Du bist zu dick! Zu dünn!

26. Februar 2012: Gewicht unter Vollwerternährung

„Wer konsequent vollwertig lebt, erreicht automatisch sein ideales Körpergewicht.“

Was für ein Quatsch. Ich glaube nicht, dass ein kluger Kopf wie Dr. Bruker das in dieser Ausschließlichkeit gemeint hat – und wenn, dann sicher in einem großen Zusammenhang.

Es stimmt einfach nicht. Ich kenne zu viele Untergewichtige, die auch mit Vollwertkost Mühe haben, auf ein annähernd normales Gewicht zu kommen. Und immer wieder gibt es auch Menschen, die mit konsequentester Vollwerternährung nicht auf das Gewicht herunterkommen, von dem sie träumen.

Das ist doch ganz einfach: Wer mehr Energie zu sich nimmt, als er verbraucht, nimmt zu. Punkt. Was nicht heißt, dass Vollwertler jetzt doch wieder Kalorien zählen sollen. Ich finde es nur traurig, dass immer wieder Menschen nicht geglaubt wird, die mit dem Übergewicht kämpfen, dass sie konsequent vollwertig leben. Da wird dann immer sofort unterstellt, dass sie „schummeln“. Ja, die Schummler gibt’s natürlich auch. Und dass einem jemand, der selbst spindeldürr ist oder kein Problem mit dem Stoffwechsel hat, nicht glaubt, liegt auf der Hand. Weil diese dürren Menschen, wie das ja viele gerne tun, immer von sich auf andere schließen.

Es gibt einfach auch individuelle Unterschiede bei der Verstoffwechslung. Das wollten früher Ärzte nicht wahrhaben, heute geistert das in der Vollwertecke auch teils rum. Wir schleppen heute häufig nicht nur jahrzehntelange Fehlernährung, sondern auch die Sünden vorheriger Generationen mit uns herum.

Vollwertige Ernährung ist sicher die beste Grundlage für eine Gewichtsreduzierung und auch – wichtiger, als häufig erwähnt werden darf – eine Gewichtserhöhung. Bewegung ist ein weiteres. Ganz, ganz wichtig sind Lebensumstände. Wer unter Stress viel isst, wird das auch als Vollwertler tun und zunehmen – aber nicht so viel wie mit Zivilisationskost und vor allem bleibt er gesünder. Denn auch die Spinnweb-Gedanken in manchem Vollwertkopf „Übergewicht = Krankheitsanfälligkeit“ sollte endlich einmal ausgepustet werden.

Es gibt kein Wundermittel bei zu hohem oder zu niedrigem Gewicht. Wer abnehmen will, muss auch als Vollwertler weniger essen. Der Unterschied ist: Er kann es mit mehr Genuss tun. Und er wird schneller erfolgreich sein. Wichtig ist nicht, ob wir dick(er) oder dünn(er) sind, sondern dass wir gesund sind!

Ich bitte diejenigen, die trotz riesiger Essensmengen mit der Vollwert abgenommen haben, sich hier ihre „besserwisserischen“ Kommentare zu sparen – ich gratuliere ihnen gerne. Ich freue mich für sie. Es gibt aber auch andere, und das bitte ich all diese Menschen endlich, endlich zu respektieren. Wer nicht abnimmt, ist nicht unbedingt willensschwächer als Menschen mit anderem Stoffwechsel oder ein Opfer von Lebensbedingungen, gegen die er sich nicht durchsetzen kann, und auch nicht zu dumm, die Vollwerternährung konsequent durchzuziehen 🙂 Wer hier jetzt wieder einmal das Märchen wiederholen möchte, dass jeder mit Vollwert sein Idealgewicht ganz bestimmt erreicht, möge das zu Hause auf ein Plakat schreiben – ich möchte hier mit denen diskutieren, die andere Erfahrungen gemacht haben 🙂

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32 Gedanken zu “Du bist zu dick! Zu dünn!

