Honig und vegan

14. August 2014: Veganer und ihr Honigproblem

Eine Imkerin machte mich die Tage auf einen Beitrag auf der PETA-Webseite aufmerksam. Sie ist eine verantwortungsbewusste Imkerin und meinte „Da macht sich wieder einmal Halbwissen breit.“ Das stimmt. Ich frage mich, ob diese Menschen, die hier die Bienen angeblich vertreten, neben ihrem Halbwissen wenigstens zu Hause jede Getreidemotte mit der Hand vorsichtig einfangen und nach draußen tragen, sich den Mücken zum Fraß vorwerfen und Fliegen liebevoll ein Fliegarium aufbauen. Die Imkerin verwies mich auch auf zwei Kommentare, die auf schöne sachliche Weise das Halbwissen offenlegen. Dies möchte ich hier in Auszügen vorstellen.

Den ganzen PETA-Artikel findet Ihr: hier

8 Gründe, die verdeutlichen, warum Honig nicht vegan ist
Eine vegane Ernährung ist frei von allen Produkten, für die Tiere ausgebeutet und getötet werden. Die meisten Menschen wissen heute, dass Tiere für die Produktion von Fleisch, Fisch, Milch und Eiern gequält und geschlachtet werden. Doch viele Verbraucher fragen sich, was falsch daran sein könnte, Honig zu essen? Die folgenden 8 Gründe verdeutlichen, warum Honig nicht vegan ist, warum Bienen ihren Honig nicht freiwillig hergeben und warum viele der unterschätzten Insekten dabei sterben.
Honig als Lebensmittel verursacht großes Tierleid bei den ganz Kleinen
1. Auch Bienen werden in der Massenzucht gehalten und ausgebeutet
2. Bienen werden bei der Honigproduktion oft verletzt oder getötet
3. Königinnen erreichen nur einen Bruchteil ihrer natürlichen Lebenserwartung
4. Bienen brauchen ihren Honig selbst
5.Bienen arbeiten hart für IHREN Honig
6. Das Bienensterben geht uns alle an
7. Panikmache erleichtert den Diebstahl
8. Honig von glücklichen Bienen?

Zwei Kommentare (Link von der Imkerin) stelle ich ebenfalls in Auszügen vor. Es empfiehlt sich natürlich, beides vollständig zu lesen (hier).

Leider ist auch dieser Artikel sehr einseitig geschrieben, von jemanden der sich mit der Imkerei und den daraus gewonnen Produkten nicht beschäftigt hat. Nein, wir brauchen keinen Honig zum leben. Für die Süße nehmen mir Zucker der keine Inhaltsstoffe hat. […]
Man soll die Bienen nur noch wegen der Bestäubung halten!? Was für ein Quatsch! Wenn sich der Autor mal mit der Imkerei beschäftigt hätte, wüsste er das die Bienen nicht einfach so überleben. Das sie eine Menge Arbeit machen.
Hat der Autor sich mal über die Varroa, die Faubrut informiert ? Und wir halten die Bienen nur noch so, ohne „Lohn“ . Also hat der Bauer mit seiner Apfelbäumen seinen Gewinn an den Bienen, die wir nur so halten? Also halten wir uns auch die Kühe nur noch so, dass sie die Wiese abfressen, wir brauche ja kein Fleisch, und da wir alle dann uns nur vegan ernähren, müssen wir aber das Getreide was wir für den Frühstücksmüsli brauchen, mit der Hand selber ernten, damit die Ökobilanz des Müsli wieder stimmt. Denn der Mähdrescher und Traktor fährt auch nicht mit Wasser und macht bei der Ernte auch so manches Tier platt- Gruß Dirk

Noch sachlicher äußert sich ein anderer Imker, den ich hier leider auch aus Platzmangel nur in einem kleinen Auszug bringen kann. Hier empfehle ich ganz besonders die gründliche Lektüre des ganzen Kommentars:

Alternativen

Es gibt viele Menschen und Projekte, die sich mit artgerechter Bienenhaltung beschäftigen und sich dabei teilweise gegen die gängigen Imkerpraktiken richten. Der Verein 2010 Königinnen für das Ruhrgebiet sei genannt, Mellifera e.V.- Initiativen für Biene, Mensch, Natur, Die Bienenkiste von Erhard Maria Klein und Thomas Radetzki und der Weißenseifener Hängekorb von Günther Mancken.

