Die Tafel

Den Begriff „Tafel“ kennt wohl jeder. Es sind Einrichtungen z.B. von den Kirchen, die meist mit ehrenamtlichen Mitarbeitern noch brauchbare Lebensmittel in Restaurants, Bäckereien, Supermärkten usw. sammeln und an Bedürftige weitergeben. So weit, so sehr gut.

Da ich mich mit dem Thema nicht weiter beschäftigt habe, überraschte es mich sehr, als mir letztlich jemand von dem Berechtigungsausweis für die Tafel erzählte. Hmmm, hatte mein Gegenüber sich geirrt?

Nein, es stimmt wirklich! Man braucht einen Einkommensnachweis bzw. eine ALG-II-Bescheinigung und muss, so las ich an einer Stelle, auch noch den Personalausweis vorzeigen.

Ist das wirklich zu fassen? Wie weit wird unser Leben noch bürokratisiert? Und was ist die Begründung? Warum muss jemand erst den Stempel „Ich bin arm“ aufgedrückt bekommen, bevor ihm geholfen wird? Als einzige Begründung dafür fällt mir „Missbrauch“ ein.

So ein Berechtigungsschein soll also verhindern, dass zur Ausgabestelle Menschen kommen, die nicht wirklich auf diese Hilfe angewiesen sind.

Da frage ich mich: Wer würde das denn sein? Ein Millionär, der sich dort sein Essen holt, weil er noch reicher werden will? Menschen aus dem Gutbürgertum, die einfach geizig sind?

Ach, Leute, macht doch einmal einen Punkt! Selbst wenn unter 1000 Tafelbesuchern einer Missbrauch betreibt, gibt es sicher andere Möglichkeiten, den einzuschränken oder begrenzt einfach zu tolerieren, statt Hundertausende noch mehr zu demütigen.

Ich bringe einmal ein Beispiel aus der freien Wirtschaft, wo das funktioniert. Der Online-Versand Land’s End bietet eine lebenslange Garantie. Das heißt, egal wie kaputt oder wie alt die Bekleidungsstücke sind, die ich zurückschicke – ich bekomme den Preis ersetzt. Auch dieses System klingt nach Ausnutzen, herrlich, jede Saison neue Klamotten, bezahlt durch die alten?

Wenn das so wäre, wäre Land’s End schon bankrott. Sind sie aber nicht. Ich alleine kenne den Shop seit ca. 15 Jahren. Offenbar gibt es „normalen Anstand“. Es gab wohl auch eine Fernsehsendung (schon Jahre her), wo sie zugaben, dass sie bei offensichtlichem Missbrauch über längere Zeit den Kunden aus der Kartei streichen, d.h. nicht mehr beliefern (wenn ich das richtig in Erinnerung habe).

Dass gerade Kirchen einen Ausweis verlangen… da möge jeder für sich drüber nachdenken. Ich verweise da gerne auf die Jahreslosung 2015: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Vermutlich hat Christus „uns“ auch nur mit Berechtigungsschein angenommen, oder habe ich mir da etwas falsch gemerkt?

Wenn ich eine Tafel leiten würde und hätte den Verdacht, dass da jemand Missbrauch betreibt, würde ich denjenigen ansprechen. Dann vielleicht (!) um einen Nachweis bitten. Oder aber „Verdachtsfälle“ zur Mitarbeit „verdonnern“.

Außerdem möchte ich gerne einmal eine Statistik 🙂 sehen, wie oft überhaupt Missbrauch festgestellt wurde – oder ob der nur in den Köpfen der Organisatoren herumgeistert.

Eigene Erfahrungen in einem ähnlichen Bereich lassen mich ebenfalls bezweifeln, dass Organisatoren wissen, was das Leben ist. Vor meinem Umzug letztes Jahr habe ich viele Möbelstücke weggeben müssen. Die karitativen Einrichtungen wollten kein einziges Stück nehmen, nein, ihre Klienten nähmen das nicht. Aha.

Wieso, bitte schön, konnte ich dann sämtliche Möbel (!) über Ebay noch für Geld verkaufen? Und das war keineswegs immer nur für 1 Euro! Dass ich einige Teile doch noch auf den Sperrmüll geben musste, lag einfach daran, dass ich zu lange gewartet hatte, bevor ich sie in Ebay angeboten habe. Aber auch hier: Abends habe ich die Sachen an den Straßenrand gestellt, am nächsten Morgen war von den Möbeln nichts mehr da.

