Gastbeitrag: Sprossen ziehen: Ein Vergleich

21. Juli 2012: Gastbeitrag: Sprossenhilfen im Vergleichstest

Die Gewinnerin des Sprossen-Tonis im Hirse-Wettbewerb hatte einen Test des neuen Geräts im Vergleich zum Biosnacky-Keimglas angeboten, das ich gerne angenommen habe! Ich selbst bin uneingeschränkter Fan dieser Gläser, nachdem ich einmal wenige Tage ein hochkompliziertes elektrisch betriebenes Keimgerät hatte, dessen Reinigung mich an den Rand des Wahnsinns brachte 🙂 Vielen Dank für diesen schönen systematischen Vergleich!

Sprossen –Toni vs. BioSnacky
Bevor ich meinen Testbericht starte möchte ich mich nochmal ganz herzlich bei Ute für das Preisausschreiben bedanken! Ich habe mich so gefreut und auch noch einen Gewinn eingefahren… unglaublich!
Der Gewinn war ein Sprossen-Toni von der Firma Hawos.
Ich besitze ein BioSnacky Keimglas von der Firma A.Vogel. Nach einiger Testerei (die bis dato alle in die Hose gegangen sind… ich bin newbie auf dem Gebiet) dachte ich mir, dass man die beiden Keimgeräte mal miteinander vergleichen kann.

Preis:
Das BioSnacky Keimglas von A.Vogel gibt es in vielen Biomärkten/Bioläden zu Kaufen. Der Preis für 1 Keimglas beträgt 5,50€.
Für den Preis vom Sprossen-Toni musste ich etwas im Internet recherchieren, da es ja ein Gewinn war und ich nichts dafür bezahlt habe. Der Preis laut Mr.Google: 24,95€.

Ausstattung:
Der Lieferumfang des BioSnacky Keimglases besteht aus einem Glas und einem Siebaufsatz aus Plastik, der verschraubbar ist.
Der Sprossen-Toni wird mit drei Sprossenschalen, einer Wasserauffangschale und einem Deckel geliefert. Alle Bestandteile sind aus gebranntem Ton gefertigt.

Hier möchte ich schon den ersten Unterschied bemerken. Mit beiden Geräten kam natürlich eine Bedienungsanleitung. Die Anleitung des BioSnacky (links) finde ich persönlich ansprechender und ausführlicher. Dort hat sich jemand sehr viele Gedanken über die Benutzerfreundlichkeit gemacht! Es sind alle wichtigen Informationen enthalten bezüglich Menge, Einweichzeit, Keimdauer, Spülhäufigkeit, Faserbildung und vielen weiteren Informationen.

Die Anleitung des Sprossen-Toni (rechts) ist da etwas spartanischer. Natürlich darf man sich häufig vom Layout nicht täuschen lassen, aber eine schnöde weiße Din-A 4 Seite nur mit Text?… Vielleicht hat dies auch ökologische Gründe, dennoch hakt es meiner Meinung nach an der ausführlichen und verständlichen Beschreibung. Es heißt beispielsweise: „[…] Samen (in kleinen Mengen, die Samen wachsen!) in einem […]“. Was ist denn dann bitteschön eine kleine Menge? Ein Esslöffel oder zwei? Oder ein Teelöffel? Das ist ja auch bei allen Saaten durch die Größe unterschiedlich. Wenn das schon mit einem Ausrufungszeichen bemerkt wird, finde ich eine genaue Info dazu schon wichtig. Ich bin noch nicht so erfahren in der professionellen Sprossen-Herstellung und bräuchte da schon etwas präzisere Angaben. Da ist aber nirgendwo was zu finden.

