Silit Schnellkochtopf 2,5 Liter econtrol

21. Februar 2013: Ein kleiner Schnellkochtopf

Seit ich mich dank der indischen Küche mehr mit dem Kochen von Hülsenfrüchten und Getreide auseinander gesetzt habe, ist ein Schnellkochtopf mein ständiger Begleiter. Angefangen habe ich mit dem Pro-Set von WMF: ein Deckel, ein 3-Liter-Topf und ein 6-Liter-Topf. Mit dem 3-Liter-Topf war ich immer voll zufrieden, den 6-Liter-Topf hätte ich mir sparen können. Die Pro-Serie zeichnet sich dadurch aus, dass ich die Dampfstufe vorwählen kann und das Ventil sich automatisch einstellt.

Nach einer Weile stellte ich fest: Mir ist die Mindestflüssigkeitsmenge zu hoch. Wenn ich meine kleinen Portionen in 250 g Wasser zubereite, habe ich häufig Suppe. Das ist unbefriedigend, so schön der Topf auch sonst ist. Ich habe mich auf dem Markt umgesehen: ein Edelstahltopf in 2,5 Liter mit Mindestmenge 125 g in der Gebrauchsanweisung gab es vor einigen Monaten von Silit. Der mit Silargan ausgekleidete Topf kam für mich aufgrund der schlechten Erfahrung einer Leserin nicht in Frage.

Ich habe mir also den 2,5 Liter-Topf „e-control“ gekauft. Auch hier kann ich die Dampfstufe vorgeben, es wird automatisch nachgeführt. Erster Eindruck: Toll, ich konnte endlich auch kleine Mengen problemlos zubereiten, der Topf beansprucht auf dem Ceran-Feld nur eine kleinere Kochstelle. Er ist, wie ich später feststellen konnte, auch induktionsfähig. Nach wenigen Tagen begannen die Probleme:

Der Deckel ließ sich nicht öffnen, der Griff ließ sich nicht vom Deckel lösen, der Drehknopf auf dem Deckel ließ sich nicht auf die Grundeinstellung bringen. Alles Dinge, die ich mitten im Kochvorgang nicht brauche! Den Händler angeschrieben, der hat sich an Silit gewandt. Sie würden mir einen neuen Topf schicken (Silit ging also in Vorleistung), ich möchte dann bitte meinen zurücksenden. Das fand ich schon einmal sehr entgegenkommend! Es dauerte auch nicht lange, da hatte ich endlich wieder meinen kleinen Topf.

Drei Tage ging alles gut, dann fingen wieder die Deckelprobleme an. Das Blöde war an diesem Abend, dass ich dachte, ich würde gar nichts mehr zu essen bekommen…. der Deckel ging einfach nicht auf. Irgendwann klappte es dann, ich war völlig entnervt. Wieder an Silit geschrieben, diesmal wurde nur der Deckel ausgetauscht. Ich erhielt ein laborgeprüftes Exemplar, was bei mir ein ironisches Lächeln bewirkte. Laborgeprüft, na toll…. was interessiert mich das, wenn er nicht funktioniert?

Nun, er funktioniert auch heute noch, einige Monate später. Aber ich habe eins festgestellt: Das System ist bei allen Vorzügen deutlich empfindlicher als der WMF-Topf. WMF hat auch einen 2,5-Liter-Topf, aber erstens nicht aus der Pro-Serie mit automatischem Druckventil und zweitens beträgt die Mindestmenge auch für diesen Topf 250 g. Ich habe eines gelernt: Das Aufsetzen des Silit-Deckels muss ich sehr sorgsam vornehmen, d.h. nicht mal eben draufsetzen, einrasten, festdrehen. Es gehört ein gewisses Fingerspitzengefühl dazu. Da ich erst so robust damit umgegangen war, wie mit dem WMF, habe ich da auch so manchen Schweißausbruch davon getragen (Hilfe…. mein Essen…). Einmal war der Griff festgeklemmt, eine wahre Freude!

Mittlerweile habe ich ihn schon einige Wochen ohne Malheur in Betrieb. Ich weiß ja nun, dass ich Griff und Deckel quasi mit Watte eingelegt wie ein rohes Ei behandeln muss, bis er fest aufsitzt. Aber davon abgesehen bereitet er mir große Freude – endlich mal Hülsenfrüchte kochen, sodass am Ende nicht alles in Wasser schwimmt! Einmal habe ich es – Deckel falsch aufgesetzt (das ist wirklich nicht schwer, falsch zu machen, leider) – geschafft, dass alles Wasser verpufft ist. Ich bemerkte es am Geruch und daran, dass das Ventil nicht hochgehen wollte. Schließlich aufgemacht, Essen war zum Glück fast gar und zwar dick unten angesetzt, aber es schmeckte nicht verbrannt. Der Topf hat das Ansetzen bestens überstanden.