Lest auch einmal die Mails zu diesem Thema, die ich gestern mit einem Freund (R.) dazu austauschte (Erlaubnis zur Veröffentlichung eingeholt):

Ich: Wusstest du, dass man einen Ausweis braucht, um an einer „Tafel“ Essen zu bekommen? Ich wusste das nicht. Gibt’s in Deutschland nix mehr ohne Amt???

R: Nee, wusste ich nicht, aber ich habe mich schon gewundert, wie die da „Missbrauch“ verhindern

Ich: Würdest du zu einer Tafel gehen? Was glaubst du denn, wie viele Leute wirklich Missbrauch betreiben? 

R: Inzwischen glaube ich viel… Meine Cousine berichtete auch mal ganz stolz, sie ginge zur AWO, da gäbs Pizza für 1 Euro. Und sie war/ist NICHT Hartz IV.

Ich: Ja und? Was glaubst du, wie oft sie das macht? Und ob sie das erzählt oder wirklich häufig hingeht?

R: Keine Ahnung weil wenig Kontakt. Aber wahrscheinlich nicht mehr. Nun, ich glaube ja, dass das keiner einfach so erzählt, aber da gehe ich eben von mir aus.

Ich: […] Das Prinzip von Land’s End ist dir demnach vertraut. Wieso funktioniert das bei dem angeblichen Hang der Menschen zum Missbrauch?

R: Keine Ahnung 🙂 Ich kenne aber auch so Auswüchse, dass wenn es irgendwo etwas billig oder kostenlos gibt, das Hirn teilweise aussetzt…

Ich: Billig ja, kostenlos eher nein (da werden die Leut‘ misstrauisch). Wo sind denn diese Auswüchse konkret? Bei einmaligen Sonderangeboten, aber nicht bei Dauerangeboten. – Ich fasse dann mal zusammen: Du hast eine Cousine in deinem Verwandten- und Bekanntenkreis, die sich bei der AWO (angeblich) Pizza für 1 Euro holt. Du warst nicht dabei, du weißt nicht, wie oft sie das macht.
Richtig? 🙂

R: Richtig!

Ich: Und aufgrund dieser Einzelerfahrung, die nicht durch persönliches Erleben untermauert ist, schließt du, dass kostenlose Angebote für Essen höchstwahrscheinlich missbraucht werden? 🙂

R: UTE!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich: Zweite Frage:Was stört dich daran, dass die Cousine das Essen umsonst bekommt? Wenn ich mich recht entsinne, wird die AWO nicht durch Steuern (also dein Geld) und erst recht nicht die kirchliche Tafel von dir mitgetragen? :-))

R: Ihre Einstellung dazu…

Ich: Also sollten Armuts-Ausweise ausgegeben werden, weil dich die Einstellung deiner Cousine stört? Wohlgemerkt: Weil dich eine Einstellung stört, die dich aber keinen Cent kostet, sollen Hundertausende noch mehr gedemütigt werden, weil sie jetzt auch noch beim Bettelessen einen Nachweis brauchen?
Nimm mir das bitte nicht übel 🙂 Ich versuche einfach dahinter zu kommen, was wirklich dahinter steckt. […] Wenn ich dich nicht kennen würde, würde ich sagen: Du bist nur neidisch, weil sie sich traut, sich so ne Pizza zu holen, während du es nicht tust 😉 Ich glaube auch nicht, dass die AWO irgend jemandem eine Pizza verwehren musste, weil deine C. eine genommen hat.

R: Nein, daraus sollte für keinen Menschen eine Demütigung entstehen, niemals. Müsste eh nicht sein, diese „Armenspeisung“, aber das ist ja nochmal ein anderes Thema!

