Einfluss des Gehirnsitzes auf die Wissenschaft

Wissenschaftler sind auch nur Männer…

und womit die denken, wissen wir alle….

In der Apotheken-Umschau, Oktober-A-Ausgabe wird mal wieder eine Studie kurz vorgestellt. Überschrift „Hormongesteuerte Einkaufslust“. Das lässt aufhorchen, gell? Die Wissenschaftler der John Molson School of Businness (Business = Geschäft!, also keine Mediziner) aus Montreal (Kanada) haben nämlich das Einkaufsverhalten von 59 Studentinnen (weniger gab’s nicht?) untersucht, die keine hormonellen Verhütungsmittel einnamen. Und dabei haben sie festgestellt: in der fruchtbaren Phase des Zyklus latschen die Frauen häufiger in Boutiquen und Drogerien als sonst.

Darf ich hier schon anmerken, dass die Zahl der Studentinnen sehr gering ist für Aussagekraft? Und dass Studentinnen nicht repräsentativ für alle Frauen sind, unabhängig von Alter und Bildungsstufe? Und warum werden nicht Männer gleichzeitig studiert? Alles schon… hübsch einseitig.

Aber die Schlussfolgerung ist wirklich zum Schenkelklopfen: „Unbewusst versuchen Frauen während ihrer fruchtbaren Tage, sexuell möglichst attraktiv zu sein.“

Nur Männer können sich so was an den Haaren herbeiziehen. Klar, denn Männer können sich nur eins vorstellen: Dass Frauen mit ihren Gedanke und allem Tun nur auf eins abzielen, nämlich auf diese herrlichen Geschöpfe der Natur (wie wir wissen, zeichnen sich gerade Wirtschaftswissenschaftler durch einen hohen Attraktionsgrad aus, oder verwechsel ich da jetzt was?). Und damit Frau das gar nicht erst abstreitet, setzen wir den Alleskiller „unbewusst“ dazu. Ha! Da soll jetzt mal eine Frau versuchen, DAS wegzudiskutieren.

Ich hatte eigentlich gedacht, die „Wissenschaft“ sei dem Zeitalter dieser Primitiverklärungen entwachsen. Es gibt so viele Erklärungen, die möglich sind… aber wie gesagt, womit denken alle Männer? 🙂

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23 Gedanken zu “Einfluss des Gehirnsitzes auf die Wissenschaft

  1. culinaria 28. Oktober 2012 / 18:03

    Was mich betrifft, so könnten die Wissenschaftler herausgefunden haben, dass ich als Hochschwangere ganz besonders attraktiv sein wollte, da ich mich sehr häufig in einer Drogerie aufhielt und Kosmetika ausprobierte.

    Sie könnten mich aber auch um eine Erklärung gebeten haben, warum ich den Ladendetektiv so dauerhaft misstrauisch machte: Ich war 3 Wochen lang im Krankenhaus stationiert, weil man (nach dem Lösen einer Cerclage) jeden Moment mit dem Beginn der Entbindung rechnete, und mir fiel die Klinikdecke auf den Kopf, so dass ich zwischendurch mal andere Luft atmen musste und in den Drogerieshop nebenan entwischte … Gekauft habe ich nichts (und auch nicht den „Mundraub“ begangen, für den man Schwangere, weil hormongesteuert, nicht zu bestrafen pflegt …)

    • OneBBO 28. Oktober 2012 / 18:05

      Psssst, das kehren wir jetzt mal ganz schnell unter den Tisch, da das wissenschaftlichen (!) Ergebnissen widerspricht. Tsetse

  2. G. 28. Oktober 2012 / 18:12

    wie groß sollte die untersuchte Zahl bzw Stichprobe Deiner Meinung nach sein, um eine Aussagekraft zu besitzen?

  3. G. 28. Oktober 2012 / 18:15

    achso und:

    wie erklärst Du Dir, dass eine sehr große Zahl von Frauen sich z.B. Push-up-BHs anziehen, Make-up auftragen, oft figurbetont (sexy) anziehen, nicht unwesentliche finanzielle Investitionen in ihre Haare, Nägel usw leisten?

    • OneBBO 28. Oktober 2012 / 18:18

      Habe ich bestritten, dass es Frauen gibt, die sich sexy geben wollen? Bitte erst den Artikel lesen.

      Außerdem ist hier kein Frage- und Antwortspielchen, in dem ich endlos antworte 🙂 Das war die letzte Frage, die ich dir zu diesem Artikel beantwortet habe.

      • G. 28. Oktober 2012 / 20:47

        und ich sehe dies hier auch keineswegs als „Antwortspielchen“. Sondern ich finde es gut, dass Du Behauptungen aufstellst, was richtig oder falsch, zweifelhaft oder glaubwürdig sei. Und da interessiert mich (ebenso wie sicher viele andere auch, die Deine Artikel lesen) natürlich, wie Du zu diesen Ansichten kommst.