Wer also um die Probleme mit dem Deckel weiß: Der kann mit diesem Topf als Single wirklich glücklich werden!

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12 Gedanken zu “Silit Schnellkochtopf 2,5 Liter econtrol

  1. culinariaa 21. Februar 2013 / 20:43

    Ja, das kann ich alles voll bestätigen. Und ergänzen durch die Anmerkung, dass auch nach richtigem Aufsetzen des Deckels Dampf noch und nöcher entweichen kann. Das ist mir einmal passiert, als ich meinen eingelegten faltbaren Dämpfkorb zu hoch befüllt habe und Gargut in der Nähe der Dichtung lag.

    Wie in der Gebrauchsanweisung glaube ich auch gesagt, sollte man den Topf beim Kochen nicht ohne Beobachtung lassen und den Garvorgang abbrechen, wenn länger als einige Sekunden nach Ansteigen des Ventils noch Dampf austritt. Man muss nicht mit Argusaugen hinschauen; es reicht, die Ohren zu spitzen, da das Zischen bei Dampfaustritt nicht zu überhören ist.

    Ansonsten: Ein entzückendes Töpfchen, das ich nicht missen möchte – obwohl ich es „nur“ für Getreide, Hülsenfrüchte und Rote Bete nutze.

    • OneBBO 21. Februar 2013 / 20:47

      Ich möchte es nicht beschwören, denke aber, dass alle Schnellkochtopfhersteller in der Gebrauchsanweisung sagen, man dürfe das Töpfchen nicht unbeobachtet lassen 🙂

      Mittlerweile koche ich da 80% meines Essens drin. Kartoffeln mit Möhren und Weißkohl z.B. hatte ich gestern – in drei Minuten + Abdampfen fertig, ohne Einsatz. Und nur 125 g Wasser.

      • culinariaa 21. Februar 2013 / 21:24

        Da ich für Salat, ein Sößchen und und Kücheaufräumen sowieso immer ein halbe Stunde mindestens brauche, macht es mir nichts aus, Garzeiten von bis zu 20 Minuten im normalen Topf abzuwarten. Ich habe immer noch das Misstrauen, ob im Schnellkochtopf vielleicht doch mehr Viamine flöten gehen.

        Was ich auf dem Umweg über diesen Schnellkochtopf und den dazu gekauften (nicht dazugehörigen) faltbaren Dämpfeinsatz wiederentdeckt habe, ist das Dämpfen von Gemüse, im Schnellkochtopf und auch im normalen Kochtopf. Schmeckt mir hervorragend. Ggf. kommt nachträglich Öl mit Kräutern/Gewürzen im PB gemixt drüber, oft aber auch nicht.

        Der faltbare Einsatz hat höhere Füße als der übliche Siebeinsatz, sozusagen kleine Stelzen, sodass darunter reichlich Platz für Wasser und Quellgut ist (im Schnellkochtopf z. B. für den Dinkel, den ich mit der Roten Bete darüber gegart habe).

        • OneBBO 22. Februar 2013 / 06:59

          Die Diskussion mit den Vitaminen hatten wir ja schon mal, da steige ich jetzt nicht wieder drauf ein 🙂

          Da ich abends meine Rohkost nicht als Salat zubereite, sondern während des Kochens knabbere, und fürs Aufräumen nicht lange brauche, ist mir der Zeitgewinn von teils 15 Minuten für meinen knapp bemessenen Feiertag ein echter Gewinn.

          • culinariaa 22. Februar 2013 / 07:58

            Ja klar, solange ich berufstätig war, war ein (damals großer) Dampfdrucktopf bei mir im Dauereinsatz, damit schnell nach der Rückkehr das Essen auf dem Tisch stehen konnte.

            Das Schöne am Schnellkochtopf ist ja, dass er für die verschiedensten Bedürfnisse von Singles bis Großfamilie, von Veganer bis Fleischesser, nützlich ist.

            Ich finde, die Werbung für diese Töpfe berücksichtigt uns Vollwert- und Pflanzenesser noch viel zu wenig und tut sich damit keinen Gefallen.