 
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15 Gedanken zu “Die Tafel

  1. Tausend 22. Januar 2015 / 19:01

    Dass die Tafel Nachweise verlangt, finde ich erbärmlich. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand, der genug zu essen hat, zur Tafel geht, denen, die nichts haben, das Essen wegnimmt und freiwillig als bedürftig angesehen werden möchte. Im Gegenteil: Ich glaube, dass durch die Nachweispflicht viele, die es gebrauchen könnten, nicht zur Tafel gehen, weil sie sich entblößen müssen. Ich würde lieber nur noch Nudeln und Reis essen als mit einem jämmerlichen Einkommensbescheid meine Bedürftigkeit preiszugeben, um von einer Organisation etwas zu bekommen, was normalerweise bedingungslos jeder für jeden geben sollte, wenn es an etwas fehlt. Dieses Thema, wie mit „Bedürftigkeit“ umgegangen wird, regt mich eh auf.
    Man vergisst leicht, dass JEDER bedürftig ist, dass aber nicht jeder alles hat, was er braucht, nicht dieselben Voraussetzungen oder dasselbe Glück. Wer Scheine oder Gehaltszettel für Nahrungsmittel verlangt, ist in meinen Augen zynisch und überheblich.

    • OneBBO 22. Januar 2015 / 19:06

      Erbärmlich ist auch ein sehr treffendes Wort in diesem Zusammenhang. Es gab doch früher die „Armenküchen“. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass da Nachweise gefordert wurden.

  2. theomix 22. Januar 2015 / 20:30

    Gern berichte ich über Erfahrungen zur Tafel aus meinem herumliegenden Bereich. Da kenne ich mich etwas aus.

    Zum einen geht es um das Steuern dessen was hereinkommt auf die, die etwas haben wollen/ sollen. Wie viele Kopfe sind mitzuversorgen, wenn die betreffende Person kommt? Es sind einhundert bis zweihundert Menschen da (die für etwa 400 bis 500 stehen). Und die sollen in einer überschaubaren Zeit ihre Lebensmittel kriegen. Es ist kein freies Angebot wie in einem Laden (wenigstens nicht bei uns, vielleicht in großen Städten.) Schon wer sich anmeldet, kann sofort etwas bekommen, wer einmal eingetragen ist, hat einen Berechtigungsausweis.

    Zum anderen werden natürlich Ausnahmen gemacht. Im Unterschied zu Hartz IV oder Jobcenter sind die Mitarbeiter der Tafel ehrenamtlich zugange und nicht Vertreter einer Behörde. Das lockert schon mal auf. Es wurde bei der Rekrutierung aller Ehrenamtlichen auch Wert darauf gelegt, dass niemand mitmacht, der meint auf „solche“ Leute herabsehen zu müssen..

    Eine echte „Tafel“ gehört dem entsprechenden Verband an, sonst darf sie sich nicht so nennen. Und der setzt dann auch bestimmte Standards – zum Beispiel müssen die verkauften Lebensmittel gespendet worden sein.

    Und in der Kreisstadt gab es vor knappe einem Jahr einen Skandal (über Facebook befeuert), dass es Missbräuche gäbe. Von Kunden. Da hilft es, wenn es klare Kritisieren gibt.

    Und ich finde unsere Tafel so gut, dass ich nur auffordern kann, sich den Laden anzuschauen und die entsprechenden Mitarbeiter zu befragen. Die antworten gern und könne mehr sagen als ich. Ich stehe für Terminabsprachen gerne zur Verfügung.

    Und Christus hat bisher kein Brot und keinen Salat für einen Euro verkaufen wollen. wahrscheinlich verzichtet er deswegen auf Berechtigungsscheine.

    • OneBBO 23. Januar 2015 / 07:07

      Schön, wenn es bei euch etwas unbürokratisch gehandhabt wird. Finde ich echt prima. Ich habe mit Sozialarbeitern in der Großstadt gesprochen und gemailt (im Zusammenhang mit den Möbeln) – was da an Arroganz herüberkam, meine Backe, da möchte ich hier kein Sozialfall sein.

      Missbräuche werden gerne öffentlich gemacht, vor allem in Zusammenhang mit Hartz IV. Nach dem Extremen geifern die Medien, nicht nach dem täglichen Kampf eines Menschen, für den irgendein Behördenausweis für 10 Euro ein finanzieller Genickbruch sein kann.

