Bücher nach Gewicht kaufen?

Kommentar vom 10. Oktober 2011:   3 Pfund indische Rezepte

Das „India Cookbook“ von Pushpesh Pant (ISBN 9780714859026; um die 30 Euro) hat einen kleinen Nachteil: Es ist auf Englisch. Wer sich davor aber nicht scheut, sollte sich dieses Buch zulegen, wenn er ein Herz für die indische Küche hat. Ich mag es, dass so unkonventionell mit dem Gewicht des Buchs geworben wird – 1,5 kg! Und 1000 Rezepte. Auch schön: ein vollständig indisches Produkt, also auch aus einem indischen Verlag.

Es ist nicht vegetarisch ausgerichtet, aber die Zahl der Rezepte reicht wirklich aus, um auch Nichtfleischesser glücklich zu machen. Sogar eine Einleitung über die verschiedenen Regionen Indiens können wir lesen. Der Rezeptteil ist ganz klar strukturiert: Jedes Kapitel ist auf eine bestimmte Farbe gedruckt, jede Seite enthält in zwei Spalten zwei Rezepte: Name (indisch), Name (englisch), Ursprung, Zubereitungszeit, Kochzeit und Zahl der Portionen, dann kommen die Zutaten – erfreulicherweise auch in g- und ml-Angaben. Das alleine macht für mich das Buch schon nutzbar, denn ich will mich nicht mit der Umrechnung von „cups“ und „spoons“ herumschlagen.

Die Zubereitungsanweisungen sind auch kurz und klar. Wenn sich eine Anweisung in drei Rezepten wiederholt, wird sie jedesmal neu geschrieben, also kein hilfloses Blättern. Die Fotos können durchaus mit dem mithalten, was derzeit als „in“ gilt für Food Photography: Holzuntergründe (ich hasse sie :razz:), Löffel, die sich zum Betrachter recken. Nur die untergefalteten Servietten fehlen 😉 Aber mal ohne Blödsinn: Mir gefallen die Fotos gut, denn sie sind ästhetisch und dennoch natürlich. Gekochte Hülsenfrüchte sind so, wie wir sie aus dem Topf kennen, leicht breiig. Hier wurde nicht zugunsten der angeblichen Ästhetik getürkt. Recht originell sind die Seitenhinweise bei den Fotos: als wären kleine Preiszettelchen dran geklebt.

Die Kapitel sind: Introduction; Spice Mixtures and Pastes; Pickles, Chutneys and Raias; Snacks and Appetizers; Main Disches (Vegetables, Fish and Seafood, Meat); Pulses; Breads; Rice; Desserts; Drinks. Dann noch ein Glossar mit Erklärungen und ein Verzeichnis von Bezugsquellen (nicht für D) und ein alphabetisches Verzeichnis.

Es gibt auch viele Bilder, die – das senkt die Druckkosten – auf hochwertigem Papier jeweils zu Blöcken konzentriert sind (von früher kenne ich das auch noch aus Kochbüchern), ansonsten ist die Papierqualität nämlich einfach. Und daher ist das Buch relativ preiswert. Ich habe es einmal für 10 Euro gekauft! Mittlerweile ist es wohl teurer, aber auch für um die 30 Euro ist es noch eine tolle Investition.

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5 Gedanken zu “Bücher nach Gewicht kaufen?

  1. culinaria 10. Oktober 2011 / 18:24

    Das hab ich gleich kurzentschlossen bestellt (mit langem Bestellweg über Speedy hen), geht vielleicht als Weihnachtsgeschenk an eine der Töchter weiter, die im Englischen besser zu Hause sind als ich … Obwohl ich fast nur noch nach Anregungen aus dem Internet koche, verringert sich die Anzahl meiner Kochbücher leider bisher nicht, im Gegenteil 😦 …

    • OneBBO 10. Oktober 2011 / 18:26

      Ich hoffe nicht, dass es eines Tages keine Kochbücher mehr zu kaufen gibt, denn ich finde sie wesentlich „inspirierender“ als das Internet. Im Internet schaue ich nach, wenn ich etwas ganz Bestimmtes suche, also z.B. die Kochzeit von schwarzen Bohnen oder Ähnliches oder ein Grundrezept für Tiramisu 🙂 Aber wirklich meinen Kochwissensschatz erweitern kann ich mit Büchern immer noch am besten.

  2. sandra 11. Oktober 2011 / 15:24

    Und ich liebe das Geräusch beim Umblättern 😉
    Ich habe Bücher auch gerne. Man hat sie schnell zur Hand und kosten keinen Strom. Internetflat hin oder her. Wenn mein Englisch besser wäre, hätte ich das Buch auch bestellt.

    • OneBBO 11. Oktober 2011 / 15:27

      Das Englisch ist nicht so schwer. Wenn du einmal die Zutaten raus hast, wiederholt sich ja im Text vieles 🙂

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