Xylit – Ein Selbstversuch

1. Dez. 2015: Birkenzucker und Zähne

Vor einer Weile verfolgte ich im Mainzer Forum mit Interesse einen Austausch über Zahnprobleme, u.a. Zahnerosion. Zahnerosion bedeutet, dass der Zahnschmelz sich von den Zähnen löst und dementsprechend die Zähne superempfindlich werden. Ich selbst habe seit längerem Probleme mit Verringerung des Zahnschmelzes, im Mai 2013 empfahl mir der Zahnarzt Spülung mit fluorhaltigem Mundwasser, ich berichtete darüber. Das hat zwar die Erosionen nicht beseitigt, aber den Zustand erträglich gemacht. Mittlerweile ist das bei mir aber soweit fortgeschritten, dass es an den rechten oberen Backenzähnen von außen sichtbar ist. Der Zahnarzt kam mit den üblichen Dingen – keine Bonbons kauen (haha), keine gezuckerten Säfte oder Softdrinks trinken (haha), nicht zu viel saures Obst essen (ich esse meist Obst nur im FKG, also ebenfalls haha), keinen Wein (hahahaha, ich habe noch nie Wein getrunken). Die letzte Erklärung war dann: Stress. Okay, ich hatte in diesem Jahr sehr viel Stress, aber so richtig helfen tut mir das auch nicht.

Die Frau, die nach (vollwertiger) Hilfe für dieses Problem suchte, bekam eine Antwort, die mich aufhorchen ließ: Spülen mit Xylit (Birkenzucker, Birkengold, Xylitol). Die Kommentatorin, die diese „Behandlung“ empfiehlt ist auch eine mir bekannte Leserin meines Blogs. Natürlich wurde im Forum Xylit abgelehnt, aber B. schrieb, man solle den Birkenzucker ja nicht essen, sondern damit spülen. Und ihre über mehr als 30 Jahre währende Paradentose sei damit verschwunden. Und es sei auch gut bei Zahnerosion. Das ließ mich dann doch die Möglichkeit nochmals überdenken.

Ich habe natürlich vorher auch schon von Xylit gelesen, es aber als Industrieprodukt abgelehnt, wie ich es in der Ernährung auch nach wie vor tue. Dass man es einfach als Zahnbehandlung verwendet – auf die Idee bin ich irgendwie nicht gekommen. Ich habe B. direkt angeschrieben, weil ich wissen wollte, ob ich das nach oder vor dem Zähneputzen anwenden sollte. Sie antwortete ausführlich und schnell. Noch am selben Tag bestellte ich mir 400 g. Meist wird die Substanz in größeren Mengen angeboten – aber bei 1,5 TL Verbrauch am Tag reicht das für einen Versuch ja aus. Wenn ich mir für 8 Euro verteilt über mehrere Monate bessere Zahngesundheit erkaufen kann – da ist das einen Versuch wert!

Ich werde darüber berichten, ist ja klar 🙂

Nachtrag zur Anwendung:

Ich spüle 3 x pro Tag 1 knappen TL Birkenzucker im Mund, 3-5 Min. lang. Abends nach dem Zähneputzen, sonst nach dem Essen (aber nicht direkt). Durch den ganzen Mund führen und wie beim Ölziehen die gelösten Kristalle durch die Zähne ziehen. Da sie sich im Mund wie Zuckerkristalle anfühlen, ist das für Vollwertler gewöhnungsbedürftig. Nicht nachspülen mit Wasser. Bisschen schlucken schadet nicht – ist ja nicht wirklich giftig.

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36 Gedanken zu “Xylit – Ein Selbstversuch

  1. karengraceholmsgaard 1. Dezember 2014 / 17:36

    Und ich bleibe dran, das interessiert mich nämlich sehr.
    Habe noch einen schönen Abend. 🙂
    Gruß Karen

    • OneBBO 1. Dezember 2014 / 17:41

      Im Januar müsste ich ja schon mehr wissen.

  2. bonnie2000 1. Dezember 2014 / 17:38

    Ich bin auch sehr interessiert an Deinem Ergebnis!

    • OneBBO 1. Dezember 2014 / 17:41

      Ja, mich auch 🙂 Ganz schnell kamen wirklich glatte Zähne, bis in die Ecken, was sonst mit Putzen fast unmöglich ist. Das stimmt mich hoffnungsfroh 🙂

      • bonnie2000 1. Dezember 2014 / 17:56

        Ich glaube, ich schließe mich gleich Deinem Versuch an, denn ich habe Xylitpulver da …..
        Der Geschmack dürfte allerdings gewöhnungsbedürftig zu diesem Zweck sein.

        • OneBBO 1. Dezember 2014 / 18:07

          Ja, ist halt zuckrig 😉

  3. Ursula 1. Dezember 2014 / 17:47

    Das klingt richtig interessant, zumal mir vorgestern ein Stück Schneidezahn ausgebrochen ist. Verrätst Du uns, wie Xylit angewendet werden muss? Vielen Dank

    • OneBBO 1. Dezember 2014 / 18:07

      Ich hab’s oben im Artikel nachgetragen.