      Dein letzte Satz geht meiner Meinung nach an meinem Artikel vorbei, auch wenn er schön polemisch ist:

      Erstens habe Ich die Kirche genannt im Zusammenhang mit den kostenlosen Tafeln; der „eine Euro-Skandal“ kam von meinem Gesprächspartner. Zweitens hast du mich offenbar missverstanden. Ich erkläre das aber gerne noch mal und bitte um Entschuldigung für meine unklare Ausdrucksweise:

      Annehmen – so habe ich auch eine Interpretation der Jahreslosung gelesen – heißt, jeden akzeptieren, so wie er ist, egal wo er herkommt. Dafür braucht es keinen Ausweis.

      Da ist auch noch die Speisung der 5000. Da gab es Fisch und Brot für alle. Eine Ausweiskontrolle fiel vermutlich nur deshalb aus, weil es sonst zu lange gedauert hätte? Obwohl – wer so viel Fisch und Brot aus dem Nichts produziert, kann sicher auch blitzeschnell Ausweise kontrollieren.

      • theomix 23. Januar 2015 / 07:16

        Leider sind die rechtlichen Verstrickungen bei zweckgebundenen Spenden von anderen Kriterien verknotet als der Annahme.
        Und Tafeln müssen verkaufen. Insofern waren die Speisungswunder wirklich nicht von ihnen verantwortet.

        • OneBBO 23. Januar 2015 / 07:22

          Wie Tafeln müssen verkaufen? Hast du mir nicht vorhin noch gesagt, der 1Euro-Verkauf hätte nix mit Christus zu tun?

          Rechtliche Verstrickungen sind immer ein gutes Argument. Dagegen darf man sich nicht erheben. Man darf auch nicht bei Rot die Straße überqueren.

          Es geht doch hier nicht darum, ob da rechtliche Hintergründe sind oder nicht, sondern ob diese Art des Nachweises moralisch vertretbar ist. Ich sage: NEIN. Ich gehe allerdings auch bei Rot über die Straße.

          • theomix 23. Januar 2015 / 09:37

            Über Häufigkeit, Art und Weise der Ausnahmen wird geschwiegen.

            Nochmal: Auch um die Lebensmittel zügig und möglichst komplett und dann auch noch fair zu verteilen, geht es nicht ohne manche Daten.

            Und leider ist es heute so, das ruckzuck Missbräuche herausgefischt und skandalisiert werden, oft ohne Hintergründe zu klären. So etwas braucht keine Hilfsorganisation.

            Kleiderkammern, Speisungen usw. verzichten wohl darauf. Bei Tafeln geht es wohl nicht anders. Und wer etwas anderes als deine offizielle „Tafel“ zu machen, nur zu.

          • OneBBO 23. Januar 2015 / 09:48

            „Auch um die Lebensmittel zügig und möglichst komplett und dann auch noch fair zu verteilen, geht es nicht ohne manche Daten.“ Ansichtssache!

            Nur weil etwas „nicht anders geht“, ist es doch nicht richtig. Ich würde dich am liebsten fragen, ob du dieses Verfahren nicht entwürdigend findest. Aber das geht nicht, weil du eine offizielle Stelle vertrittst, das ist mir schon klar.

            Also lass es uns an diesem Punkt bitte einfach abschließen.

  3. sandra 23. Januar 2015 / 10:32

    Eine Freundin von mir ist HARTZ IV. Sie hat mir erzählt, dass jeden Monat die Uhrzeit gewechselt wird wo sie hingehen darf/muss. Sie hat einen Schein für Mittwochs. Januar z.B. 9:00 Uhr, Februar 10:00 Uhr, März 11:00 und dann wieder 9:00 Uhr usw.Ist sie um diese Uhrzeit nicht da bekommt sie auch Nichts! Egal ob bedürftig oder nicht. Sie kann dann nicht Donnerstag kommen oder Mittwoch Mittag 13:00 Uhr. Auch über den Inhalt hat sie mir was erzählt. Kommt sie früh dran gibt es oft Joghurt. Ist ihre „Schicht“ um 11:00 Uhr ist Joghurt oft alle. Es gibt süße Kaffeestückchen und ein bisschen Käse oder Wurst, ein paar Mandarinen oder anderes Obst und auch mal ein bisschen Salat. Es reicht nie ganz für eine Woche, ist ihr aber eine große Hilfe. Sie empfindet es nicht als diskriminierend ihren Ausweis vorzeigen zu müssen, erzählt aber manchmal von Anderen die sich furchtbar schämen und oft auch weinen. Missbrauch geht so nicht mehr. Obwohl es Mittagessen um 12:00 Uhr für…1 oder 2 € gibt…habe es vergessen. Da ist offenes Haus. Da kann quasi Jeder kommen. Meine „reiche“ Nachbarin hat das auch mal gemacht. SIe fand das normal. „Wieso soll ich Geld ausgeben wenn es so was gibt?“ Ich habe das noch nie gemacht und ich bin arm! Geringfügig beschäftigt und Aufstockerin. Trotzdem komme ich mit meinem Geld klar.
    Ich hoffe, dass ich da nie hin muss!

