Vollwert: einfach und schnell

18. Mai 2012: Warum Normalkost umständlicher ist

Vor ein paar Wochen studierte ich mal wieder eine etwas ältere HörZu, ich bekomme ja vom „Kollegen“ immer seine abgegriffenen Exemplare. Da hat so ein Wunderkoch – Christian Rach – ein angeblich leckeres, gesundes Rezept vorgestellt. Erst einmal fand ich das jetzt nicht soooo schrecklich gesund, wobei es Schlimmeres gibt, als die Verwendung von Ei und Hartweizengrieß, ist schon klar. Aber meine Güte – warum macht der Mann alles so umständlich? Ich werde also mal meine Variante danebenstellen:

C. Rach (HörZu Nr. 15, S. 36) Mein Gegenvorschlag
Zutaten:
Für die Gnocchi:
1 Ei
1 Prise Salz und Pfeffer
35 g Hartweizengrieß
Für die Suppe:
800 g reife Tomaten
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
20 g Butter
250 ml Gemüsebouillon
Salz – Pfeffer – Zucker
Basilikumblättchen zum Garnieren
4 TL Olivenöl
Zutaten:
Für die Klößchen:
65 g Buchweizen
1/2 TL Salz & eine Prise Pfeffer
50 g Wasser
Für die Suppe:
800 g reife Tomaten
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
20 g Sonnenblumenöl
250 g Wasser
1 TL Gemüsebrühextrakt
Salz – Pfeffer – Honig
Zitronensaft
Basilikum zum Garnieren, 4 TL Olivenöl
Schritt 1:
Für die Gnocchi das Ei mit Salz und Pfeffer verquirlen, dann den Grieß langsam unterrühren, bis eine gebundene Masse entsteht. Für 1 Stunde zum Quellen in den Kühlschrank stellen.
Schritt 1:
Für die Klößchen Buchweizen fein mahlen, mit Salz und Pfeffer verrühren und mit dem Wasser verrühren. Mindestens 15 Minuten stehen lassen.
Schritt 2:
Für die Suppe die Haut der Tomaten am Stielansatz kreuzweise einritzen, Tomaten kurz in kochendes Wasser tauchen, mit einer Schaumkelle herausheben, in kaltem Wasser abschrecken, dann die Haut abziehen. Die Tomaten in Würfel schneiden.
Schritt 2:
Tomate in Würfel schneiden 🙂
Schritt 3:
Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken. Butter in einem Topf schmelzen, Schalotten- und Knoblauchwürfel darin andünsten. Die Tomatenstücke zugeben und kurz darin mitdünsten. Die Bouillon angießen, die Suppe 10 Minuten zugedeckt köcheln lassen. Anschließend fein pürieren und gegebenenfalls durch ein feines Sieb passieren, um die Kerne zu entfernen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.
Schritt 3:
Zwiebel und Knoblauch schälen, klein schneiden. Öl in einem Topf erhitzen, Würfel darin anbraten. Tomatenstücke hinzugeben, kurz mitdünsten und dann Wasser und Gemüsebrühextrakt hinzugeben, 10 Min bei geschlossenem Deckel dünsten lassen. Pürieren und mit Salz, Pfeffer, Honig und Zitronensaft abschmecken.
Schritt 4:
Aus der Grießmasse mithilfe von zwei Teelöffeln kleine ovale Klöße formen (Nocken abstechen) und 5 Minuten in der heißen Suppe gar ziehen lassen. Zum Servieren die Basilikumblättchen und jeweils 1 TL Olivenöl über die Suppe verteilen.
Schritt 4:
Von der Buchweizenmasse mit einem Teelöffel Stücke abstechen und mit einem anderen Teelöffel in die Suppe schieben. 5 Min in der Suppe gar ziehen lassen.  Zum Servieren die Basilikumblättchen und jeweils 1 TL Olivenöl über die Suppe verteilen

So einfach und schnell ist die Vollwertküche 🙂 Wetten, mein Süppchen schmeckt besser, weil ich z.B. die Tomaten nicht „vergewaltigt“ habe? 🙂 Und warum ich eine Schalotte nehmen soll und nicht einfach eine Zwiebel? Weil Schalotte vornehmer klingt. Aber eine Zwiebel habe ich im Haus! Ich will auch nicht vornehm kochen, sondern lecker und in jeder Küche machbar. Baschta.