  4. Tanja 1. Dezember 2014 / 18:03

    Ich habe mir auch das Xylitpulver zugelegt. Es steht aber noch unberührt im Badezimmer. Spülst du mit dem puren Xylit und vor oder nach dem Zähneputzen?

    • OneBBO 1. Dezember 2014 / 18:07

      Ich habe es nachgetragen.

  5. Ursula 1. Dezember 2014 / 18:20

    Klasse, vielen dank für die prompte Reaktion👍👍

    • OneBBO 2. Dezember 2014 / 08:16

      Ich tue doch immer, was ich kann 🙂

  6. mamanatur 1. Dezember 2014 / 20:01

    Ich bin auch neugierig ob das hilft. Ich habe nämlich auch mit der Erosion zu tun und das ist

    • OneBBO 2. Dezember 2014 / 08:18

      Es kann Einbildung sein: Aber als ich gestern von meinem Spaziergang heimkam, war es das erste Mal seit langem, dass mir meine „Erosionsseite“ anschließend nicht ne Stunde weh tat!

  7. Daniela 1. Dezember 2014 / 20:12

    Sehr interessant, ich bin auch gespannt auf den weiteren Erfahrungsbericht! 🙂

    • OneBBO 2. Dezember 2014 / 08:18

      Und ich erst 😉

  8. Babuschka 1. Dezember 2014 / 21:51

    Na, dann oute ich mich mal als deine Informantin. Und ich bin froh, dass du das Thema hier breit trittst.
    Ich nutze Xylit seit 2,5 Monaten mit fabelhaftem Erfolg. Ich meine, bei Zahn- oder Zahnfleischproblemen sollte man es einfach ausprobieren und nicht nur theoretisch darüber diskutieren. Es kann nur nützen, keinesfalls schaden. Xylit ist ein natürlicher Stoff, wenn auch industriell aufwändig hergestellt, aber lebensmitellrechtlich unbedenklich und völlig ungiftig.
    Wer mehr darüber wissen will kann in einem über 500 Seiten langen Thread lesen: „Mit Xylit gegen Karies und Parodontose: 3mal täglich 1/2 Teelöffel“. Dort ist auch ein Zahnarzt federführend beteiligt.

  9. sandra 2. Dezember 2014 / 12:15

    Ich bin ja auch echt auf das Ergebnis gespannt. Kenne Xylit aus einem „Zahnarzt“ Buch. Habe mich aber noch nicht rangetraut. Der dänische (ehemalige) Zahnarzt wurde deshalb als Nestbeschmutzer tituliert. Denn gesunde Zähne machen den Zahnarzt arbeitslos.

    • OneBBO 2. Dezember 2014 / 12:35

      Wo ist da der Mut nötig?

      • sandra 2. Dezember 2014 / 12:47

        Ach na ja, eigentlich bin ich nur wegen dem Geld erschrocken und ich konnte schon kein Ölziehen machen. Mich hebt es regelrecht. Minutenlang im Mund hin und her schieben erscheint mir…o Schreck o Graus 😉

        • OneBBO 2. Dezember 2014 / 13:32

          Geld? 400 g für ca. 10 Euro (und es gibt billigere). Damit komme ich sicher 2-3 Monate aus. Das finde ich jetzt nicht so wahnsinnig teuer.

          Du schiebst es nicht, du spülst, wie mit jeder anderen Lösung auch. Das Gefühl ist deutlich angenehmer als Öl, finde ich wenigstens.

  10. Melanie 2. Dezember 2014 / 18:23

    nochmal zum Verständnis für mich: benutz du das pure Xylit oder in Wasser aufgelöst?

    • Babuschka 2. Dezember 2014 / 18:35

      du nimmst das pure Xylit in den Mund und lässt es schmelzen. 1/2 bis 1 Teelöffel, und das 3x täglich nach dem Essen. Du spülst für 3-5 Minuten. Auch länger, wenn du willst.

    • OneBBO 2. Dezember 2014 / 18:51

      Genauso wie Babuschka es beschreibt, mache ich das. Es löst sich sehr schnell.

  11. Tanja 3. Dezember 2014 / 15:45

    Ich spüle meinen Mund gerade mit einem anderen Pulver:
    Es besteht aus Salz und Natron. Ich gehe dabei genauso vor wie mit dem Xylit. Ist vielleicht nicht ganz so angenehm wie mit Xylit, habe mich aber daran gewöhnt. Hoffe damit meine Zahnfleischprobleme in Griff zu bekommen. Nach der Spülung fühlen sich die Zähne wunderbar glatt an und meine Zähne wurden nach nur 1 Woche Anwendung wunderbar weiß. Vielleicht hast du oder sonst jemand noch Erfahrung mit diesem Pulver.

    • OneBBO 3. Dezember 2014 / 16:29

      Salz und Natron basieren auf einem anderen Prinzip und reinigen zwar, aber von Langzeitwirkung habe ich persönlich in Sachen positive Wirkung auf Paradentose etc. noch nichts gelesen.
      Bitte keine Links zu Shops setzen, ohne mich vorher zu fragen. Danke 🙂
      Und, sorry, noch ein kleiner Zusatz: Hier ist kein Forum, sondern ein Blog. Das heißt, das Thema ist vom Blogger – in diesem Falle mir – vorgegeben und Fragen an die Allgemeinheit stelle daher in der Regel auch nur ich.