Einweichen:
Um gleichwertige Bedingungen zu schaffen habe ich natürlich die gleiche Menge an Saaten genommen. Ich habe mich nach einem Tipp von Ute für Sonnenblumenkerne entschieden. Jeweils zwei Esslöffel. Die Einweichzeit betrug ca. 6 Stunden über Nacht.
Beim BioSnacky weicht man im Glas ein. Beim Sprossen-Toni habe ich in der Wasserauffangschale eingeweicht. Jedoch benutze ich ja nur eine Sprossenschale und nicht drei. Wenn sich die Menge erhöht, muss man auf eine separate Schüssel/Schale ausweichen.

Spülen:
*Räusper*…! Jetzt regnet es Kritik am Sprossen-Toni… Aber erstmal das Unkomplizierte. BioSnacky Keimglas mit aufgeschraubtem Deckel umdrehen, Wasser ausgießen, neues Wasser einfüllen (habe dazu den Deckel nicht abschrauben müssen) und wieder umdrehen – fertig!
Beim Sprossen-Toni verhielt es sich da etwas anders. Zuerst wollte ich in einer Sprossenschale spülen, da ich keine weiteren „Hilfsmittel“ einsetzen wollte. Das hat aber nicht funktioniert. Die Löcher sind zu klein zum Spülen und das Wasser tendiert zum Überlaufen. Also musste ein extra Sieb her. Nachdem ich gespült habe, wollte ich die Kerne in die Sprossenschale einfüllen, wobei mir noch eingefallen ist dass man die Schale vor Gebrauch 10 Minuten in Wasser legen soll. Also… 10 Minuten gewässert und dann aber! Nö… Nix da. Als ich die Schale aus dem Wasser genommen habe ist mir aufgefallen dass einige Löcher verstopft waren! Das ist ein bekanntes Problem und wird in der Anleitung des Sprossen-Toni mit folgender Lösung behandelt: Die Sprossenschale mit zugeschnittenem Butterbrotpapier auslegen oder Löcher mit einer Nadel bearbeiten. Das hatte mich sehr gewundert, weil in der Anleitung steht dass dies passiert wenn Keime/Fasern „in die Löcher wachsen“ und das auch nur bei kleinen Saaten (Alfalfa). Es haben sich aber auch beim Spülvorgang einige Kleinteile der Sonnenblumenkerne absetzen können. Ich habe mich dann für die Nadelversion entschieden und rumgeprökelt.

1.Tag:
Die beiden Geräte stehen nebeneinander unter gleichen Bedingungen  auf meiner Küchenzeile. Zu erwähnen ist, dass wenn man das BioSnacky Keimglas nicht in der Spüle aufbewahrt, man einen Teller untersetzen muss, da sonst das herauslaufende Wasser auf die Küchenzeile läuft.
Je 2x am Tag gespült, morgens und abends.

2.Tag:
Das Wachstum der Sprossen ist meiner Meinung nach gleich schnell und gut. Am Abend habe ich die fertigen Sprossen aus beiden Geräten in den Kühlschrank gestellt, denn sie waren fertig.
Je 2x am Tag gespült, morgens und abends.

Aufbewahrung:
Auch hier gewinnt meiner Meinung nach das BioSnacky Keimglas. Man kann es mit den Sprossen einfach so in die Kühlschranktür stellen. Ich lasse dazu einfach den Spülaufsatz drauf, auch wenn er oben Löcher hat und nicht dicht schließt. Da das Glas aber einen gewöhnlichen Durchmesser hat, könnte man auch einen Deckel von einem anderen Glas nehmen. Den Sprossen-Toni kann man auch in den Kühlschrank stellen, nimmt aber mehr Platz ein und passt natürlich nicht in die Tür. Für diejenigen die einen großen Kühlschrank haben ist dieser Punkt wahrscheinlich unerheblich.

The Winner is: BioSnacky Keimglas! Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis, anwenderfreundlich und erfüllt den Zweck!

Ich möchte anmerken, dass ich es noch nicht versucht habe Kresse zu züchten, weder im BioSnacky, noch im Sprossen-Toni. Hier könnte ich mir vorstellen dass sich der Sprossen-Toni besser eignet, da die Samen flach ausgelegt werden können.