  1. Inge Henneberg 26. Februar 2012 / 18:53

    […]
    Beitrag gestrichen. Ich habe EXTRA oben erwähnt, welche Art von Beiträgen ich hierzu NICHT sehen möchte.

    Danke für dein Verständnis.

  2. sternenfrau 26. Februar 2012 / 19:16

    Meine Erfahrung mit einer stoffwechselgerechten Ernährung (die zufällig auch vollwertig war) hat gezeigt, daß die Berücksichtigung der Stoffwechselvorgänge ein wesentlicher Bestandteil ist, ob man zu- oder abnimmt. Und der Stoffwechsel „tickt“ nun mal bei jedem/r anders. Das ist einfach so. Was für den einen super ist, kann für den Stoffwechsel des anderen schlecht sein. Wichtig ist, daß man für sich selber herausbekommt, was einem wirklich gut tut.

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 07:29

      Die Selbstbeobachtung ist ganz bestimmt wichtig. Die funktioniert meiner Meinung nach jedoch nur, wenn du dich schon im Grunde vernünftig (ich schreibe das jetzt mal extra ganz allgemein) ernährst – sonst gibt dir der Körper nämlich keine richtigen Signale.

  3. Yvonne 26. Februar 2012 / 19:52

    In einer BR-Radio-Sendung hat neulich ein Prof. Achim Peters folgendes gesagt: Wenn man bei chronischem Stress mehr isst, sinkt der Cortisol-Pegel, man hat bessere Überlebenschancen (abgesehen von der Belastung der Gelenke). Ein dünner Mensch mit hohem Cortisol-Wert stirbt z.B. eher als ein übergewichtiger an Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auf Intensivstationen hätten Übergewichtige bessere Überlebenschancen.
    In guten Zeiten ohne Stress ist das Dünnsein für das Überleben von Vorteil, das Stresssystem ist hochreaktiv, springt bei kurzfristigem Bedarf sofort mit Ausschüttung des Stresshormons Cortisol an. In dauerhaft unsicheren Zeiten, wie etwa Krieg, Finanzkrise oder bei persönlichen Belastungen haben die Dicken den Überlebensvorteil – durch das niederreaktive Stresssystem und durch den niedrigeren Cortisol-Spiegel. Wie schon die Alten sagten „…dann hast du was zum Zusetzen“ in schlechten Zeiten. Und die „dicke Haut“ schützt.

    Keine Ahnung, ob das alles so stimmt, auf welcher der vielen Studien die Aussagen basieren. Eine übermäßige Belastung der Gelenke sollte bekanntlich vermieden werden. Aber den Menschen diktatorisch auf ein „Idealgewicht“ zu fixieren, ist falsch, weil die Menschen nun mal unterschiedlich sind. Von langen, leptosomen Schlaksen bis zu kleinen molligen Zeitgenossen. Aber eine ganze Industrie lebt von dem Körperkult: Zeitschriften und Bücher mit Anleitung zum Diätenwahn, Pharmaindustrie lieferte die passenden Schlankeitsmittel, Chirurgen verdienen durch Fettabsaugen u.ä. fragwürdige Methoden eine goldene Nase.
    Die Ernährung sollte auf Vollwert umstellt und allmählich ein Gefühl für seinen Körper entwickelt werden. Wir müssen ja nicht gleich bei jedem Magenknurren panikartik zum Kühlschrank sausen, als gings um Leben und Tod. Der Magen ist ein Muskel, der passt sich schon an – bei Unmengen an (auch vollwertigem) Futter dehnt er sich halt aus, gutmütig wie er is(s)t 😉

    • OneBBO 26. Februar 2012 / 20:06

      Interessant, was der Prof. da gesagt hat. Ob es stimmt, klar – können „wir beide“ nicht beurteilen, aber es ist eine interessante Sichtweise. Und mal was anders als das übliche blablabla.