      • Tanja 4. Dezember 2014 / 14:46

        Upps, sorry. Ist natürlich in Ordnung.

        • OneBBO 4. Dezember 2014 / 14:51

          Freut mich, dass du Verständnis hast, danke!

  12. jemand 23. Dezember 2014 / 20:39

    Liebe Ute, was mir dazu einfällt, was helfen könnte. Zahnpasta mit geringem Abrasionsindex, also eine Sensitiv-Zahnpasta verwenden, die hat keine Partikel, die den Zahnschmelz zusätzlich noch abschleifen. Weiche Zahnbürste verwenden und mit so wenig Druck wie möglich putzen, evtl. ist eine elektrische Zahnbürste „sanfter“ zu den Zähnen. Außerdem den Vitamin D-Spiegel bestimmen lassen (25-Hydroxy-Vitamin-D), denn Vitamin D ist ein „Knochenvitamin“. Vitamin D zusammen mit Vitamin K2 substituieren. Ein hilfreiches Buch ist z. B. […]. Sage und schreibe 90% der Bevölkerung hat einen Vitamin D-Mangel. Ein weiteres Vitamin, an dem 50% der zumindest älteren Menschen einen Mangel hat, der viel zu selten erkannt und behoben wird, ist Vitamin B12.

    • OneBBO 24. Dezember 2014 / 07:44

      Lieber Jemand,
      (1) geht es hier nicht nur darum, mir zu einer Sache zu helfen, sondern darum etwas allgemein auszuprobieren.
      (2) weißt du doch gar nicht, welche Zahnpasta, Zahnbürste, VitaminB12- und D3-Supplemente ich benutze. Nimm’s mir nicht übel, aber so Ratschläge ohne Wissen (ich habe z.B. vor vielen Monaten schon darüber mehrere Artikel geschrieben, dass ich B12 ergänze) kräuseln mir die Nackenhaare.
      (3) Dass ein Vitamin D-Mangel weit verbreitet ist, ist nicht nur ärztliches Allgemeinwissen zurzeit.
      Da ich mir daher nicht sicher bin, ob dies wirklich gut gemeinter Rat oder Werbung für etwas ist, habe ich entsprechend gekürzt.

      • Jemand 27. Dezember 2014 / 21:07

        zu 1) Ich wollte eigentlich nicht in ein Fettnäpfchen treten und hatte erst zu spät gelesen, dass kein Rat erwünscht ist.
        zu 2) es war einfach nur das, was mir zu dem Thema eingefallen ist und wirklich nicht so gemeint, wie es anscheinend aufgefasst wurde.
        zu 3) Ich habe das Gegenteil erlebt (bzgl. dessen, dass das ärztliches Allgemeinwissen sei). Nein, es war keine Werbung für das Buch, sondern eine Empfehlung, sich mit dem Thema Vitamin D / Vitamin K2 näher auseinanderzusetzen, gerade bei einem Zahnschmelz-Problem, wo Zahnärzte wie auch hier geschehen meistens nur „die üblichen Dinge“ raten. Würde ich irgendwo über Vollwertkost schreiben, würde ich unbedingt auch Deine Bücher empfehlen – weil ich das, was ich gut finde, verbreite. Nicht alles ist immer gleich „Werbung“ – das hier war es jedenfalls nicht. Und wenn der Autor ein paar Euro aufgrund meiner Empfehlung verdient – hätte – was wäre daran dramatisch.

        • OneBBO 28. Dezember 2014 / 10:44

          Dass Zahnärzte außer Fluor nichts kennen, ist leider auch allgemein bekannt. Meiner riet mir u.a., keine Bonbons mehr zu essen 🙂

          Ich finde überhaupt nichts Schlimmes daran, wenn ein Autor mehrere Euro verdient, ich gönne selbst den Autoren, die meiner Mahnung nach Mist fabrizieren, ihr Geld (wobei ich das jetzt von „deinem“ Autor keinesfalls behaupten will).

          Vorsichtig bin ich nur bei solchen Empfehlungen – egal ob positiv oder negativ – die in Kommentare auf meinem Blog gesetzt werden, die nicht direkt zum Thema gehören und die ich nicht überprüfen kann. Es ist ein Blog, kein Forum, d.h. ich trage irgendwo immer die Verantwortung für das, was hier zu lesen ist. Ich habe letztlich auch einen Kommentar unterbunden, der für jemanden geschäftsschädigend war – es hat sich letztendlich herausgestellt, dass alles auf einem Missverständnis beruhte. Hätte ich das stehen lassen, hätte das jemanden vielleicht mehrere (auch potentielle) Kunden gekostet.

          Hättest du ein Buch über Xylit – positiv oder negativ – empfohlen wäre das noch etwas anderes gewesen. Das hätte für mich dann einen weniger spontan-werbenden Eindruck hinterlassen.

          Ich hoffe, damit ist dann ein Stein des gegenseitigen Missverständnisses beiseite geräumt 🙂

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