Der demeter-Verband verbietet seinen Imkern das Beschneiden von Bienenflügeln und die künstliche Besamung von Königinnen. Völkervermehrung ist nur auf Grundlage des Schwarmtriebes und mit natürlich entstandenen Schwarmzellen und Weiseln erlaubt. Dem Winterfutter muss mindestens 10 % Bienenhonig beigefügt werden, eine ausschließliche Fütterung mit Bienenhonig ist anzustreben.

Auch unter den vielen Jungimkern, die heutzutage mit der Bienenhaltung beginnen, haben viele ein ausgeprägtes Bewusstsein für die (vermuteten) Bedürfnisse der Bienen. Die meisten von ihnen sind nicht aus wirtschaftlichen
Interessen zur Imkerei gekommen, sondern aus Interesse am Bienenschutz; geweckt durch die Medienkampagnen rund um das „Bienensterben“. Nicht selten finden sich unter ihnen gebildete Leute, die sich sehr um das Wohl ihrer Bienenvölker sorgen. Ich vermute, der stark verallgemeinernde und mit Halbwissen gespickte PETA-Artikel ist für sie ein Schlag ins Gesicht.

[…]

Konsequenzen

Jemand, der die Tierhaltung durch den Menschen ablehnt und sich aus ethischen Gründen vegan ernähren möchte, sollte in der Tat auf Bienenhonig verzichten. Für alle Anderen sollte der PETA-Artikel eher ein Aufruf sein, auf importierte Bienenprodukte zu verzichten. Die Haltungs- und Produktionsbedingungen hinter der ausländischen Ware sind für den Kunden / die Kundin undurchschaubar. Sie sind jedoch mit Sicherheit schlechter als beim Imker aus seiner / ihrer Nachbarschaft. 80 % des in Deutschland konsumierten Honigs stammen aus dem Ausland, lediglich 20 % werden von einheimischen Imkern und Imkerinnen produziert. (12)

Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie Honig direkt vom Imker Ihres Vertrauens kaufen!

Oder, wenn Sie vegan leben möchten: Pflanzen Sie Pflanzen, die den Bienen Nahrung bieten!

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Höft

26 Gedanken zu “Honig und vegan

  1. culinariaa 14. August 2014 / 18:26

    Ein großes Dankeschön für diesen Artikel! Ich möchte noch weitere Wissenssplitter hinzufügen (wenn du erlaubst):

    1. In meiner Kindheit und Jugend war bei Autofahrten die Windschutzscheibe auf Fahrten in nullkommanix von gegen die scheibe geklatschten Insektenresten übersät und musst bei Tankstellstops gewaschen werden – die Luft war nämlich voll von herumschwirrenden Insekten.

    2. Die Bauern bekommen Geld dafür, dass sie Wildblumenränder an ihren Feldern sthen lassen. Diese Ränder bekommen die auf die Felder gespritzten Gifte voll ab und sind die perfekte Mordfalle für alle Insekten, die sich daran gütlich tun. So werden die noch vorhandenen Insekten Jahr für Jahr dezimiert.

    3. In China werden heute schon viele Obstbäume von Hand mit Pinsel bestäubt. Bei uns könnte es demnächst auch dazu kommen.

    Wir brauchen die Insekten. Wir brauchen auch die Bienen, die von verantwortungsbewussten Imkern gehalten und gepflegt werden!

    • OneBBO 14. August 2014 / 18:28

      Danke für die Ergänzung!

  2. mialieh 14. August 2014 / 18:26

    Ich habe ja das Glück, dass mein Vater von seiner Idee ein Pony zu halten abgekommen ist und uns nun mit frischem einheimischen Honig beliefert. Er kam durch den Film „More than Honey“ (http://de.wikipedia.org/wiki/More_than_Honey) zu den Bienen und weil er für sein Rentnerdasein eine sinnvolle Betätigung suchte. Ich kann daher sagen, dass es ihm nicht um den Profit geht. Er bietet andere den Honig zum Herstellungspreis an – die ganzen Arbeitsstunden nicht eingerechnet. Da ich schon mal 1-2 Tage mitgeholfen habe, weiß ich auch, dass peinlichst auf die Bienen geachtet wird, dass eine Menge Fachwissen mit der Imkerei verbunden ist und dass daneben (das ist ja für vollwertige Honigbrote angenehm) der Honig nicht übergebührlich erhitzt wurde.

    Was mir nun bei dem PETA Artikel auffällt, ist das Boulevardzeitungs-Niveau. Es erinnert mich stark an die Rede von den bösen Kapitalisten, die die Arbeiter ausbeuten aus den 70ern. Nun werden die Bienen humanisiert – besonders ersichtlich in dem Argument der Massentierhaltung, das mich zu etwas überspitzen Gegenargumenten verleitet: Es soll ja Tiere geben, die gar nicht auf Individualisierung stehen. Die Honigbiene ist ein Insekt und fände es vielleicht auch langweilig, in einem eigenen kleinen Bienenhaus gehalten zu werden 😉 Jedenfalls wäre das auch nicht förderlich für die Erhaltung der Art.