          • OneBBO 22. Februar 2013 / 07:59

            Das mit der Werbung übernehmen wir ja dann 😉

  2. Daniela 22. Februar 2013 / 09:18

    Ich hab ja seit gut 20 Jahren einen großen Silit Schnellkochtopf und ich liebe ihn. Er funktioniert einwandfrei, es dampft aber auch etwas heraus, wenn der Druck im Inneren zu sehr ansteigt, das war schon immer der Fall, ich glaube, das ist auch so gewollt, da das Ventil aus Gründen der Sicherheit ja somit den vorhandenen Überdruck abbaut., Ich schliesse den Einstellriegel am Griff (also die Druckeinstellung) immer ganz, also auf höchste Stufe, dann dampft es bei meinem Topf am wenigsten heraus. Ich mache es aber generell so, dass ich den Topf so lang auf höchster Stufe kochen lasse, bis alle Ringe des Ventistiftes (ich kenne das aktuelle Deckel-Ventil-System nicht) heraus stehen, also maximalen Dampfdruck anzeigen. Man hört dann auch, dass es etwas „zischt“. So lang bleibe ich immer beim Topf stehen. Wenn besagter Dampfdruck erreicht ist, stelle ich die Platte ab und lasse den Topf auf ausgestellter Flamme weiter kochen, die Länge halt entsprechend dem Inhalt angepasst. Die dann vorhandene Hitze reicht locker sogar, um über Nacht eingeweichte Kichererbsen in ca. 25 Minuten weich zu kochen. Da sich der Dampfdruck ohne Hitzezufuhr nicht weiter erhöhen kann, gehe ich dann auch aus der Küche. Man spart sich so auch Strom und einen Teil des Abdamfens zum Schluss, weil der Druck ja ohne Hitze mit der Zeit selbst sinkt. Gar wird so eigentlich auch alles gut (außer vielleicht Fleisch in großen Stücken, das ja länger garen muss und das wir ja eh nicht drin machen) und ich finde es einfacher, hab ich mir von meiner Mama abgeschaut, die seit Jahrzehnten so Gemüse, Eintöpfe oder Hülsenfrüchte darin zubereitet..

    • OneBBO 22. Februar 2013 / 09:23

      Danke für deinen Erfahrungsbericht! Und natürlich hast du Recht – das Ventil ist dafür GESCHAFFEN, dass es den Druck rauslässt, sonst würde der Topf ja explodieren.

      Ich mach’s etwas anders als du…. aber das liegt ja an meiner Induktionsplatte (Bericht auch demnächst). Und 25 Min. wäre mir für Kichererbsen zu lang. Ich koche 10 Min und dann dampft der Topf max. 5 Min ab, sind nur 15 Min, bedetuet 10 Min. Feierabend gewonnen 🙂

      Wobei ich abdampfen lasse, aber das meinst du ja auch, nämlich einfach stehen lassen. Helfe da nie nach.

      • Daniela 22. Februar 2013 / 09:28

        Genau, so meine ich es, Ute. Hm, echt, nur so kurz brauchen die Kichererbsen dann? Dann muss ich deine Methode bei Hülsenfrüchten mal ausprobieren, bin gespannt auf den Bericht!

        • OneBBO 22. Februar 2013 / 09:29

          Im Kopf ist er fertig, muss mich nur mal aufraffen und ihn schreiben und einen Termin finden.

          • culinariaa 22. Februar 2013 / 12:35

            Beim „Abdampfen lassen“ ist die Frage, ob der Topf auf der Platte stehen bleibt oder runtergezogen wird, bevor manfrau wartet,bis er drucklos ist. Ich habe den Topf kürzlich mit Linsen gleich nachdem der 2. Ring sichtbar war ausgestellt und auf der Platte stehen lassen; da hatte ich Matsch, als der Topf drucklos war. Sicher sorten-, topf- und herdabhängig und versuchsbedürftig.

            Für mein eigenes Sprachgefühl würde „abdampfen lassen“ heißen, dass ich das Ventil vorsichtig runterdrehe, um manuell Dampf abzulassen. Das mache ich nie

          • OneBBO 22. Februar 2013 / 12:40

            Man kann (s. Gebrauchsanweisung) auf verschiedene Weisen abdampfen lassen: aktiv (Ventil runterdrehen, wie du sagst), unter kaltes Wasser halten oder eben von alleine runter rutschen lassen. Manche Hersteller geben auch noch ne 4. Methode, die habe ich jetzt vergessen. Ich nehme immer die Methode: Runter vom Herd, dann warten – und nenne das Abdampfen 🙂

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