  4. winnieswelt 26. Februar 2012 / 20:01

    Nach meiner Ernährungsumstellung habe ich jetzt 5 Kilo verloren, ich bin stolz wie Bolle, … aber viel mehr wird es wohl nicht werden, den Rest muss ich wohl mit Sport bezwingen

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 07:30

      Gratulation! Offensichtlich fällst du nicht in die Gruppe derer, die ich mit meinem Beitrag angesprochen habe, sondern zu den Glücklichen, bei denen das reibungslos funktioniert.

  5. culinaria 26. Februar 2012 / 20:50

    Bevor ich meine Kinder bekam, habe ich sehr große Mengen gegessen und blieb bei Größe 34; meine Freunde konnten meine Taille mit ihren Händen umspannen. Mit jedem Kind legte ich mehr an Gewicht zu – zum einen wegen meines miserabeln schlaffen Bindegewebes, zum anderen, weil ich mir einfach angewöhnt hatte, Unmengen zu essen, das immer weiter tat und mich erst satt fühlte, wenn der Magen proppevoll war. Ich bin sicher, dass er im Lauf der Zeit überdehnt worden war.

    Ich war schon jahrzehntelang bei Größe 46/48, als ich anfing, auf Vollwerternährung umzustellen. Und stellte fest, dass diese Kost lange vorhielt, und dass ich meinen Magen nicht mehr bis zum Gehtnichtmehr füllen „musste“, um mich gesättigt zu fühlen.

    Meine Portionen sind definitiv kleiner geworden, mein Magen ist wohl wieder kleiner geworden, denn ich k a n n gar nicht mehr so viel essen wie zuvor. Heute trage ich Größe 40 bei Hosen und Röcken, Größe 42 bei Oberteilen.

    Das Beste: Ich bin nach dem Essen nicht mehr müde.

    Mein Fazit: Wie viel man isst, ist auch Gewohnheitssache, man kann sich an größere oder kleinere Portionen gewöhnen und kann es dadurch ausgleichen, wenn man ein guter oder schlechter Futterverwerter ist.

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 07:31

      Das Fazit finde ich wichtig, denn es wird ja häufig bestritten, dass es unterschiedlich gute Futterverwerter gibt. Und die, die das bestreiten, fallen sicher nicht in die Sparte derer, die Probleme haben. So ist das leider.

      • sonnenkind 28. Februar 2012 / 17:08

        Folgendes dazu habe ich gerade in einem Kommentar zu „Tim Mälzers Ernährungscheck“ gefunden:

        „Menschen haben unterschiedliche Genvarianten (nicht unterschiedliche DNA, wie in der einen Sekunde erwähnt), d.h. sie metabolisieren Fette unterschiedlich — nicht nur Vollkornbrot!“

        d.h. ob man ein „guter“ oder „schlechter“ Futterverwerter ist, ist (wohl meist) genetisch festgelegt!

        • OneBBO 28. Februar 2012 / 17:23

          Das ist jedem klar, der so ein guter Futterverwerter ist – nur die anderen, die wollen das nicht glauben 🙂

  6. michi 26. Februar 2012 / 21:43

    Ich fühle mich durch diesen Beitrag angesprochen.
    Was ich defintiv für mich beobachten konnte sind folgende Punkte:

    – Mein Sättigungsgefühl ist schwer geschädigt, es kann bei verschiedenen Gerichten vorkommen, das ich mehr esse, als notwendig.

    – Wenn ich jedoch große Mengen Frischkost esse, nehme ich ab.

    – Wenn ich allerdings kleine Mengen Industriekost esse, bleibt das Gewicht stehen oder geht auch wieder hoch.

    – Nach Rohkostphasen verbessert sich das Sättigungsgefühl deutlich. Ich werde dann auch durch kleinere Portionen satt.

    – Wenn ich traurig bin oder mir seelisch etwas fehlt, schnuckel ich mal ganz gerne Mistzeug. Davon nehme ich definitiv zu ;o)

    – Wenn ich schlechte Vollwertphasen hatte, nahme ich selbst unter extremer sportlicher Tätigkeit wenig ab (mehr als 10 Stunden Laufen pro Woche plus Krafttraining).