    • OneBBO 14. August 2014 / 18:28

      Biene mit Anrecht auf 10 cm2 Wohnraum 🙂 Danke, das ist ein sehr schönes Beispiel!

  3. Adlerauge 14. August 2014 / 19:13

    – noch eine Ergänzung: die vergifteten Insekten werden dann auch von den Vögeln gefressen!
    – ich habe auch den erschütternden Film gesehen
    – gut finde ich den Ratschlag an die Veganer, die Honig mit den genannten, unterschiedlichen Argumenten ablehnen: pflanzt
    Bienenweidepflanzen zur Erhaltung der Bienen

  4. Anna Vegana 14. August 2014 / 19:19

    Nun ja, ich finde Honig vor allem ungesund und auf keinen Fall gesünder als normalen Zucker, Ahornsirup, Agavendicksaft etc. pp. Wer nicht mehr zuckersüchtig ist, braucht sowas nicht mehr.

    • mialieh 14. August 2014 / 19:26

      Hm… das deckt sich mit meiner subjektiven Erfahrung nicht. Seit ich den Honig von meinem Vater (bzw. dessen Bienen, höhö) verzehre, habe ich weniger mit Allergien zu tun. Einer Freundin von mir geht es auch

  5. e.k. 14. August 2014 / 19:23

    Zu dem Kommentar zu Anna Vegana:
    Kannst du deine Meinung begründen?

  6. Maria 14. August 2014 / 20:38

    Wir haben ja selbst auch Bienen und haben uns mit der üblichen Imkerei beschäftigt. D.h. wie es viele Imker machen, denen es um viel Honig geht. Uns störte auch das ständige Durchsehen der Völker und das Einfüttern mit Zucker. Deshalb haben wir beim Ernten nicht alles „ausgeraubt“, so dass es schon einige Male gelungen ist, eine Einfütterung zu vermeiden. Desweiteren lassen wir unsere Völker durchaus auch mal schwärmen. Meist konnten wir die Schwärme auch einfangen, so dass sie nicht verloren waren.
    Außerdem haben wir aus Interesse eine alternative Imkerei nach Warrè probiert. Dort werden die Bienen weitgehend in Ruhe gelassen und nur überschüssiger Honig entnommen. Allerdings muss man sagen, dass die Bienen bei jeglicher Halterungsweise nach unserer Erfahrung ohne menschliche Hilfe nicht überleben können, vor allen Dingen durch die Varroamilbe und Spritzmittel.
    Auch wir haben die Imkerei als Hobby aus Interesse und zur Eigenversorgung begonnen. Wirtschaftlich lukrativ ist das alles lange nicht! Aber man bekommt ein feines Gespür und offene Augen für die Umwelt.

    • OneBBO 14. August 2014 / 21:23

      Auch sehr interessant

  7. Anna Vegana 14. August 2014 / 21:07

    Ja, kann ich. Honig ist purer Zucker und hat daher auch genau dieselben gesundheitlichen Auswirkungen.

    Roher hochwertiger Honig mag noch ein paar mehr Mineralien, Vitamine, Antioxidantien und Enzyme haben, doch diese winzigen Mengen sind wohl kaum der Rede wert. Da kann man besser eine Tomate oder eine handvoll Himbeeren essen.

    Möglicherweise ist Honig für exzessive Zuckerkonsumten ein adäquates „Übergangsmittel“, aber keineswegs ein Ausweg aus der Zuckersucht, denn – wie gesagt – hat dieser dieselben gesundheitlichen Auswirkungen (Kariesrisiko, Blutzuckerschwankungen, Überlastung der Bauchspeicheldrüse, Candida, Fütterung der Krebszellen etc.pp.).

    Ich rede hier keinesfalls von low carb!! Ich esse nach dem 80/10/10-Prinzip, aber konsumiere keine konzentrierten Zuckerquellen (auch keine Trockenfrüchte).

    Außerdem ist mir aufgefallen, dass Vollwertler Honig gerne Eimerweise in Backwaren verbraten. Mal ehrlich: Man kauft teuren rohen Honig, um ihn zu erhitzen? Sehr witzig, dann kann man ja gleich Supermarkthonig nehmen! 😀 Nach dem Erhitzen ist das wenige Gute darin nämlich auch futsch und was bleibt: Purer Zucker.

