Forever young…

24. Mai 2012: Der Seniorenratgeber und Anti-Aging

Den Seniorenratgeber vom Mai habe ich vor zwei Wochen gelesen. Ich war erstaunt: Diesmal wieder eine Ausgabe, wo ich mich nicht ernsthaft an irgendwelchen Aussagen stoßen musste. Gut, die Definition der verschiedenen Brotarten ist vielleicht nicht ganz im vollwertigen Sinne getroffen, aber es werden die unterschiedlichen Anteile (ein Roggenbrot muss mindestens 90% Roggen enthalten usw.) recht gut erklärt.

Gut gefällt mir auch die Definition für Blog, ich zitiere von Seite 14:
„Ein Blog ist eine Art Tagebuch, das der … Blogger in das Internet stellt und so öffentlich macht. Ob sich der Verfasser darin zu Politik, Mode oder gesellschaftlichien Fragen äußert: Typisch für Blogs ist, dass die Texte sehr persönliche Ansichten wiedergeben.“

Ein echtes Highlight, optisch und inhaltlich, ist der Artikel „Die Anti-Aging-Lüge“. Dort wird ganz klar gemacht, dass Nahrungsergänzungsmittel nur in Mangelsituationen und nicht als normale Tagesbeigabe sinnvoll sind. Hübsch die Bilder dazu, z.B. ein Broccoli, dessen linke Hälfte klar als Broccoli zu erkennen ist, während die rechte Hälfte aus roten Tabletten zusammengebastelt ist. In diesem Stil gibt es mehrere Bilder.

Da die Zeitschrift „Seniorenratgeber“ heißt, werden besonders Senioren und ihre Einstellung zu Nahrungsergänzung durchleuchtet. Und bedauert, dass ältere Kunden die „Notfalldienste“ der Nahrungsergänzungsmittel völlig falsch einschätzen. Die Frankfurter Apothekerin Erika Fink wird zitiert: „Es knirscht und knackt, die Sehkraft und das Gedächtnis lassen nach, und da erhoffen sich die Menschen von den Nahrungsergänzungsmitteln Abhilfe.“

Nun könnte man einlenken, Fink würde so tun, als litten alle alten Menschen unter diesen sogenannten Alterserscheinungen. Das tut sie genau genommen aber nicht, sie spricht nur die an, die eben unter gewissen Beschwerden leiden. Erika Fink ist übrigens Präsidentin der BAK (Bundesapothekerkammer) und da hätte ich doch entsprechend den üblichen Gepflogenheiten erwartet, dass sie eher für den Einsatz dieser Mittel plädiert.

Aufgedeckt wird in diesem Artikel auch, dass Nahrungsergänzungsmittel erstens im Gegensatz zu Arzneimitteln keine strengen Untersuchungen durchlaufen müssen und zweitens ihre Wirksamkeit nur in vitro, d.h. im Labor, nachweisen mussten. „Während der vorbeugende Effekt von gesundem Essen – etwa Obst und Gemüse – inzwischen erwiesen ist, ‚haben sich alle Hoffnungen zerschlagen, Vitaminpräparate könnten vor Rheuma, Krebs oder Herzkreislauf-Erkrankungen schützen.'“. Das ist doch schön, in einer Apotheken-Zeitung zu lesen! Wobei böse Zungen natürlich auch hier wieder behaupten könnten, dass die Apotheken auf diese Weise nur den Billig-Internet-Apotheken oder den Vitaminangeboten in den Drogeriemärkten den Boden unter den Füßen wegziehen wollen. Es macht aber keinen Spaß, immer nur Böses und Geldsucht zu unterstellen.

Ich fand den Artikel wohltuend zu lesen und er enthielt Einzelheiten aus Studien, die ich so zusammengefasst noch an keiner anderen Stelle gelesen habe. Es geht also 🙂

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2 Gedanken zu “Forever young…

  1. theomix 24. Mai 2012 / 20:37

    Was wollte ich noch sagen? Wo liegen die Vitaminpillen? Ach so, ja, eine Offenbarung: ich wusste gar nicht, wie ich so den Blog beschreiben sollte. :mrgreen:

    • OneBBO 25. Mai 2012 / 06:02

      Nun, für einen Blogger selbst ist das sicher offenkundig, es soll aber Leute geben, die noch nicht bloggen oder Blogs lesen. Echt! 😯

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