        • OneBBO 28. Oktober 2012 / 21:07

          Lies einfach mal alle Artikel, die ich hier geschrieben habe. Dann ergeben sich viele deiner Fragen und die anderer neuer Leser von selbst. Ich fange nicht an, mein ganzes Credo jedem neuen Leser von vorne zu erklären, denn mein Tag hat auch nur 36 Stunden (das verstehst du, wenn du diesen Blog ganz gelesen hast), und die möchte ich nicht auf diesem Blog verbringen. Dafür bitte ich um Verständnis.

          • G. 29. Oktober 2012 / 11:51

            ging doch gar nich tum ein „allgemeines“ Credo, sondern nur um diesen einen speziellen Zusammenhang hier.

            So sprichst Du von „Primitiverklärungen“, von Schlussfolgerungen die zum „Schenkelklopfen“ seien, zweifelst die Aussagekraft der Stichprobengröße an….. wahrscheinlich ohne überhaupt auch nur einen Blick in die Originalarbeit geworfen zu haben.

            „Ich weiß es zwar alles nicht so genau, aber zweifle trotzdem mal sicherheitshalber alles an“…… ganz so, wie im anderen Thread zum Bundesinstituten.

            ANDERERSEITS (und soviel habe ich von Deinem Blog bereits mitbekommen): wenn jemand diesen „Ansatz des Alles-mal-Anzweifelns“ beim Thema Vollwert fährt, sagst Du immer, man solle sich doch bitte erstmal mit Brucker, Kollath, Schnitzer (waren das die Namen?) befassen.

            Das fand ich halt nur ziemlich widersprüchlich, das ist alles

          • OneBBO 29. Oktober 2012 / 12:43

            Ja und? Du kannst mich widersprüchlich finden, aber deswegen muss ich nicht Stunde um Stunde damit verbringen, dir meine Denkweise zu erläutern und warum ich mich nicht widersprüchlich finde 🙂 Ich meine das nicht so bösartig, wie es sich liest. Aber ich habe für so viel Diskutiererei weder Zeit noch Lust.
            Wenn du in einer Zeitschrift Widersprüchliches liest, verwickelst du den Redakteur dann auch in eine ellenlange Korrespondenz? (Keine echte Frage).

  4. Yvonne 28. Oktober 2012 / 18:22

    Die Frage ist, was hat die Wissenschaftler der John Molson School of Business angetrieben, so einen Bullshit zu untersuchen, der für die Welt unnütz wie ein Kropf ist. Waren diese Gelehrten (äh … so sollte man sie gar nicht nennen) unterbeschäftigt, von Langeweile gequält, und die 59 Studentinnen hatten nix Besseres zu tun als ihre hormonellen Befindlichkeiten kund zu tun? Und brauchte die Apothekenumschau einen Lückenfüller – wie so oft?

    • OneBBO 28. Oktober 2012 / 18:26

      Die letzte Frage würde ich mal mit einem herzhaften „JA!“ beantworten. Die erste mit… äh…. Etat verprassen, damit er nicht gekürzt wird?

  5. Tausend 28. Oktober 2012 / 19:10

    Ich habe an mir selbst getestet, dass ich null Tage im Jahr in Boutiquen gehe und mir niemals Schminke kaufe oder diese verwende. Meine Großmutter hält es auch so. 100 Prozent der Frauen, die an meiner Studie teilgenommen haben, versuchen also unbewusst, nicht durch extravagante Kleidung oder Make up aufzufallen. Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass Männer offensichtlich gar nicht existent sind, da keine männliche Testperson identifiziert werden konnte.

    • OneBBO 28. Oktober 2012 / 19:12

      Danke. Das ist eine sehr interessante Studie und ich kann nur hoffen, dass die Apotheken-Umschau ein paar Journalisten darauf ansetzt! Wissenschaft ist eben alles… und Studien sowieso.

    • culinaria 28. Oktober 2012 / 20:04

      Danke! Wie schön, am Abend nochmal herzlich lachen zu können.

  6. Follygirl 29. Oktober 2012 / 07:35

    😉 !!! …find ich echt wieder klasse! (Weibchen eben… die Männchen wußten es ja bestimmt schon immer).
    LG, Petra

    • OneBBO 29. Oktober 2012 / 08:03

      Wir beobachten dich alle auf deinem nächsten Gang in die Boutique um die Ecke 😈

  7. Pöt 29. Oktober 2012 / 09:20

    Mhhh.

    Eine dümmlich und sexistische Untersuchung über 59 Studentinnen (von 3,5 Milliarden Frauen) mit einer – nun, äh – „simplen“ und – sagen wir mal – „geschlechtlich voreingenommenen einseitigen Betrachtungsweise“ über etwa 20 bis 100 Männer (von 3,5 Milliarden Männern) der eigenen Historie zu kontern …
    …das hat, mit Verlaub, auch ein wenig „Geschmäckle“ und ginge sicher besser.

