandem Unrecht tust.

          Mehr wollte ich gar nicht zum Ausdruck bringen.

          • OneBBO 31. März 2011 / 09:06

            Es kann immer sein, dass ich mit meinen Ausführungen hier jemand speziell Unrecht tue. Das Risiko gehe ich ein. Auf die Gefahr der Wiederholung: Es ist EIN Beispiel für einen Trend.

            Orthographie ist schon lange kein Zeichen mehr für Bildung. Was ich da schon gesehen habe von promovierten Menschen – die glauben online & in Emails ist das nicht zu wichtig – ist um nichts besser.

      • Andreas 31. März 2011 / 08:47

        Alles über einen Kamm zu ziehen ist keine Lösung. Und diese Schlussfolgerung aus den zwei Zeilen zu ziehen ist schon heftig. Ich habe bestimmt auch schon mal in irgendeinem Forum einen wenig geistreichen Zweizeiler hinterlassen.
        Deswegen bin ich nicht Bildungsfremd.
        Umsichtig sollte man bei solch einer Aussage sein.

  9. Franz 31. März 2011 / 07:56

    @Bernd: „das deutet darauf hin, dass sie eher den unteren Bildungsschichten angehört“ – diese Aussage finde ich jetzt allerdings schon sehr gewagt…
    Außerdem sind weder Bibliotheken noch die Vollwertkost ein Privileg gehobener Bildungsschichten.

  10. OneBBO 31. März 2011 / 09:19

    @Bernd: Für alles gibt es Erklärungen. Krasses Beispiel: Jeder Mörder hat seine Geschichte, die sein Verhalten erklärt. Dennoch wird er bestraft. Willst du ihn laufen lassen, nur weil du seine Tat erklären kannst?

    Genauso gut hat jeder Arzt eine Geschichte, die seine Bockigkeit erklärt, dennoch dürfen wir ihn kritisieren.

    Ich hätte auch eine abstrakte Abhandlung über Geiz schreiben können und über Unhöflichkeit. Ich finde es nämlich unhöflich, in einer kurzen Quasibettel-Anfrage drei Wörter abzukürzen. Das ist aber so ein typisches, plastisches Beispiel, an dem sich meine abstrakten Gedanken illustrieren lassen.

    Anderes Extrem-Beispiel: Wenn endlich wieder Qualität, und nicht der Geiz Vorrang hätte, wäre uns vielleicht das jetzige Problem in Japan in diesem Ausmaß erspart geblieben (dort wurde, wenn ich das richtig gelesen habe, u.a. am Stahl gespart)

    • theomix 31. März 2011 / 10:23

      Richtig, wieder mal ein fall von „hatte eine schwere jugend“. Wahrscheinlich haben die eltern ihr kind durch zwangslektüre von ledergebundenen büchern mit goldschnitt gequält.
      Da ist doch klar, die MUSS so handeln. So wenig verständnis, tse… :mrgreen:

      • OneBBO 31. März 2011 / 10:34

        😛

    • Bernd 31. März 2011 / 13:55

      hm, und Du findest nicht, dass es einen Unterschied macht, ob jemand in einem ordentlichen Gerichtsverfahren des Mordes übeführt worden ist bzw. als Arzt nachweislich verantwortunglos handelt, oder ob jemand, von dem nichts bekannt ist außer eines – in Deinen Augen unpassend formulierten – kaum 3 Zeilen langen Postings, deswegen gleich des Geizes angegklagt und verurteilt wird?

      • OneBBO 31. März 2011 / 14:05

        Ich nehme gerne extreme Beispiel, wenn ich ein Prinzip verdeutlichen möchte.

        Es geht hier auch nicht um Verurteilung. Ich wiederhole mich gerne: Ich sehe dieserlei Dinge immer wieder und finde das einfach ein schönes Beispiel, um meine Ansicht zu übermäßiger Sparsamkeit darzustellen.

        Hier ist kein Gericht, ich klage niemanden an, ich verurteile niemanden. Es muss ja auch niemand meine Meinung teilen, einige tun das ja nicht, wie ich hier immer wieder lese. Das ist ja auch okay. Ich habe einen Dreizeiler zum Anlass genommen, um an einem konkreten Beispiel zu zeigen, was ich von dieser modernen Sparsamkeit um jeden Preis halte.