    • OneBBO 14. August 2014 / 21:32

      Honig ist das einzige natürliche Süßungsmittel, das nicht industrialisiert ist. Ich habe noch nie einen Eimer Honig verbacken und kenne auch niemand, der das macht. Ich habe hier auch keine Lust auf diese Argumentationsweise. Und du weißt vermutlich schon was das heißt, wenn mich hier ein Kommentator nervt 😉

  8. Frau Schmidt 15. August 2014 / 06:56

    Danke für diesen Artikel! Bienenhaltung interessiert mich auch schon seit längerem und nur aus Zeitgründen habe ich bislang keine eigenen, dafür aber zwei Patenschaften bei Mellifera (s.o) 🙂
    Kann ich sehr empfehlen! Es gibt jedes Jahr ein Glas Patenhonig und regelmäßig schöne Post über deren Aktionen etc.

  9. Tausend 15. August 2014 / 08:34

    Dass auf Quälerei und schlechte Fütterung hingewiesen wird, finde ich richtig, ob es nun um Rinder, Hühner oder Bienen geht. Problematisch und irgendwie auch kontraproduktiv finde ich eine militante unreflektierte Art, die nie eine Sache ganz durchdenkt, sondern alle Argumente immer zu einer Seite dreht, als gäbe es kein Für und Wider. Ich finde, es ist eine vertretbare Position, wenn man dagegen ist, in das Leben der Bienen einzugreifen und ihnen den Honig zu nehmen. Das Gegenargument, dass der Imker die Bienen schützt und ihnen gute Lebensbedingungen verschafft genauso.
    Das ist ja letztlich eine ethische Diskussion, bei der es um die Grundsatzfrage geht, ob und in welcher Weise und Intensität der Mensch sich „Herrschaft“ über andere Lebewesen erlauben darf und wo die Grenze zur Sklaverei ist. Dass es dazu unterschiedliche Meinungen gibt, liegt in der Sache. Echte Argumente auf beiden Seiten finde ich hilfreich. Wahrscheinlich muss das am Ende aber doch jeder nach seinem Gewissen halten.

    • OneBBO 15. August 2014 / 08:50

      Ich finde diese Ethikdiskussionen teils sehr „künstlich“, denn wo ziehen wir die Grenze? Werden wir demnächst lieber krank bleiben, statt Viren zu bekämpfen? Wie ich schon sagte: Soll ich mich einer Mücke zum Frühstück anbieten? Soll ich Fruchtfliegen in meiner Küche auf dem Obst nett ihr Futter suchen lassen?

      Es gibt ja auch so etwas wie Symbiose, wo beide Teile ihren Vorteil haben. Das ist auch in der Natur reichlich vertreten, und warum soll der Mensch aus (für meinen Geschmack) künstlich-ethischen Erwägungen keine Symbiose eingehen, also Bienen schützen und dafür Honig bekommen?

      Und wie du auch sagst: mit dieser militanten Art kann ich gar nichts anfangen.

      • Tausend 15. August 2014 / 09:04

        Dass die Diskussion stattfindet, finde ich trotzdem wichtig, wenn sie vernünftig geführt wird. Und wenn jemand Vorbehalte hat, warum soll er sie nicht äußern. Schlimm finde ich nur das pauschale Dagegen ohne die Gegenargumente zu hören. Ich finde verantwortungsvolle Imkerei förderungswürdig und halte es für legitim, Honig zu essen. Allerdings finde ich es nicht verwerflich, wenn jemand das ablehnt, Viren und Fruchtfliegen aber trotzdem bekämpft, weil sie in seinen Bereich eindringen. Das tun Bienen ja nicht, da geht es darum, von ihnen etwas zu bekommen ohne sie direkt fragen zu können. Das ist halt eine Gratwanderung.

        • OneBBO 15. August 2014 / 09:12

          Eine offene Diskussion, da hast du Recht, ist sicher wichtig. Eben ohne Pauschalität. Da können – hoffentlich – beide Seiten etwas lernen. Leider gibt es immer wieder Diskussionen, wo keiner etwas lernen möchte.

          Wer sich gegen die Imkerei per se wendet, muss ja jede Nutztierhaltung logischerweise ablehnen. Das heißt, jede Zusammenarbeit von Mensch und Tier. Und wie ist das dann mit Menschen? Bin ich in dem Augenblick, wo ich einen Mitarbeiter beschäftige und ihn bezahle, schon ein Sklavenhalter? Der Mitarbeiter tut etwas für mich, ich biete ihm eine Arbeitsstelle und eine gewisse „Fürsorge“.