    Populistisch-„pseudowissenschaftliche“ Verkündigungen einer Gruppe von mehreren Personen, die sich regelmäßig in einem Lokal, bzw in einem Cafe trifft (volkstümlich auch: Stammtischparolen bzw Feministinnengeschrei), sind nicht so ganz meine Ebene…

    Aber das betrifft das ganze Thema.

    Ich, ein Mann, warte jetzt lieber auf den nächsten Beitrag in diesem ansonsten hervorragenden Blog. Der spricht mich dann sicher wieder positiv an.

    • OneBBO 29. Oktober 2012 / 09:23

      Habe bisher auch nur wenige Männer „gefunden“, die diese Studie interessant oder gar aussagekräftig gefunden. Spricht ja auch für sich.

      Danke fürs Komplimentle 🙂

    • culinaria 29. Oktober 2012 / 09:32

      @Pöt:
      Dir ist aber schon klar, dass wir Frauen das augenzwinkernd mit der eigenen Historie verglichen haben und nicht als sich ernsthaft dünkende Wissenschaftlerinnen?

      Im übrigen halte ich es für unbestritten, dass wir, Männer wie Frauen, tatsächlich in unserem Verhalten, Partnersuche und Kinderwünsche und allem, was damit zusammenhängt, also auch Gefallenwollen, stark von Hormonen beeinflusst werden. Das gilt im Großen für Lebensphasen und im Kleinen für monatliche Zyklen und Biorhythmen.

      Worüber wir uns hier lustig machen, das sind die Schlussfolgerungen aus einer obflächlich dargestellten und vermutlich auch oberflächlich angelegten Studie an einer zu kleinen Probandenzahl.

      • Pöt 29. Oktober 2012 / 11:03

        Mein abneigender Kommentar bezog sich auf die Schlussfolgerung, dass nur „Männer können sich so was [e.s. unbewusste Hormonbeeinflussung im Alltag, bzw gegenüber dem anderen Geschlecht] an den Haaren herbeiziehen.“ denn (so die Begründung) „…womit denken alle Männer?“.
        Entschuldigung, da finde ich keinen Ansatz für eine augenzwinkernde Interpretation oder einen entsprechenden Ironie-Smilie. Auch nicht in zweiter oder dritter Lesung. Das ist mir, sorry für die Direktheit, schlicht zu platt. Beidseitig. Oder ist mir (weil mein Gehirn, wie bei allen Männern, sich ja offensichtlich gerade NICHT im Kopf befindet) auch zu blöd. Oder ich bin zu humorlos (war mir allerdings bisher noch nie vorgeworfen wurde).
        Vielleicht verstehe ich als Mann auch nur nicht alles auf dieser komischen Welt. Besonders die weibliche Psyche, die ja ein eigenes Universum ist.

        Regie-Hinweis: Mir ist jetzt nicht ganz klar, ob sich diese Antwort nicht doch in Opposition zum Hausrecht steht. Falls dem so sein sollte, so entschuldige ich mich und es kann der Kommentar natürlich gelöscht werden.

        • OneBBO 29. Oktober 2012 / 11:06

          Findest du nicht lustig? Schade. Wahrscheinlich können da nur Frauen drüber lachen … 🙂 Aber mein Humor ist eh nicht jedermanns Sache, das ist mir ebenfalls wohlbekannt 😀

          Dein Kommentar ist nicht in Opposition zum Hausrecht. Ich bin nicht Mao Blog-Tung 👿

          • Pöt 29. Oktober 2012 / 11:23

            Also läuft es darauf hinaus, dass ich „die Frauen“ (wissend, dass damit 3,5 Milliarden gemeint sein können, und nicht nur die 20 bis 100, die ich in meinem Leben etwas näher getroffen habe) schlicht nie verstanden habe.
            Das ist wahr: da ist allerdings was dran.

            /Ironie (nur zur Verdeutlichung für Männer)
            Das nächste Buch, was ist schreibe, wird sein:
            „Die Frau, das ewige Mysterium“
            Ich könnte es auch nennen: „Warum Gott kein Mann war (man versteht ihn ja bis heute nicht)“
            /Ironie-off

          • OneBBO 29. Oktober 2012 / 11:27

            Es könnte ja vielleicht auch einfach so sein, dass du mich in dem Artikel nicht verstanden hast :mrgreen: Mit dieser Erfahrung lebe ich, seit ich diesen Blog schreibe. Da ich mich aber nicht selbst erkläre, lass ich das einfach laufen und denke – der ein oder andere wird’s verstehen und seinen Spaß dran haben 🙂 Die anderen zucken mit der Schulter und warten auf den nächsten Artikel.

            Es sind übrigens, dir zum Trost, durchaus auch zustimmende Kommentare, die gelegentlich an meiner Absicht vorbeilesen.

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