        Es steht der betreffenden Person, falls sie dies liest, ja auch frei, sich in einem Kommentar Luft zu machen.

        Vor wenigen Tagen hatte ich an einem ähnlichen Beispiel (Getreidehersteller) auch etwas herausgearbeitet. Das fand niemand schlimm, nicht mal die Schreiberin der Zeilen selbst.

        Warum erregen sich hier alle so? DAS finde ich nämlich auch eine interessante Frage 🙂

  11. OneBBO 31. März 2011 / 09:29

    @Frank: Das war meine Antwort auf Marienkäfer, wenn du mal die Strichlein verfolgst (das ist manchmal etwas verwirrend, ich weiß 😉 ). Dir hatte ich auf deinen Eintrag ausnahmsweise mal nicht geantwortet, weil ich ja nicht immer etwas zu sagen habe 🙂

    • Frank 31. März 2011 / 09:40

      Jaaaahaaa … manchmal bin ich Morgens offensichtlich doch noch ein wenig überfordert … trotz FKG 😉

    • theomix 31. März 2011 / 10:24

      Da haben wir’s: DU geizt mit worten.

      • OneBBO 31. März 2011 / 10:31

        Bin eben lernfähig 🙂

  12. Laura 31. März 2011 / 15:43

    Ich finde diese Verurteilung in der Form zu krass.
    Ich bin Studentin und kann mir wirklich sogut wie gar nichts leisten.
    7,50€ sind für mich verdammt viel Geld.
    Und nein, ich bin nicht geizig, ich bin schlicht und einfach froh wenn mein monatliches Budget soweit zum Leben reicht und ich mich halbwegs gesund damit ernähren kann. Wer nie mit 150€ monatlich klarkommen musste kann das glaub ich schlecht beurteilen.
    Und nein, ich rauche nicht, trinke nicht, geh abends nicht weg und ich hab mir seit 2 Jahren keine neuen Klamotten mehr gekauft.
    Ich finds völlig legitim, gebrauchte Bücher zu kaufen, wenn ich sie gerne lesen möchte und das entsprechende Exemplar nicht in der Bibliothek finde.

    Ich kann mich natürlich schlecht ernähren und auf Bildung verzichten, weil mir diese Dinge als Mensch mit wenig Geld ja offensichtlich nicht vergönnt sein sollen….

    • OneBBO 31. März 2011 / 15:48

      Herzlich Willkommen, Laura, mit deinem ersten und hoffentlich nicht letzten Kommentar auf diesem Blog 🙂

      Es müssen nicht alle Leser und Leserinnen meine Meinung teilen – wie wir heute sehen, gibt es viele Gegenmeinungen. Genau wie an anderen Tagen vermutlich Ärzte und Ernährungsberater(innen) sich über das ärgern, was ich schreibe.

      Eines nur am Rande: Ich bin auch einmal Studentin mit knapper Kasse gewesen. Ich rede also nicht „aus dem immer vollen Bauch“.

      In einem der Kommentare (es sind wahrscheinlich zu viele, um sie alle zu lesen) erwähnte ich auch, dass ich nicht prinzipiell dagegen bin, gebrauchte Bücher zu kaufen, im Gegenteil. Es war u.a. der Ort, an dem das ausgesprochen wurde.

  13. Frau Rauf und Runter 31. März 2011 / 20:25

    Hab jetzt fast alle Kommentare gelesen 😛

    @wenig Geld
    damit müssen viele klar kommen, meist könnte man sich, wenn man sich das Geld richtig einteilt einiges mehr „leisten“ als momentan drin liegt :mrgreen: mir gehts manchmal auch so!