    – Die Uhrzeit der Mahlzeiten spielt keine Rolle, wenn sie vollwertig mit hohem Frischkostanteil ist. Ich schlafe z.B. besonders gut, wenn ich am späten Abend noch etwas gegessen habe und wache mit Hungergefühlen auf, wenn die letzte Mahlzeit gegen 18.00 – 19.0 Uhr war.

    – Die Anzahl der Mahlzeiten spielt beim abnehmen bei mir keine Rolle, wenn sie sehr viel Rohkost enthält. Z.B. Lahnstein Praxiskurs, gefühlte Mästung und trotzdem abgenommen.

    – Die beste Kombination zu abnehmen ist bei mir Rohkost & Sport.

    Gruß,

    Michael

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 07:34

      Interessanterweise gibt es auch Rohköstler, die mit dem Abnehmen Probs haben, Karen Knowler ist ein gutes Beispiel dafür. Sie beschreibt, wie sie erst durch gewisse Achtsamkeiten bei der Rohkost abnehmen konnte.

  7. garfffield 26. Februar 2012 / 22:19

    Ich habe feststellen können, dass meine Portionen immer kleiner werden, je vollwertiger ich mich ernähre. Leider falle ich immer noch recht häufig in meine „alte“ Ernährungsweise zurück, vor allem, wenn ich in Gesellschaft bin. Trotzdem: Mehr Vollwert heißt für mich, dass ich mich energiereicher und nicht so übersättigt fühle. Um abzunehmen, muss ich trotzdem sehr aufpassen, was ich zu mir nehme. Vor allem bei „zuviel Obst“ stelle ich fest, dass ich nicht weiter abnehme. Und bewegen muss ich mich auch unbedingt mehr … trotz Vollwert 🙂

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 07:34

      Wir werden sehen und lesen, wie es dir ergeht 😛

  8. Frau Schmidt 27. Februar 2012 / 07:58

    Ich gehöre zu der Randgruppe der „Vollschlanken“ trotz konsequenter Vollwertkost.
    Als ich vor gut 10 Jahren damit anfing (da allerdings noch nicht 100% konsequent), habe ich auch paar Pfunde verloren, aber nicht so dramatisch wie einige andere.
    Meine Ausgangslage war aber auch nicht wirklich schlecht: ich trug Größe 42 bei ca. 1,70 Größe, muss dazusagen, dass ich Zeit meines Lebens viel Sport getrieben habe und auch eher einen „athletischen“ Körperbau habe.
    Mit der Zeit pendelten sich bei mir -wie von Bruker empfohlen-
    die drei Mahlzeiten pro Tag ein, viel Frischkost, teilweise wochenlange Frischkostphasen.
    Wie gesagt viel Sport, teilweise 2-3x wöchentlich ’ne gute Stunde auf dem Stepper und zusätzlich Muskeltraining an den Geräten.
    Vollwertige Süßigkeiten, Kuchen und dgl. sind in meinem Speiseplan mit der Lupe zu suchen und trotzdem: es bleiben Pölsterchen.
    Ich habe das auch bei der GGB in Lahnstein mal angesprochen und eigentlich keine zufriedenstellende Antwort bekommen, dort ist die Akzeptanz von Vollwertköstlern, die quasi „aus der Rolle fallen“ nicht so hoch, wie man sich vielleicht wünschen möchte.
    Ich finde auch die Gewichtstabelle in dem Buch „Idealgewicht ohne Hungerkur“ schlicht ein Unding und sehr doppelmoralig, wenn doch gleichzeitig geschrieben wird „machen sie sich um ihre Gesundheit Gedanken, nicht um ihr Gewicht!“.

