Sonntags-Crepe und eine Geschichte

25. August 2013: Crepes-Rezept und Geschichte Nr. 45

Gefüllte Crepes mit Salat

Der erste Test mit meiner ATM-Crepespfanne, 28 cm. Sie wird langsam heiß, hält aber die Hitze wirklich sehr lang. Was ich gemerkt habe, als ich sie blöderweise auf einem weißen Plastikdeckel ablegte. 10 Minuten später entdeckte ich zu meinem Entsetzen, dass auch an der Pfanne weißes Plastik haftete, sofort mit Steinreiniger abgeschrubbt… au, au, die Pfanne war noch ordentlich heiß. Der Crepes sieht etwas zuppelig aus, was aber dran liegt, dass ich nicht geduldig genug war und zu früh geguckt habe, dann reißt natürlich  der dünne Teig noch ab. Ansonsten eine tolle Pfanne für Fladen, sagt mir der erste Versuch.

Kaufen könnte Ihr dieses Rezept mit der Nummer 5645 (für 1 Euro): hier

5645

 

Geschichte Nr. 45

Es ist Nacht. Irgendwo knarrt eine Holzbohle. Das Mondlicht scheint durch das gardinenlose Fenster in einen Raum. In der Mitte des Zimmers steht ein großer Tisch mit vier Holzstühlen. Mehr kann man nicht erkennen. In der rechten Ecke ist ein kleines weißes Licht zu sehen. Ab und zu schiebt sich eine kleine Wolke über den Mond, je weiter er über den Horizont kommt, umso besser kann man erkennen, was auf dem Tisch liegt: Bestecke, vielleicht aus Silber, die im Mondlicht funkeln. Eine Glasvase, deren Rundung ebenfalls das Mondlicht reflektiert. Irgendwo im Haus schlägt eine Uhr: Es ist 2 Uhr nachts. Wenige Minuten später klingelt es im Raum, drringgg-drringg, viermal geht das so. Dann springt eine Maschine an, das ehemals kleine weiße Licht ist nun rot und beginnt zu flackern. Nach einer Weile macht es klick und klock… die Stimme einer Frau ist zu hören “Ja, hallo, ich bin’s, tut mir Leid, dass ich so spät anrufe, aber…. ich muss einfach mit jemandem reden” Pause. “Eine blöde Idee, jetzt anzurufen, aber ich wollte …”. Pause. Ein unsicheres “Ja, dann bis bald, und… äh, tschüss.”. Man kann hören, wie der Hörer aufgelegt wird. Das kleine Licht leuchtet nun stetig grün. Wenige Stunden später durchflutet das erste Grau den Raum, Vogelstimmen verkünden den neuen Morgen. Ein Radio plärrt los, irgendwo knallt eine Tür. Wasser fließt, ein Fenster wird geschlossen, Lichter gehen an.

Knarrend öffnet sich die Tür zu meinem Frühstücksraum im Ferienhaus in Cornwall –in der Nähe von Mousehole. Ich hatte die Nacht schlecht geschlafen! Lag es am Mond? Ich machte mir Sorgen wegen meiner schönen Schwester Mabel. Sie hatte sich seit gestern Mittag nicht mehr gemeldet. Nachts hatte das Telefon geklingelt, als ich gerade eingeschlafen war. Ich setzte mich an den gedeckten Frühstückstisch, als mein Blick auf die leuchtende Anzeige des Anrufbeantworters fällt. Hatte Mabel versucht anzurufen? Hatte sie Probleme? Gestern wollte sie den ganzen Tag über das Hochland zu den Zinnminen wandern. Ich hörte die Nachricht ab. Es war Mabel! Sofort versuchte ich in meinem Zimmer  ihr iPhone anzurufen und zu orten. Komisch! Es klappt nicht! Es gibt nur unklare Bildverzerrungen, blauviolette Blitze, unmittelbar danach stürzt mein iPad Programm ab.

*

Mabel ist ganz aufgeregt! Sie hatte gestern Abend bei einbrechender Dämmerung bei einer alten, fast zerfallenen Zinnmine ein eigenartiges Gerät gefunden. Als sie auf den Apparat zu lief, fiel ihr das auffällige, sehr unregelmäßige Flackern der drei vorne angebrachten Lichter auf, die in einem tiefen Violett-Ton blinkten und sie eigenartig, fast hypnotisierend fixierten. Sollte es sich um eine Art Morsezeichen handeln? Irritierend waren die eigenartigen, antennenähnlichen „Füsse“ und „Arme“ des silber-grauen Gerätes. Wie ein Funkgerät oder ein Miniroboter sah es nicht aus. Als sie gestern die Lichtblitze genauer fixiert hatte, formten sich in ihrem Kopf eigenartige Stimmen, so dass sie ganz durcheinander war und beunruhigt flüchtete.

In der Nacht hatte Mabel noch versucht, ihren Bruder in seiner Ferienwohnung zu erreichen, hatte dann aber schnell aufgelegt, um ihn nicht zu stören. Sie würde sich nochmal melden müssen.