Werbung

15 Gedanken zu “Gastbeitrag: Sprossen ziehen: Ein Vergleich

  1. Joachim 21. Juli 2012 / 19:31

    Kresse wäre vermutlich in beiden Fällen schwierig geworden, denn Kresse – genauso wie bspw. Senf oder Radieschen – bilden eine Schleimschicht, die die Feuchtigkeit bindet. Regelmässig spülen macht dort wenig Sinn und funktioniert auch nicht wirklich. Für diese Saaten nimmt man am besten ein Kressesieb. Das ist eine flache Tonschale, auf die ein ebenso flaches. leicht vertieftes, Metallsieb aufgesetzt wird. Die Saaten werden eingeweicht und flach auf das Sieb gestrichen. Danach reicht es, sie regelmäßig zu befeuchten, bspw. mit einer Wasserspritze. Die Wurzeln wachsen nach unten in die Tonschale, in der sich auch das Wasser sammelt und zum Ernten kann man die Kresse einfach wie von der käuflichen Kresse gewohnt, abschneiden.

  2. culinaria 21. Juli 2012 / 20:06

    Bei mir geht es wunderbar mit Kresse im BioSnacky – ich ziehe sie nur im Deckel, der auf der grünen Unterlage aufliegt – wie von Joachim für das Kressesieb beschrieben..

  3. Babuschka 21. Juli 2012 / 20:35

    Ich habe auch das BioSnacky-Keimglas, mal bei dm-Markt gekauft. Die Sprosserei klappt prima, allerdings habe ich das Glas abends nie in den Kühlschrank gestellt, immer einfach auf der Spüle stehen lassen. Ich wusste nicht, dass man das Glas abends in den Kühlschrank stellen soll? Erst die fertigen Sprossen habe ich dann in den Kühlschrank verfrachtet.

    • OneBBO 21. Juli 2012 / 20:44

      Das hat die Gastbeitragende nur missverständlich ausgedrückt, ich hatte bei ihr nämlich nachgefragt und wollte es noch korrigieren (mache ich gleich noch): Natürlich kommen die Sprossen NICHT nachts in den Kühlschrank. Sind die Sprossen fertig, dann kommen sie in den Kühlschrank bis zur Verwendung, damit sie nicht weiter wachsen, und das hatte sie gemeint.

  4. kaktusm 22. Juli 2012 / 10:37

    Ich habe auch das BioSnacky Keimglas, leider jedoch kann ich es zur Zeit nicht benutzen, weil ich jetzt 2x in Folge Fruchtfliegen drin hatte…
    Ich hatte einmal Buchweizen und einmal Alfalfa (ein paar der Samen sind durch die wohl nicht klein genugenen Löcherchen des Deckelaufsatzes durch beim Spülen am ersten Tag…aber nicht allzu viele, ich hab vorsichtiger gespült daraufhin..) drin und jedesmal nach 1-2 Tagen beim Spülen bemerkt, dass drin was rumfliegt…. aufgemacht, genauer reingeschaut, Fliegen rausgescheucht, gerochen: bäh…! Da mna mit Sprossen ja eh aufpassen muss wegen Keimen und so, hab ich sie dann jedesmal weggeschmissen (schweren Herzens…).. wir haben ein paar Fruchtfliegen in der Küche, aber nicht schlimm eigentlich und ich weiß auch nicht, wie sie da reingekommen sind… müssen wohl durch die Löcher des Deckels reingekommen sein…

    hat jemand das gleiche Problem? Und vielleicht nen Tipp, was man dagegen tun kann??

    Hab schon ausprobiert, über den Deckel ne Schicht Küchenpapier mit Gummi zu befestigen, damit rein gar nix rein kann, aber das hat nicht gut gehalten und die Fliegen waren dann trotzdem wieder drin…..

