Nachtrag zu den Sprüchen

Die Verfasserin der Emails hat mir nochmals geschrieben: Sie ist sehr erleicthert, dass auch andere ähnliche Erfahrungen machen. Heute hat sie dann noch ihr schlimmstes Erlebnis (Marke: in den Fängen der Schulmedizin) mitgeteilt, darf ich auch veröffentlichen. Bei all dem Gewitzel heute, was uns allen Spaß gemacht hat: Vielfach ist das nicht lustig, was passiert.

Mein schlimmstes Erlebnis:

Vor ca. 1,5 Jahren passierte es bei einem Arzttermin an der Uni-Klinik. Die Ärztin (Endokrinologin) hatte sich sofort ihr Urteil über mich gebildet, nachdem ich  sagte, dass ich kein Fleisch esse, weil ich dann Schmerzen, Magen- u. Darmprobleme bekomme. Ihre Diagnose: Sie haben eine  Essstörung! Dabei hatte ich ihr noch nicht mal etwas von Bruker, Vollwertkost, kein Zucker, Weißmehl und Co. erzählt. Und meine Beschwerden tat sie als Quatsch ab, machte auch keine weiteren Untersuchungen. Aber ca. 1 Woche später rief sie ja tatsächlich bei uns Zuhause an und wollte mich telefonisch überzeugen, wieder Fleisch zu essen! Ich sagte, das wäre meine Entscheidung und legte auf. Leider bekam dann mein Hausarzt einen Bericht mit dieser tollen Diagnose, der jetzt meine Akte „ziert“. Zum Glück hatte ich dann ein paar Wochen später durch Zufall einen Arzt gefunden, der mir sehr gut hilft u. mich ernst nimmt. (Meine richtigen Diagnosen weiß ich mittlerweile auch. Und die Ursache, warum mir Fleisch essen so viele Beschwerden machte.) Aber diese Ärztin war einfach nur unfassbar dreist; in meiner damaligen Verfassung war ich leider nicht in der Lage, darauf zu reagieren. Lustig war das nicht, und da es ja auch noch offiziell in der Krankenakte ist, wird es mir wohl ewig anhängen.

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10 Gedanken zu “Nachtrag zu den Sprüchen

  1. Sophia 24. April 2012 / 16:01

    so ein Erlebnis ist wirklich schlimm. Das ist auch genau der Grund weshalb ich Ärzten die wir nicht gut kennen nie etwas von unserer Ernährungsform erzählen.
    Wir durften mal ein positives Erlebnis in einer Kinderklinik machen. Ein Kinderarzt sagte zu uns, „Das beste was man Kindern antun kann ist auf tierisches Eiweiß komplett zu verzichten. Trinkt ihr Kind Milch?“ Ich bin vor erstaunen fast vom Stuhl gekippt.

    • OneBBO 24. April 2012 / 16:51

      Nette Ausnahmen bestärken den Glauben an die Menscheit

  2. Joachim 24. April 2012 / 16:30

    So etwas ist leider weiter verbreitet, als man denkt. Die Ärzte halten sich leider häufig immer noch für unfehlbar. Allerdings muss man den Patienten auch einen Vorwurf machen, denn die wenigsten sind wirklich mündige Patienten, die den Arzt als das sehen, was er ist: Einen Dienstleister, der für seine Dienste von uns bezahlt wird. Die meisten sind froh, dass ihnen jemand die Verantwortung für ihre Krankheit abnimmt. Wir haben also in gewissem Sinne die Ärzte, die wir verdienen. Ein ähnliches Beispiel für eine schier unglaubliche Behandlung hat gerade eine Teilnehmerin im Vollwert-Forum beschrieben: http://gesundheitsforum-mainz-wiesbaden.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=8253#p76860

    • OneBBO 24. April 2012 / 16:52

      So ähnlich sage ich das ja auch für Wartezeiten. Sehen wir einmal von Notfällen ab: Wer sich geduldig länger als 30 Minuten in ein Wartezimmer setzt, ist selbst Schuld, wenn er zu einem schlecht organisierten Arzt geht. Es ist erstaunlich, wie schnell man drankommt, wenn man freundlich, aber laut an der Rezeption verkündet, dass man nun gehe… weil zu lange gewartet 🙂

  3. Frau Schmidt 25. April 2012 / 07:28

    Das Beste ist offenbar wirklich, nichts von seinen Ernährungsgewohnheiten zu erzählen. Warum auch? Zivilisationsköstler gehen ja auch nicht zum Arzt und sagen „ich esse jeden Tag ein Schnitzel mit Pommes…“ :mrgreen:

    Die echte Vollwertkost kennen die meisten Ärzte nicht, genauso wenig wie sie sich mit ernährungsbedingten Krankheiten auskennen. Siehe die Beratung von Diabetikern als Beispiel..

    • OneBBO 25. April 2012 / 07:41

      Stimmt, bei Diabetikern lässt sich das besonders gut beobachten, da kennt fast jeder einen. Viel heikler sind Themen, wo es nicht so offensichtlich für den Patienten ist, was die Ärzte (viele Ärzte…) für einen Stuss reden.

      Okay, dass Ärzte das alles nicht gelernt haben ist eines. Was mich aber immer erschreckt ist, dass sie nicht dazu lernen wollen. Sie klammern sich an das erlernte Wissen und wollen gar nicht hören, warum es ihren Patienten besser geht. Ich sage beim Zahnarzt auch nix mehr, wenn der meine Zahnhygiene lobt und preist (die ist dieselbe wie vor Jahren….). Er bekam immer diesen glasigen Blick, wenn ich auf meine veränderten Essgewohnheiten zu sprechen kam. Wobei ich vermutlich schon dankbar sein darf, dass er nicht milde gelächelt hat 😛

  4. sandra 25. April 2012 / 13:02

    Essstörung? Der Witz ist echt gut. Dann sind wir hier ja ALLE krank 😉
    Ich beiße jetzt genüßlich in mein Vollwertbrötchen mit Butter, Gurke und Salatblatt und genieße ein paar vollwertige Nußschnitten zum Nachtisch (alles selbstgebacken, jawoll ja!). Habe sogar noch einen Apfel und eine Banane dabei. Ich muss einfach verrückt sein.
    Vom milchfreien Kakao ganz zu schweigen 😛
    Schönen vollwertigen Tag noch.

    • OneBBO 25. April 2012 / 13:09

      Gib mal unten auf der Seite rechts im Suchfeld „Orthorexie“ ein – falls du die Artikel noch nicht kennst, wirst du dich darüber freuen 😈

  5. sandra 25. April 2012 / 13:27

    Danke, *schauder*. Einen habe ich gekannt, habe sogar kommentiert. Da fällt mir ein Spruch ein: „Wir sollten uns Freunde suchen, die uns für das schätzen, was wir innerlich sind. Niemand sollte andere wegen seiner Gewohnheiten oder Äußerlichkeiten herabwürdigen.“ Passt finde ich. Ich treffe mich mit toleranten Menschen oder lasse es bleiben. Blöd nur, dass ich Arbeitskollegen oder der Familie schlecht aus dem Weg gehen kann 🙂

    • OneBBO 25. April 2012 / 13:31

      Tja, da hatte ich jetzt nicht mehr geschaut, ob du kommentiert hattest oder nicht 😳
      Oh, Familie kann man sich zurecht erziehen … 🙂

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