    Was mich aber am meisten nervt, ist das von Ute angesprochene, teils recht überhebliche Verhalten von denen die eh schlank sind oder eben mit der VWK stark abgenommen haben: nein, auch wir machen alles „richtig“ und der Himmel weiss, warum WIR nicht damit Größe 38 tragen!

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 08:05

      Danke für den Beitrag, endlich mal eine Stimme der „Geschädigten“ 🙂

      Als ich in Lahnstein die Problematik mal angesprochen habe, bekam ich zur Antwort „Na, Sie sind doch nicht zu dick!“. Nein, war ich nicht – aber ich weiß selbst genau, wo mein perfektes „Wohlfühlvolumen“ ist und das habe ich unter der Vollwert nie wieder erreicht. Das wird aber, wie du sagst, dort nicht akzeptiert.

  9. Isabelle 27. Februar 2012 / 10:01

    Ich finde das Thema ziemlich komplex… Vor allem, weil ein Punkt meiner Meinung nach nicht eindeutig zu definieren ist: Wann hat man denn wirklich „genug“ gegessen? Aus Frust etc. über den eigentlichen Hunger hinaus zu essen, sehe ich als lebensbedingten Faktor, der da nicht unter den Tisch fallen sollte. Gerade bei gekochten Sachen esse ich z.B. auch „gerne“ mal mehr als nötig, wenn’s mir gut schmeckt. Durchaus dann auch mit der Konsequenz, daß ich mich anschließend träge und überfuttert fühle – was dann sicher nicht im Sinne der VWK ist 😉
    Als wirkliches Beispiel für dauerhaft konsequente VWK sehe ich mich allerdings sowieso nicht – es fängt schon damit an, daß ich nicht täglich Frischkorn esse. Und je nachdem, wie viel ich gerade zu tun habe, ist auch sonst der Frischkostanteil leider meist das erste, was dann drunter leidet – trotz der oben genannten Zusammenhänge, daß ich bei Phasen mit recht konsequentem Frischkostanteil deutlich schneller satt bin. Und mich an Frischkost auch nicht wirklich so überfressen kann, wie das bei gekochtem schonmal passiert… Was aber wiederum dazu führt, daß die Empfehlung von 1/3 zu 2/3 sich dann auch verschiebt, aber die habe ich zugegebenermaßen noch nie wirklich detailliert im Alltag überprüft.
    Um auf jeden Fall zum eigentlichen Hauptthema des Artikels zurückzukommen – ich bin auch seit Jahren so um die 5-10kg über meinem eigentlichen Wohlfühlgewicht (das ich allerdings bei meiner 1. Umstellung auf VWK damit damals erreicht hatte – bei der 2. nach einigen zwischenzeitlichen Umwegen nicht mehr, wobei sich insgesamt am Lebensumfeld aber auch zwischen beiden Phasen viel geändert hat).
    Momentan scheine ich aber einen für mich ganz guten Weg gefunden zu haben, mit dem ich mich soweit wohler fühle als vorher: Fleisch und Fisch habe ich schon vorher nur noch in Ausnahmefällen gegessen, mittlerweile verwende ich auch keine Eier und Milchprodukte mehr. Bei tiereiweiß“frei“-Phasen ist mir der Verzicht auf Käse bisher immer sehr schwer gefallen, diesmal aber nicht. Nachdem ich mir anfangs so gar keinen Zeitrahmen gesetzt hatte, kann ich mir nun nach knapp 2 Monaten vorstellen, das so im Alltag dauerhaft beizubehalten.

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 10:10

      Richtig, das „genug gegessen“ ist ein schwieriger Punkt. Vor allem für Menschen, die sich durch mehrere unselige Diäten den Sättigungspunkt völlig zerstört haben. Oder auch den Hungerpunkt.

      Es fehlen für diese Zusammenhänge auch verlässliche Langzeitdaten.

