Eine kleine Grippeimpfung gefällig?

5. Mai 2014: Impfen, Impfen, Impfen

Las ich doch im Seniorenratgeber (April 2014) einen schönen Artikel über „Masern mit 70“. Resümée: Weil Senioren Impflücken haben, sind sie für bestimmte Keime besonders empfindlich. Wobei die Tipps hier sich nicht, wie der Titel vermuten lässt, auf über-70-Jährige bezieht, sondern auf Menschen ab 60 Jahren. Welcher Rückschritt, wir hatten die Senioren doch schon bei ab 50 🙂

Also die Senioren haben Impflücken und bekommen deshalb Kinderkrankheiten. Kleine Anregung zum Nachdenken: Hätten die Senioren als Kinder einige Kinderkrankheiten bekommen, wie das früher üblich war, würden sie im Alter nicht daran erkranken. Aber das ist natürlich völlig Impf-blasphemisches Denken 🙂

Schön auch das Kästchen zu den Impfungen, die man ab 60 machen lassen sollte. Am besten gefällt mir ja die alljährliche Impfung gegen Grippe. Das wird ja wirklich immer so schön heruntergebetet, wie ein Rosenkranz. Es gäbe ja z.B. auch die Möglichkeit, Menschen ab 60 Jahren eine Ernährung zu empfehlen, die sie generell gesünder und weniger anfällig macht.

Typische Erkrankungen des Alters schwächen das Immunsystem der älteren Menschen. Immerhin – es wird nicht von Alterskrankheiten (die es nicht gibt, denn das Alter ist nicht notwendig mit Krankheiten verknüpft) gesprochen, sondern typischen Erkrankungen des Alters. Das mag ja sein. Ich lese die Liste mit Freude: Bluthochdruck, Arteriosklerose, Lungenleiden und Multimorbidität (= viele Krankheiten gleichzeitig). Mit Freude lese ich das deshalb, weil ich außer meinem Gallenleiden nix habe. Kommt aber bestimmt in den nächsten Tagen, den so ein Seniorenratgeber weiß das doch besser als ich 😉

18 Gedanken zu “Eine kleine Grippeimpfung gefällig?

  1. Tausend 5. Mai 2014 / 17:38

    Ich glaube, ich werde mich auf diese Empfehlung hin gegen Multimorbidität im Alter impfen lassen.

    • OneBBO 5. Mai 2014 / 17:43

      Das ist eine blendende Idee. Dann stirbst du nur noch an einer Krankheit.

      • Tausend 5. Mai 2014 / 18:23

        Das ist mein Plan.

        • OneBBO 5. Mai 2014 / 18:25

          Du solltest eine Uno-Morbidität-Selbsthilfegruppe gründen. In der Gruppe geht nämlich, las ich gerade wieder, alles viel leichter!

          • Tausend 5. Mai 2014 / 18:40

            Alles vielleichter? Ich bin dabei! Gibt es auch eine Uno-Mortuitätsgruppe, so dass man nur einmal stirbt?

          • OneBBO 5. Mai 2014 / 18:43

            Es gibt meines Wissens noch keine wissenschaftlich rigiden Studien dazu.

  2. Daniela 5. Mai 2014 / 18:42

    Gruselig, derartige Impfempfehlungen, erst recht für „Senioren“. Da schüttelts mich immer a weng. 😉

    • OneBBO 5. Mai 2014 / 18:43

      Die Senioren sind doch ein prima Arzneimittelauffangbehälter 👿

      • Daniela 5. Mai 2014 / 18:55

        Und was meinst du, wie sich das für die Pharmakonzerne rechnen würde, wenn sich solche Empfehlungen recht viele Leutchen zu Herzen nehmen. Hoffentlich tun sie´s nicht……