    • OneBBO 22. Juli 2012 / 11:00

      Erstaunlich mit den Fruchtfliegen! In der Küche habe ich die wegen des „Zwischenkompost“-Behälters auch, aber nie im Keimglas. Da müssen doch eigentlich die Fruchtfliegen an die Samen gekommen sein, bevor sie ins Glas kamen? Denn du lässt das Glas doch nicht ohne Deckel stehen. Bin gespannt, wer hier gute Tipps geben kann.

      • kaktusm 22. Juli 2012 / 11:42

        das kann eigentlich nicht sein.. Glas war sauber und trocken, ich hab neue Packung Alfalfa (meine ersten…) Samen aufgemacht, Samen rein, Deckel drauf, Wasser drauf zum Einweichen. Da kann keine Fruchtfliege mit reingekommen sein und schon gar nicht 3-4, die dann später drin waren und ich habs zwischenzeitlich nicht aufgemacht…. beim Buchweizen ebenso…

        • OneBBO 22. Juli 2012 / 11:47

          Stimmt, da hast du Recht. Steht das Glas denn irgendwie in der Nähe von Obst?

          • kaktusm 22. Juli 2012 / 11:59

            Es steht immer im Abtropfbecken von unserer Spüle, links daneben ist der „Brot-Bereich“ und davon links steht das Obst, also ja, so ca. 40-50cm links daneben ist Obst..
            diese Viecher müssen irgendwie echt durch diese kleinen Löcherchen passen… Mistviecher.
            Mir ist das Sprossenziehen ein wenig verlitten worden… das war so eklig, wie der Inhalt des Glases dann gerochen hat…..obwohl die Viecher noch nicht lange drin gewesen sein konnten…

          • OneBBO 22. Juli 2012 / 12:02

            Das mit dem Verleiden verstehe ich sehr gut, ich hätte vermutlich das Glas gleich mit weggeworfen 😦

            Stell das Glas vielleicht in einem letzten Versuch, NICHT in das Abtropfbecken, sondern einige Meter entfernt, mit dem Tropfenabfluss auf einen Teller, hin! Ich glaube, da könnte das Häschen im Pfeffer liegen.

  5. kaktusm 22. Juli 2012 / 12:05

    hm..mal schaun, ob ich mich dazu überwinden kann, es nochmal zu probieren… ich glaub, ich hab nämlich grad echt keinen Bock mehr auf Sprossen…,o) aber wenn doch, probiers ich mal so, wie du geschrieben hast, danke für den Tipp!

    und wenn die Fruchtfliegenzeit vorbei ist, dann ist das Problem auch wieder weg (für dieses Jahr..,o)). Und nichtsdestotrotz ist das Keimglas super! Ich find es verdammt praktisch, vor allem auch wegen des Deckels, in dem man, wie schon jemand geschrieben hat, super Kresse anpflanzen kann! Die wächst da ganz toll!

    • OneBBO 22. Juli 2012 / 12:06

      Ich bin auch ausgesprochener Biosnacky-Fan. Hatte mal eine größere Anlage… nur Stress beim Saubermachen.

  6. Luxor 23. Juli 2012 / 14:31

    Ich hatte letzten Sommer auch Fruchtfliegen im Keimglas und fand das ganz furchtbar.

    Mein erster Versuch dagegen war, ein (Reste-)Stück von so einem Fensterfliegengitter mit Gummiring über dem Siebdeckel zu befestigen. Zuerst hat es super geklappt, aber dann haben sich doch nochmal ein paar kleine Fliegen durchgequetscht.

    Mittlerweile mache ich einfach zwei Lagen des Fliegennetzes mit Gummiring darüber, Wasser und Luft können so weiterhin rein und raus, nur die Fliegen kommen nicht mehr durch.

    Probier das doch einfach mal aus.

    • kaktusm 23. Juli 2012 / 14:34

      Luxor, danke für den Tipp!
      Werd ich mal ausprobieren, irgendwo haben wir sowas, glaube ich, noch rumliegen…

    • OneBBO 23. Juli 2012 / 15:38

      Oh ich hoffe das lesen viele…. die Mistviecher können ja überall auftauchen! Danke.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.