Jetzt  ist sie auf dem Weg, um bei Helligkeit den eigenartigen Apparat genauer zu untersuchen. Ob das sonderbare Gerät dort immer noch zu finden war? Vielleicht hatte irgendein Technikfreak es dort vergessen? Langsam geht sie auf die alten Ruinen zahlreicher Zinnminen zu. Was war denn nochmal der richtige Turm? Eigenartig, fast wie von selbst gelangt sie zum richtigen Ort. Und tatsächlich, der etwa radiogroße Apparat steht immer noch an derselben Stelle. Aus der Ferne kann sie keine von den blinkenden Lampen erkennen, die sie gestern so irritiert hatten. Allerdings hat sie den Eindruck, dass der Apparat verstellt worden ist und sie nicht direkt „anblickt“. Auf ihrem Smartphone kontrolliert sie ihren genauen Standort.

Mabel versucht, ihren Bruder Tom in seiner Ferienwohnung anzurufen. Nach drei Klingeltönen wird das Telefon abgenommen: „Ein Glück, dass du dich meldest, ich habe dein Telefon vorhin nicht erreichen können! Hast du irgendwelche Sorgen?“. Mabel erzählt  von ihren eigenartigen Beobachtungen, „ich werde mir das Gerät jetzt genauer ansehen, vielleicht kannst du mir dabei Gesellschaft leisten?“. Tom verspricht, so schnell es geht zu kommen.

Als Mabel näher zu dem Gerät kommt, beginnt wieder das eigenartige, morseartige Blinken, sie fühlt sich wie fixiert, wie hypnotisiert, das Handy fällt ihr aus der Hand. Ungewollt formen sich Wörter und Sätze in ihrem Kopf, oder in ihrer Fantasie? Mit voller Aufmerksamkeit, aber wie benommen, wie gelähmt steht sie vor dem Kasten, ein unbeschreibliches Schwächegefühl kommt über sie: Mabel hört eine schnarrende Computerstimme „A ruft M, Du bist erwählt von König Amunhotep II aus der 18. Dynastie, Du bist erwählt als neue große Königsgemahlin, deine Dienerinnen werden dich in die königlichen Bäder führen und schminken und neu einkleiden“. Plötzlich umfängt Mabel das grelle Licht eines ägyptischen Morgens, es ist unglaublich heiß in Waset, im Königspalast wird sie von zahlreichen liebevollen und hilfsbereiten Sklavinnen in Empfang genommen.

**

Tom gelangt zu dem beschriebenen Ort, um sich mit Mabel zu treffen. Eigenartig, er kann sie nirgends sehen. Nur ein altes, fast verrottetes Transistorradio steht herum. „Hallo! Mabel! Wo steckst du?“ Da sieht er auf dem Boden Mabels Smartphone liegen, dass Display ist zersplittert. Was ist passiert? Ich muss ein Suchkommando bestellen, ist sie entführt worden? Auf dem Display seines iPhones erscheint in diesem Moment eine Säulenhalle in Memphis mit einer lebensechten jungen Königin Teje.

Werbung

13 Gedanken zu “Sonntags-Crepe und eine Geschichte

  1. Tausend 25. August 2013 / 18:03

    Ich würde an seiner Stelle Marlowe anrufen.
    Andererseits kann der sich ja dann etwas Zeit lassen. Das passiert einem doch nur einmal im Leben, dass man mal in die Antike reist…

    • OneBBO 25. August 2013 / 18:09

      Ich bitte um einen Beleg dafür, dass man nur einmal in die Antike reisen kann.

      • Tausend 25. August 2013 / 18:23

        „Man kann nur einmal in die Antike reisen.“ Herodias Bloom: Zeitreisen mit einer Spanne von über 2000 Jahren. In: Das Wissen der heutigen Zeit kompakt. Bd. 17002. Hrsg. von Johannes Blausius Banause u. a. Ditterke 2013.

        • Tausend 25. August 2013 / 18:24

          S. 1.

        • OneBBO 25. August 2013 / 18:27

          Ach, gibt es den Band jetzt schon? Ich bin noch bei Bd. 16998 und hatte 16999 bis 17001 vor ein paar Tagen bestellt. Danke!

          • Tausend 25. August 2013 / 18:31

            Ja, gerade erst erschienen! Hab ich mir gedacht, dass Du die systematisch nach laufender Nummer liest. Consequent.

  2. Drea 25. August 2013 / 18:46

    Ach, ihr habt tolle Unterhaltungen *lol

    • OneBBO 25. August 2013 / 18:49

      Du darfst gerne beitragen 🙂

  3. Daniela 25. August 2013 / 19:39

    Yummy, die gefüllten Crepes sehen aber gut aus! Wie gut, dass ich schon satt bin! 😉

    • OneBBO 25. August 2013 / 20:09

      Das ist wie beim Einkaufen: Rezepteblogs soll man immer nur satt anschauen ,-)

  4. sandra 27. August 2013 / 14:24

    Einmal in die Antike reisen ist gut und schön, bloß sollte man das Rückfahrt-Ticket nicht vergessen 😉
    Ach ja, und einen Picknickkorb mit Crepes nicht vergessen!

    • OneBBO 27. August 2013 / 14:25

      Schmecken Crepes denn kalt? Hmmmm…

      • sandra 27. August 2013 / 14:30

        Na ja, in Thermotaschen halten die lange warm 🙄

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.