  10. Flak 27. Februar 2012 / 12:40

    „Ganz, ganz wichtig sind Lebensumstände.“

    Das sehe ich genauso!
    In diesem Zusammenhang gab es neulich einen kurzen Artikel in der FAS (08.01.2012):

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 15:13

      Wäre mal spannend zu sehen, was die Professoren (Männer?) als übergewichtig definierten :mrgreen:

  11. culinaria 27. Februar 2012 / 14:11

    Was ist genug? Schwierig, schwierig!

    Mein Sattigungsgefühl ist schon als Teenager kaputt gegangen beim Wettstreit im Internat, wer die meisten Nachmittagsbrote verdrückt. Ich pflegte „6 weiß normal, 6 schwarz normal“ zu ordern, d. h. je 6 Doppelschnitten mit Billigmarmelade und -margarine = 24 Scheiben leere Kalorien, minderwertiges Fett und Zucker. Es machte mir auch nichts aus, eine übrig gebliebene Schüssel Nudeln noch schnell hinterherzufuttern. Wie gesagt, damals war und blieb ich trotzdem rank und schlank.

    Das andere Extrem sind die Anhänger der „Lichternährung“, die es lernen, sich durch Meditation nur von Lichtenergie sowie Wasser und Säften zu ernähren.

    Ihr Motto ist eins meiner Tischgebete:

    „Das Brot ernährt uns nicht. Was uns im Brote speist, ist Gottes ew´ges Wort, ist Leben und ist Geist.“ (Angelus Silesius)

    Mir sagt das, dass es auf die richtige Einstellung auf das Essen ankommt und darauf, dass das Essen möglichst mit Liebe zubereitet wurde. Die Energien, die dadurch in die Lebensmittel einfließen (und natürlich die, die in wenig verarbeiteten Produkten von Natur aus enthalten sind) lassen sich nicht nach Substanzen messen und beziffern. Und, um das gestrige Thema zu streifen, sie lassen sich weniger gut nebenbei aufnehmen, wenn beim Lesen oder gar Fernsehen gegessen wird.

    Mein Wort zum Sonntag, ihr dürft gerne draufhauen.

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 14:20

      Du wirst vermutlich viel Zustimmung finden, weil es heute Trend ist, solche Gedanken zu hegen (womit ich DIR nicht unterstelle, dass du trendig sein willst, dir kaufe ich das so ab, wie es da steht).

      Ich habe das mit dem Essen, das mit Liebe zubereitet wurde, schon öfter gehört – ich fürchte, da gehe ich keineswegs konform. Dazu habe ich schon zu oft was mit Liebe Gekochtes gegessen, was mir nicht schmeckte – und ich hatte dabei nicht einmal gelesen 😉

      Ich haue da auch nicht drauf, wenn das für dich so stimmig ist, ist das okay. Nur weiterdiskutieren möchte ich bitte in diese Richtung nicht, das wäre dann ein gänzlich anderer Blog. Und wer nicht in diese Richtung geht und das und Ähnliches liest, dem wird dann genauso wenig geholfen wie mit den Sprüchen der Ewig-Dünnen.

  12. sandra 27. Februar 2012 / 14:50

    Es wird immer Jemanden geben, der rummeckert „Du bist zu dick oder dünn“. Am meisten sind wir selbst schuld. Wenn wir uns im eigenen Körper wohlfühlen, ihn so akzeptieren wie er ist, strahlen wir das auch aus. Ich fühle mich ganz wohl, obwohl ich „zu dünn“ geraten bin 😉
    Es gibt böse Unterstellungen (Gehst du ko…?) und Essensvorschläge (Iß‘ doch mal mehr Fleisch und Süßes). Leider ist mein Stoffwechsel nicht in Ordnung. Ich muss mich so nehmen wie ich bin. Als Omni wog ich genauso“viel“ wie jetzt als tiereiweißarmer Vollwertler. Meiner besten Freundin wird unterstellt, dass sie nicht abnehmen will! Dabei hat sie ebenfalls eine Stoffwechselstörung und leidet unter ihren Pfunden. Ich für meinen Teil halte mich da mit Kommentaren zurück. Es gibt nun mal Menschen die anders sind. Aber wer legt das fest? Das Gewicht sollte keine Rolle spielen. Ob ich Jemanden mag hängt von anderen Faktoren ab. „Über-“ oder „Untergewichtige“ können trotzdem gesund sein. So, genug gesabbelt 🙂

    • OneBBO 27. Februar 2012 / 14:52

      Was du ansprichst, ist sicher wichtig – aber ein völlig anderes Thema.