  3. Marita Rüter 5. Mai 2014 / 20:16

    Arzneimittelauffangbehälter – das muss ich mir merken 😉 , das waren meine Schwiegereltern besonders in den letzten 20 Lebensjahren, nach und nach kamen immer mehr Medis dazu.Nach ihrer letzten Grippeimpfung bekam meine pflegebedürftige und demente
    Schwiegermutter eine heftige, sehr schmerzhafte Schwellung
    mit großem Bluterguß an ihrem Arm. Beiden wurde gegen
    allerlei Beschwerden ein Berg von Medikamenten verordnet, die
    ich ihnen täglich als „Nachspeise“ geben musste,: Fentanylpflaster,
    die meine Schwiegermutter über fünf Jahre gegen ihre Schmerzen
    wegen einer Osteoporose-Erkrankung bekam, ständig Antibiotika
    über viele Jahre wegen chronischer Blasenentzündungen, den
    Blutverdünner Marcumar, Medis gegen Herzrhytmusstörungen,
    Antidepressiva, Abführmittel….. ständig wurden es mehr….
    Für Schwiegervater waren es ebenfalls Abführmittel, dann Blutdrucksenker, Herztabletten, Insulin, Schmerzmittel gegen
    Arthrose, den Blutfettsenker Lipo-Merz, zuletzt auch Blutverdünner,
    Augentropfen- da er eine Makuladegeneration hatte, Die üblichen
    Grippeimpfungen durften bei ihm keinesfalls fehlen, trotzdem
    wurden die Leiden immer mehr, immer beschwerlicher, bis zuletzt
    auch die Dialyse nicht mehr half. Zwischendurch waren viele
    Krankenhausaufenthalte und Operationen notwendig. Das hat
    nur einem geholfen – der Pharmaindustrie. So möchte ich niemals enden, das haben mir die 10 Jahre, die ich beide versorgt habe
    deutlich gezeigt.
    Eine Ernährungsumstellung wurde von beiden strikt abgelehnt!

    • OneBBO 5. Mai 2014 / 20:26

      Medikamente nehmen heiß Verantwortung abgeben und ist auf den ersten Blick viel bequemer als eine Ernährungsumstellung.

  4. Bella 5. Mai 2014 / 20:30

    Es ist sehr traurig, dass solche Krankheitsbilder und die diversen
    Medikamente dafür immer mehr als selbstverständlich im Alter angesehen werden. Die Pharmaindustrie freut das natürlich, denn jedes Medikament bringt so viele nette Nebenwirkungen mit, dass man dafür gleich die nächste Pille braucht. Schlimm, diese Profitgier.

    • OneBBO 5. Mai 2014 / 20:52

      Es steht jedem Menschen frei, keine Medikamente zu nehmen. Das meine ich mit Eigenverantwortung.

  5. mialieh 6. Mai 2014 / 09:07

    Ich habe als meine Kinder klein waren, oft Bronchitis usw. gehabt. Daraus hat sich Asthma entwickelt. Daraufhin bin ich in die Gruppe der Risikopatienten gerutscht. Daraufhin sollte ich mich gegen Grippe impfen lassen. Ich habe das ein paar Jahre lang treu und brav gemacht. Und dann habe ich damit aufgehört. Das Asthma ist noch da, aber weniger. Ich bekam einmal im Jahr eine richtig dicke Erkältung mit Fieber. Bis letztes Jahr. Da hatte ich nur leichte Erkältungen. Ich weiß nicht, ob das alles in einem kausalen Zusammenhang steht. Aber scheint mir so. Ich bin allerdings auch erst 44. Mit 60 wird der Hebel ja scheinbar noch mal umgelegt. Ich muss meinen Impfpass suchen!!! 👿

    • OneBBO 6. Mai 2014 / 09:20

      Impfpass… da sagst du was, irgendwo habe ich auch einen 😀

  6. sandra 6. Mai 2014 / 10:15

    Impfpass? Welcher Impfpass 😆
    Bei mir sind Lücken, so groß, dass ein Schlachtschiff durch passt. Weder Diphterie noch Tetanus noch sonst was aufgefrischt. Seit 15 Jahren impffrei! Wurde sogar angerufen von der Praxis, wie nett. Ich sei überfällig mit der Grippeimpfung. Irgendwann habe ich den Arzt gewechselt und gleich zu Beginn meinen Standpunkt klar gemacht. Bis jetzt geht es gut. Arzneimittelauffangbehälter :mrgreen: klasse. Ich kenne ja nur die Medikamentenschluckmaschinen.

    • OneBBO 7. Mai 2014 / 06:54

      Komisch, ich hatte deinen Kommentar gestern schon beantwortet, aber die Antwort ist wohl nie angekommen 😦 Bitte keine bitteren Impfpasstränen weinen 🙂

      Arztwechsel ist sehr gut, einem neuen Arzt den Standpunkt zu vertreten ist einfacher als bei einem, der einen schon jahre- oder jahrzehntelang kennt.

      • sandra 7. Mai 2014 / 13:43

        Keine Angst, ich weine, wenn überhaupt, nur Vollwertkosttränen :mrgreen:

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