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6 Gedanken zu “Vollwert: einfach und schnell

  1. Marita 19. Mai 2012 / 14:15

    Super Idee „normale“ Rezepte auf Vollwert umzuwandeln! Wie wärs, (wenn deine Zeit es noch erlaubt) dass Deine Leser es auf diesem Blog tun dürfen? Irgendjemand schickt sein Lieblingsrezept ( du wählst es aus ) und ein anderer jemand wandelt es um…vielleicht einmal in der Woche, oder im Monat? Für „VollwertNeulinge“ wie mich wär das toll… muss auch nicht mit Foto sein 😉

    • OneBBO 19. Mai 2012 / 14:30

      Eine gute Idee. Wenn meine Rohkostphase zu Ende ist (Ende offen), kann ich das mal angehen. Vorher wäre mir das zu theoretisch, denn nur am Schreibtisch ein Rezept umschreiben ist einfach. (Wenn du deinen Kommentar einfach nochmal an der richtigen Stelle reinkopierst, kann ich das bereinigen und den hier löschen.)

  2. dasschnippi 19. Mai 2012 / 18:26

    Der Vollwertgedanke lässt einen wirklich viel „entspannter“ kochen. Z.B. ist es einfach ein gutes Gefühl, etwas gesundes im Topf zu haben – egal, ob die Gemüsewürfel nun gleichmäßig sind oder nicht ;o)
    Aber unabhängig davon finde ich Kochshows und TV-Köche eigentlich ganz gut (ehrlich gesagt bin ich ein kleiner Kochshow-Junkie). Es ist ja schonmal ein guter Ansatz für Normalesser, dass es zumindest ohne Fertiggerichte geht…

    • OneBBO 19. Mai 2012 / 18:28

      Sicher lassen sich da auch praktische Tipps lernen… wie man z.B. Messer benutzt, ohne sich – wie ich – in die Finger zu säbeln 🙂 Vielleicht sollte ich doch mal über den Erwerb eines Fernsehers nachdenken unter diesem Aspekt :mrgreen:

    • culinaria 20. Mai 2012 / 13:38

      Ich sehe Kochshows äußerst selten (außer denen von Ute …). Aber wenn ich mal eine sehe, staune ich, w i e entspannt die Fernsehköche sind, z. B. auch wenn ihnen, vor Millionenpublikum, die Zwiebeln verbrannt sind. Die wären dann eigentlich reif für den Mülleimer, werden aber ganz entspannt weiterverarztet, als wäre nix geschehen. Im Ernst: Ich habe lange gebraucht, um den Stress abzubauen, den ich bei meiner praktischen Ausbildung im Rahmen des Ökotrophologiestudieums aufgebaut hatte. Der Kommentar meiner Lehrerin zu meinem ersten Apfelpannkuchen „Iih, der hat ja ein helles Bäckchen“ und der gekonnte Schwung, mit dem sie das Küchlein in den Kompost beförderte, hat bei mir lange als Schock nachgewirkt und kam bei jedem „Misslingen“ beim Kochen mit Förderschülern wieder hoch, bis ich merkte, dass sich fast alles retten lässt 8wenn es nicht grade verbrannt ist …

      • OneBBO 20. Mai 2012 / 14:12

        Oh viele Rezepte von mir gelingen durch Weiterverwenden von unplanmäßigen Ergebnissen 🙂 Bei Verbranntem bin ich allerdings wengier tolerant als offenbar die Fernsehköche.

        Es gehört für meinen Geschmack sehr viel Routine dazu, gleichzeitig zu kochen und zu reden. Das liegt aber vielleicht bei mir auch daran, dass ich kein Rezept identisch nachkoche, und schon gar nicht mehrmals. Dann könnte ich das vielleicht auch 🙂

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