          Nichts anderes ist das mit Nutztieren auch, mal von Massentierhaltung und Schlachten abgesehen, davon reden wir hier nicht.

          Was ist daran verwerflich, Honigvölkern das Überleben mit recht hohem Aufwand zu ermöglichen und dafür mit Honig bezahlt zu werden? Ich habe noch kein sachliches, unpolemisches Argument dagegen finden können. Wobei für mich PETA auch wirklich nicht für Sachlichkeit steht, sorry.

          • Tausend 15. August 2014 / 09:25

            Ich finde es nicht verwerflich. Der Unterschied zu Menschen ist, dass Vereinbarungen möglich sind und sie die Bedingungen mitbestimmen können (ich hoffe jedenfalls, dass das auf Deine Mitarbeiter zutrifft und Du sie nicht einfach ungefragt nach Gutdünken befürsorgst ;-)). Solange der Mensch seine überlegene Position nicht ausnutzt, sondern der Handel mit den Bienen fair ist, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Er hat einfach Extraverantwortung, weil die Bienen ihren gerechten Teil ja nicht einfordern können und Menschen halt gelegentlich dazu neigen, ihre Vorteile und Überlegenheiten auszunutzen.

          • OneBBO 15. August 2014 / 09:33

            Dass der Mensch bei der Nutzung von – oder sagen wir es weniger anstößig: der Zusammenarbeit mit – Tieren eine besondere Verantwortung trägt, finde ich auch selbstverständlich.

            Daher finde ich es von einer Tierschutzrechtsorganisation eben besonders übel, dass sie da nicht differenzieren und Bienen, wie Mialeh oben so schön ausführte, auch noch vermenschlichen.

            Das Bienenproblem geht nicht dadurch weg, dass jetzt niemand mehr Honig isst, sondern dadurch, dass endlich nicht mehr – wie in vielen Dingen – nur noch auf den niedrigsten Preis geschielt wird.

            „Meine“ Imkerin hat für ihren tollen Honig mittlerweile einen Preis von 5 Euro/500 g Glas – kann jeder im Drogeriemarkt des fehlenden Vertrauens gucken, was da ein Importhonig kostet! Da sind ihr viele Kunden abgesprungen, weil sie ihn im Nachbardorf bei einem Massenimker billiger bekommen. Dahin zu schauen und mit meinem eigenen Geldbeutel den Weg zu zeigen, finde ich deutlich wertvoller und auch sinnvoller, als PETA-mäßig mit der Fliegenklatsche auf den Menschen rumzuhacken. Völlig zu für jedes Argument. Zumindest habe ich auf der Webseite noch keine Richtigstellung gefunden.

          • Tausend 15. August 2014 / 09:41

            Sehe ich auch so. Und es stimmt natürlich, dass verantwortungsbewusste Imker nicht reichen, sondern dass die Käufer mitziehen müssen.

          • culinariaa 15. August 2014 / 10:23

            Ja, der wundervolle Bio- Imkerhonig, auch der von Hobby-Imkern, hat natürlich seinen Preis. Das fehlende Qualitätsbewusstsein der Deutschen für ihre Ernährung ist wirklich ein schwieriges Problem, das ein Umdenken, eine Umkehr nicht nur beim Honig erschwert und durch falsche Subventionspolitik weiter verschärft wird. Das wäre ein lohnenderes Thema fürs Sommerloch als die Verknappung von Haselnüssen und die dadurch „drohende“ Verteuerung von Nutella 😦 .

  10. eco2021 15. August 2014 / 20:31

    Interessant den Artikel von dir Ute und alle Kommentare zu lesen. Ich habe zum Honigkonsum noch keine eigene Meinung.

    • OneBBO 16. August 2014 / 05:19

      Es gibt immer ein paar Themen, denke ich, zu denen man (noch) keine Meinung hat – das sind dann häufig die interessantesten.

  11. Adlerauge 16. August 2014 / 09:56

    – habe im Heft „Schrot Korn“ 07 / 2014 eine kurze beunruhigende Information gefunden: „Gentechnik-Pollen in Honig – Keine Kennzeichnung“
    – das Urteil des Europäischen Gerichtshof aus dem Jahr 2011 wird damit ausgehebelt
    – evtl. vorhandener Pollen wird als natürlicher Bestandteil definiert und nicht als Zutat, die gekennzeichnet werden müßte

    • OneBBO 16. August 2014 / 09:58

      Nee, das liest sich wirklich nicht gut.

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