  13. Nadja 29. Februar 2012 / 09:12

    Danke für den Beitrag, ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen!
    Mit den Büchern Rohkost statt Fasten geht immer etwas an Gewicht runter, allerdings auch da muss ich aufpassen, was ich in welchen Mengen esse;-)
    Aufhören wenn man satt ist, gilt auch in der Vollwertkost/Rohkost wie auch immer.

    • OneBBO 29. Februar 2012 / 09:14

      Herzlich Willkommen Nadja!
      Gut, auch noch eine Betroffene zu lesen.

      • culinaria 29. Februar 2012 / 10:20

        Tja, das Aufhören wenn man satt ist, bleibt der Knackpunkt. Satt hieß für mich jahrelang: Bauch voll. Wenn ich anfing zu essen, kam der Hunger erst so richtig, und eigentlich hatte ich auch noch Hunger, wenn der Magen proppevoll war und gar nichts mehr rein ging.

        [Ich habe das überwunden, kurz bevor ich zur Vollwertkost fand, mit frisch gepressten Säften zum Frühstück und der Erfahrung, dass die mich belebten, ohne mein Hungergefühl anzusprechen.

        Heute brauche und trinke ich die nicht mehr und bin morgens und mittags gesättigt durch Frischkost, manchmal mit einer Scheibe Vollkornbrot hinterher.

        Mein Wunschgewicht hatte ich kurzfristig nach einer ayurvedischen Reinigungskur, legte aber danach wieder auf das Gewicht vor Beginn dieser Kur zu – offenbar mein gesundes Normalgewicht bei Vollwertkost, das eben nicht Mannequingewicht, aber ok ist.]

        • OneBBO 29. Februar 2012 / 10:26

          Die frisch gepressten Säfte überlese ich jetzt mal 🙂

          • culinaria 29. Februar 2012 / 14:19

            Drum hab ich ja geschrieben: Kurz bevor ich zur Vollwertkost kam 😉 …

  14. Pöt 29. Februar 2012 / 12:06

    Hallo,
    in einem Punkt stimme ich nicht überein.

    Die Aussage „Wer mehr Energie zu sich nimmt, als er verbraucht, nimmt zu.“ kann dazu führen, dass Menschen im Umkehrschluß fehl laufen. Und weniger essen um abzunehmen. Das ist aber der falsche Weg, weil der Körper durch jahrtausendealtes Training sofort seinen Umsatz runterfährt (es könnte ja eine Hungersnot sein und er hat gelernt, dass nur der überlebt, der mit weniger auskommt). Und das für sehr lange Zeit. Und wenn die Hungersnot vorbei ist, bleibt der Körper erst mal auf diesem niedrigen Stand, um für die nächste Hungersnot noch mehr Reserven (=Fettpolster) anzulegen.

    Meiner Meinung nach müsste der Satz heißen: „Wer weniger Energie verbraucht, als er zu sich nimmt, nimmt zu.“.

    Das Problem vieler (und dazu gehörte ich früher auch) ist nicht hauptsächlich, dass sie zu viel essen, sondern, dass sie sich (im Verhältnis zu den aufgenommenen Kalorien) zu wenig bewegen.

    Meine 2 Cent.

    Gruß!

    Pöt

    • OneBBO 29. Februar 2012 / 12:30

      Herzlich Willkommen auf diesem Blog!
      Ja, die leichte Umformulierung dieses Satzes, das stimmt, führt weniger schnell zu falschem Zurückdenken.
      Danke für den Hinweis!

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