    @Bücher occ. kaufen
    mache ich auch sehr oft! Finde dabei nix verwerfliches. Die Platzierung des Inserates, sprich in einem Forum wo’s um dieses Thema ging find ich allerdings auch etwas suspekt, gibts doch mit Ebay & co. soviele Möglichkeiten, oder wie auch beschrieben die Bibliotheken usw.

    gehört zwar nicht zum Thema, aber trotzdem:

    @Bibliotheken
    habe manchmal schon etwas das Gefühl, dass dieses Angebot von viel zuwenig Menschen genutzt wird, vor allem bildungsfernere Gesellschaftsschichten kennen keine Bibliotheken 😦 leider! Leider sind eben auch grad diese Gesellschaftsschichten, welche Kinder in unsere Welt setzen, die nur noch Fast Food und Spielkonsolen kennen 🙄
    ➡ so, jetzt könnt ihr mir den Kopf abreissen 😛 ich arbeite mit Kids im Alter zwischen 12-17 Jahren… nur so als Hintergrund 😉 und weiss schon in etwa, von was ich schreibe 😉

    • OneBBO 1. April 2011 / 06:22

      @wenig Geld: Oh ich wurde letztlich als „reich“ beschimpft. So ist das, wenn man sich etwas leisten kann wie einen Thermomix. Wobei ich nicht behaupte, dass ich arm bin, so vermessen bin ich nicht. Aber zwischen reich und mir liegen doch noch etliche Stufen 😉

      Danke auch für den Einblick in die Fast Food- und Spielkonsolenwelt. Ich reiße deinen Kopf nicht ab, denn ich höre gerne alle Erfahrungen.

    • mialieh 1. April 2011 / 08:54

      Das hier ist jetzt vielleicht ein kleiner Nebenschauplatz zu den 7,50 Euro oben. Aber: das Reden von „den bildungsfernen Gesellschaftsschichten“, die nur rammeln und werfen, fressen und fernsehen und damit das Niveau „unserer Gesellschaft“ senken, finde ich hochriskant. Was kommt als nächstes? Ein kleiner Exkurs über das Buch von Thilo Sarrazin? Über dessen Niveau lässt sich ja wohl auch streiten! Ich finde das deshalb riskant, weil wir damit von der demokratischen Verfasstheit des Staates abrücken und nicht mehr am Ideal der Gleichheit arbeiten, sondern eine Ständegesellschaft festschreiben.

      • OneBBO 1. April 2011 / 08:57

        So hat das hier niemand gesagt!

        Dass es aber Misssstände gibt und nicht alle Menschen gute Menschen / Eltern sind und da manchmal gewisse Zusammenhänge beobachtet werden können, auch dafür sollte Platz in einer Diskussion sein.

  14. sonnenkind 31. März 2011 / 22:35

    Meeensschh!
    Das Thema regt aber die Gemüter… 😉

    51 Kommentare: ich schätze mal das ist fast Rekord?! 🙂

    • OneBBO 1. April 2011 / 06:16

      Ist offenbar ein heißes Thema, ja, fiel mir auch auf. Rekord ist es nicht, ich meine die Religionsdebatten waren noch stärker kommentiert – vor allem, da ich da kaum teilgenommen habe, waren ja Gastbeiträge.

  15. Indeego 1. April 2011 / 08:06

    Kaum lässt man Euch mal alleine 😀 hier ist ja echt was los!

    Was mir zu dem Thema einfällt ist der Trend zum: ich will alles, aber billig/umsonst und sofort und am besten kümmert sich ein anderer darum.

    Gerade im Forum beobachte ich das auch schon ne Zeitlang; da wird gerne mal nach Rezepten gefragt (in einem Satz), anstatt sich auch mal selbst auf die Suche zu machen oder etwas auszuprobieren.
    Neiiin, dafür können die anderen sich ja wund-googlen.

    Diese „erledigt ihr das bitte für mich und setzt es mir mundgerecht vor“-Mentalität ist extrem nervig! Das hatten wir hier auch schon an anderer Stelle und es verliert einfach nicht an Aktualität. 😛

    • OneBBO 1. April 2011 / 08:14

      Tja, dann denke dran: Lass uns nie wieder alleine 😉

      Sich selbst auf die Suche machen? Oder gar noch ein Buch lesen? Du erwartest wirklich viel von deinen Mitmenschen…

      • Indeego 1. April 2011 / 08:26

        Zum Glück gibt es ja wohltuende Ausnahmen, ich wollte hier auch nur einen Trend aufzeigen.
        Man muss/sollte sich eben frei von der schönen Vorstellung machen, dass VWK-Interessierte auch sonst schon in anderen Lebensbereichen dort angekommen sind, wo wir (zum Teil) hingefunden haben.
        Das ist ja bei uns auch nicht über Nacht passiert 😉

        (OMG, ich werde doch heute nicht meinen toleranten Tag haben????)