    • OneBBO 23. Januar 2015 / 10:43

      Danke für den Bericht! – Die Frage mit der Freundin, die sich nicht diskriminiert fühlt: Fühlt sie das nicht oder nicht mehr? Stelle ich einmal so offen in den Raum.

      • sandra 24. Januar 2015 / 15:12

        Tja ehrlich gesagt: Null Ahnung;)
        Ich vermute mal sie ist abgestumpft mit der Zeit.

  4. marijana 23. Januar 2015 / 12:30

    Das Essen was in Läden oder Restourants übrig bleibt wird entweder weggeschmissen oder an die Tafel weitergegeben. Aber so wie unsere Gesellschaft so eben ist schmeissen sie es eben lieber weg bevor sie es einen Menschen essen lassen. Christlich gesehen sollte man überhaupt kein Essen wegschmeissen was manche Kirchenmitglieder wohl scheinbar vergessen haben. Auch wenn es ein Millionär ist wurde ich doch das Essen lieber ihm geben als es wegzuschmeissen. Meiner Meinung nach muß an diesen Thema und an diesen Gesetz eine Menge geändert werden. Essen sollte man nicht wegschmeissen.

    • OneBBO 23. Januar 2015 / 12:36

      Da stimme ich dir voll zu.

      Wie sich mittlerweile allgemein (hoffentlich) herumgesprochen hat, sind Lebensmittel, deren Iindesthaltbarkeit verstrichen ist, durchaus noch gut genießbar – es lässt sich ja (abgesehen von Fleisch usw.) auch gut testen. Soweit ich weiß, dürfen (!!!) Geschäfte Lebensmittel, die das Datum erreicht haben, nicht einmal verschenkt, sie müssen weggeworfen werden. Das finde ich ein Unding.

  5. christiangold 23. Januar 2015 / 15:46

    in der anfangszeit der berliner tafeln konnte man mit seinem alg 2 bescheid o.ä. zu einer beliebigen ausgabestelle gehen, mitlerweile MUSS man sich bei der einen die im bezirk liegt registrieren lassen u. darf dann auch nur dort hingehen, wegen dem missbrauch versteht sich… ich finde diese regelung äußerst schlimm, viele menschen gingen bewusst in einen anderen stadtteil, sei es weil er näher war (grenzgebiet) oder weil sie nicht vom umfeld gesehen werden wollten u. was heisst denn missbrauch bei der tafel? was spricht dagegen zu verschiedenen ausgabestellen gehen zu können? die lebensmittel sind doch spenden die ohnehin entsorgt werden würden. auf der seite der berliner tafel steht (ich habe es kopiert)
    „Außerdem wird hin und wieder kontrolliert, ob Bedürftige versuchen, in mehr als einer Ausgabestelle an Waren zu kommen. Im Rahmen der Kirchengemeinden ist der Datenabgleich datenschutzrechtlich zulässig.“
    finde ich unfassbar!!! wollte papst franziskus nicht eine kirche der armen? mhm, warum verteilt man denn nicht die millarden auf denen gesessen wird? verstehe, bei geld hört das mitleid ganz schnell auf.
    was heisst überhaupt „an waren zu kommen“? furchtbare formulierung.

    • OneBBO 23. Januar 2015 / 15:51

      Je mehr ich diese Dinge lese, umso übler wird mir. Warum machen „die Medien“ hier nicht mal einen gemeinsamen Aufstand? Wenn es drum geht, jemanden öffentlich fertig zu machen, sind sie sich doch sonst so schnell einig und in anderen „Aktionen“ (bitte mich hier nicht nach Beispielen fragen, ich werde keine geben).

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