Schreib ein Kochbuch!

7. März 2014: Bücher schreiben

Ein Buch schreiben? Das kann heute jeder. Dafür gibt es die Möglichkeit der Ebooks. Ein Kochbuch schreiben? Na, das kann erst recht jeder. Entweder setzen wir uns an den Schreibtisch und überlegen, was unsere Lieblingsrezepte sind, und schreiben sie auf. Wenn wir die Mengen nicht mehr so genau wissen, fügen wir einfach den Passus dazu „Ihr seid viel kreativer in der Küche, wenn Ihr nicht wiegt, dann lernt Ihr auch viel mehr.“ Oder Ihr nehmt Fantasiemengen, macht nichts, das machen die bekannten Kochbuchautoren meist auch.

Das glaubt ihr nicht? Ich könnte euch bei vielen bekannten Autoren zeigen, wo die Wassermengen nicht stimmen, wo die Mengenangaben Quatsch sind. Das weiß ich aus eigener Erfahrung oder weil andere es mir erzählt haben. Ich erinnere mich noch an den verzweifelten Anruf einer guten Bekannten, die nach dem Rezept einer bekannten Autorin einen Rumstollen (ich glaube, das war’s) backen wollte. Nach 3 Stunden war der Teig noch immer nicht gegangen. Ich ließ mir die Zutatenliste vorlesen – die Wassermenge entsprach dem, was einen Nudelteig so schön fest werden lässt. Da konnte der Stollen nicht gehen 🙂

War das früher mit Kochbüchern häufig schon schwierig (wobei ich nach wie vor auf die alten Oetker-Kochbücher schwöre, die waren präzise und hatten quasi Gelinggarantie), so kommt jetzt eben noch die Dreistigkeit dazu: Wie gesagt, jeder kann ein Kochbuch schreiben. Ich habe Null Ahnung von Vollwert, und eigentlich koche ich auch nix Besonderes, aber meine Kinder mögen das, also schreibe ich ein Ebook. Die Rechtschreibung ist lausig? Ey, das ist doch egal, wer schaut heute noch auf solche Kleinigkeiten?

Oder die berühmte Variante: Ich finde mich selbst so toll, dass ich mich über zwei Drittel der Rezepte ergieße, überall große Fotos von mir mit breitem Grinsen platziere, dafür gibt’s halt nicht so viele Rezepte.

🙂

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5 Gedanken zu “Schreib ein Kochbuch!

  1. Tanja`s Allerlei 7. März 2014 / 18:19

    Du hast natürlich recht, dass es immer einfacher ist, sein eigenes Buch oder wie in Deinem Beispiel sein eigenes Kochbuch zu veröffentlichen, aber ich finde das garnicht schlecht. Ich selber könnte es nicht, aber wie viele haben tolle Rezepte zu Hause, welche sie nur selber zu Hause zubereiten oder bestenfalls noch im Blog präsentieren. Und da ist es doch schön, diese auch als Buch kaufen zu können. Ich freue mich jedenfalls über einige Kochbücher, die Blogger herausgebracht haben, die ich nun auch durchblättern kann 🙂

  2. Daniela 7. März 2014 / 20:24

    Doch, es gibt auch Leute, die keine Kochbücher schreiben können, ich zum Beispiel! 😉
    Erstens koche ich viel zu einfach, zweitens nie mit Rezept, außer, wenns für den Blog dokumentiert wird (und das finde ich wirklich, weil ich das sonst nie mache und weil man ja sehr genau sein muss, teilweise anstrengend, ich möcht nicht wissrn, wieviel Arbeit erst in einem Buch steckt) und drittens würde mir da ganz entschieden die Kreativität und das Knowhow fehlen.
    Wenn ich jetzt sagen würde, ich schreib ein Ebook oder dergleichen mit Rezepten, dann wäre das in meinen Augen direkt lächerlich.
    Aber eigentlich müsste doch jeder wissen, wo seine Stärken liegen udn sich dann nicht derart überschätzen oder gar tricksen, indem er Phantasiemengenangaben macht…
    Ganz im Gegensatz zu dir, Ute, du hast, was Vollwert und Kochen betrifft wirklich unsagbar viel Erfahrung, Knowhow und Können und machst dir unheimlich viel Arbeit mit deinen Rezepten. Da zieh ich ehrlich den Hut vor.

  3. Anja 8. März 2014 / 15:21

    Ich denke, die Hürde ‚Verlag‘ macht dem Autor auch Druck, die Rezepte einigermassen korrekt zu halten. Deshalb vertraue ich Büchern mit Verlag doch eher als selbstveröffentlichten E-Books 😉

  4. Drea 8. März 2014 / 22:06

    Hab gerade erst wieder ein tolles Rezept für einen Kräuteraufstrich gefunden. Zutat u.a.: „2 EL Kräuter“.
    Hm ja klar. Mit Kocherfahrung brauch ich das ganze Rezept nicht und ohne weiß ich nicht, welche Kräuter geeignet sind und evtl. sogar, was überhaupt alles ein Kraut ist…

    • OneBBO 8. März 2014 / 22:19

      Das beschreibt exakt, was ich meine 🙂

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