        • OneBBO 1. April 2011 / 08:47

          Du solltest mal wieder ein Stückchen Würfelzucker essen, dann ist diese Toleranz schnell wieder weg 😛

  16. indeego 1. April 2011 / 08:50

    Damit werde ich wohl leben müssen *Handrücken theatralisch an die Stirn hebt*

    • OneBBO 1. April 2011 / 08:51

      Die Geste kleidet dich, BITTE ein Foto!!

  17. indeego 1. April 2011 / 08:55

    Da muss ich erst in die Maske…

  18. Hanno 1. April 2011 / 09:35

    Ist eigentlich diese misanthropische, bildungsarrogante und auf-andere-Herabschauen Attitüde wie sie hier von einigen zelebriert wird eine Nebenwirkung vollwertiger Ernährung?
    Und erstaunlich wie wenigen hier das auffällt. Ein wenig selbstkritisches Denken könnte da vielleicht helfen. Ihr seid auch nicht mehr wert als die „bildungsfernen Schichten“ nur weil ihr anders esst.

    • OneBBO 1. April 2011 / 09:43

      Wie schön, Hanno, dich auf diesem Blog begrüßen zu dürfen.

      Hier hat kein einziger Kommentator einen Zusammenhang zwischen dem Wert eines Menschen und seiner Bildung hergstellt. Oder habe ich da in meinem vollwertigen Rausch etwas überlesen? 😉

      Dank für die Einführung des Wortes „misanthropisch“ auf diesem Blog, ich glaube das hatten wir noch nicht. Wikipedia erklärt es gerne.

      Bist du übrigens mehr wert als die anderen Kommentatoren hier, weil du offenbar antimisanthropisch und bildungsbescheiden bist? Und schaust du nicht zufällig auf einige Kommentatoren hier herab?

      Danke für den wertvollen Beitrag.

    • A. 1. April 2011 / 09:57

      🙂 🙂 🙂 Was für eine Antwort. Ich kriege mich nicht mehr ein….

  19. Hanno 1. April 2011 / 10:01

    Nein, ich schaue sicher nicht auf andere herab. Ich versuche hier nur einen Spiegel hinzuhalten.
    Wie gesagt, die Beiträge mit einer gewissen Selbstkritik zu lesen sollte helfen die Arroganz und Misanthropie in und zwischen den Zeilen zu erkennen. Das finde ich sehr unangenehm. Alleine schon der Begriff „bildungsferne Schichten“ unterstellt meines Erachtens eine Wertung.
    Und – BTW – antimisanthropisch gibts nicht, dass nennt sich dann philanthropisch. 🙂

    • OneBBO 1. April 2011 / 10:08

      Echt, lieber Hanno, es gibt wirklich das Wort philanthropisch?

      Mein Ziel ist es übrigens, mich so auszudrücken, dass auch Menschen ohne eine großartige Bildung und ohne Fremdwörterlexikon mich verstehen. Da ist Bruker mein großes Vorbild.

      Daher war das Wort „antimisanthropisch“ als kleiner Scherz gemeint. Aber manchmal nimmt der Spiegel in der Hand so viel Platz ein, dass der Humor halt eine Weile in die Tasche rutscht, gell?

  20. morro 1. April 2011 / 10:46

    Guten Morgen zusammen,

    ich weiß, ich hab hier lange nichts mehr geschrieben.
    …….

    Schönen Tag noch!
    Karin

    • OneBBO 1. April 2011 / 10:52

      Ach es gibt was zu Meckern – wie schön, dass du dann auch wieder da bist.

      Deine wertvollen Anmerkungen musste ich leider streichen, weil sie die Depersonifizierung, die ich gestern vorgenommen hatte, teils wieder rückgäng machen.

      Danke für dein großzügiges Verständnis.

  21. OneBBO 1. April 2011 / 10:55

    Ich schließe hiermit diesen Thread. Ich bitte alle Kommentatoren dies zu akzeptieren. Weitere Kommentare werde ich umgehend löschen.

    Ich habe Besseres zu tun, als auf Kindergarten-Niveau um Förmchen im Sandkasten zu streiten 🙂

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