Fotos von Mahlzeiten – ein paar Tipps

20. Feb. 2015: Fototipps – ein Beitrag in meiner VWK-Gruppe in Facebook

Fotos von Essen sollten appetitlich aussehen und zum Zugreifen einladen – mehr ist nicht erforderlich. Mein Motto ist: Ein warmes Essen möchte ich auch nach dem Fotografieren noch heiß essen können. Mit Hilfe von wenigen Regeln und ein bisschen Übung ist auch die so genannte „Food Photography“ nicht schwer, denn selbst einfache Digitalkameras helfen uns dabei schon sehr.

Hier 11 Tipps:

(1) Display gut nutzen
Schaut auf das Display gerade am Anfang in Ruhe. Das menschliche Auge sortiert in wichtig und unwichtig, die Kamera tut das nicht. Ein nasser Spüllappen, der in einer Ecke liegt, wird von unserem Auge gar nicht wahrgenommen – von der Kamera aber gleichberechtigt mit dem Essen dargestellt.
Das heißt: Achtet darauf, dass nichts ins Bild ragt, was nicht zum Essen gehört. Das sind Spülbürsten, Küchentücher, alte Verpackungen, Essensreste und Gemüseabfälle. Ebenso können Krümel auf einem Foto ein schönes Bild zunichte machen. Auch zu viele Untersetzer, Geräte im Hintergrund usw. können das Foto zu unruhig machen – einfach schnell wegziehen oder den Teller umsetzen.

(2) Geschirr
Wenn irgendwie möglich, verwendet einfarbiges Geschirr ohne Muster. Alles andere lenkt das Auge vom Eigentlichem, nämlich dem Essen ab.

(3) Tropfen
Schaut kurz auf den Teller, ob nichts „geschlabbert“ hat. Das ist etwas, was auch mir bei allem Aufpassen immer wieder passiert. So eine Tropfnase an der Müslischüssel stört im wirklichen Leben niemanden, auf dem Foto sieht es „schlampert“ aus.

(4) Beleuchtung und Farbstiche
Am besten ist Tageslicht, eventuell in Kombination mit etwas Lampenlicht. Blitzlicht ist möglich zu vermeiden, vorne wird alles ausgebleicht, der Hintergrund matschig-dunkel. Die Farbe Blau ist in Zusammenhang mit Essen schwierig und lässt das Gekochte / Gebackene gerne mal etwas „leichenhaft“ erscheinen. Verwendet blaues Geschirr oder blaue Tücher usw. daher bitte nur, wenn ihr die Möglichkeit habt, anschließend mit einer Fotobearbeitung den Blaustich ggf. zu entfernen.

(5) Schärfe
Besonders wichtig ist es, dass die Bilder scharf sind. Daher im Zweifelsfalle lieber etwas weiter vom Motiv entfernt das Foto aufnehmen. Schaut in die Kameraanleitung, was der Mindestabstand zum Motiv ist. Der darf keinesfalls unterschritten werden. Niemand hat Lust, ein Stativ in der Küche aufzubauen – aber versucht doch einmal, euch irgendwo aufzustützen, euch anzulehnen. Ansonsten hilft auch ruhig stehen: auf beiden Füßen, leicht breitbeinig. Die Kamera mit beiden Händen halten, die Linke hält die Kamera fest, die Rechte hält und drückt mit dem Zeigefinger den Auslöser. Dabei ruhig (aus-)atmen.

(7) Linien
Auch beim Blick im Display nicht so leicht zu erkennen sind schräge Linien, die wir auf dem Foto aber sofort sehen. Also kurz noch den Check machen: Sind die Linien im Hintergrund schräg oder laufen sie parallel zum Bilderrand? Manchmal reicht es, die Kamera ein wenig anders zu halten.

(8) Dekoration
Wir müssen es mit der Dekoration nicht übertreiben. Getrocknete Sträuße im Hintergrund, aufwändige Aufbauten: Alles schön und gut für ein Buch, da habe ich das auch schon gemacht. Wir aber wollen Essen aus dem Alltag fotografieren, dafür fehlt häufig die Zeit. Wer aber Petersilie im Haus hat, kann mit einem kleinen bisschen an einer Seite des Tellers Wunder bewirken. Ein paar Nüsse in die Mitte des Frischkorngerichts gestreut, und schon sieht es einladend aus. Das alles sind winzige Handgriffe, die dennoch ein Essen aufpeppen.

(9) Nachbearbeitung
Wer über einfache Bildbearbeitungssoftware verfügt, kann auch fix noch verbessern: ein bisschen schärfen, Farbstiche beseitigen oder auch einen Ausschnitt vornehmen. Viele Bilder können deutlich verbessert werden, wenn wir anschließend etwas wegschneiden. Oh, der Teller steht ja gar nicht in der Mitte, da habe ich beim Aufnehmen nicht aufgepasst. Macht nichts: Am Bild kann ich das ja reparieren, indem ich das überflüssige Bisschen abschneide. Die Auflösung der meisten Kameras heute ist so überdimensioniert, dass wir für die Online-Verwendung ohne Qualitätsverlust Ränder großzügig beschneiden können.

(10) Format
Fotos sollten mit ganz wenigen Ausnahmen im Querformat aufgenommen werden, das ist augenfreundlicher und passt besser in die meisten Online-Vorlagen.

(11) Zahl der Aufnahmen
Immer mehrere Aufnahmen machen – im digitalen Zeitalter kostet das nichts. Unter drei oder vier Aufnahmen ist meist doch eine, die nicht verwackelt ist

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