Eine tolle neue Essensrichtung!

Beim Frühstückskakao las ich den neuesten Senioren-Ratgeber (3/2015), gehört zum Verlag der Apotheken-Umschau 🙂 In der Rubrik Essen und Trinken werden verschiedene Essensrichtungen kurz erklärt. Eine, den Titel verrate ich noch nicht, erhält folgende Beschreibung (Seite 60):

„XXX setzt auf natürliche, vollwertige Nahrungsmittel. Stark verarbeitetes und industriell Gefertigtes sind tabu. Es ist eigentlich nur ein anderes Wort …“

Wie würden wir da ergänzen? Ich würde automatisch „für Vollwerternährung“ sagen. Aber der Seniorenratgeber ergänzt anders „.. ein anderes Wort dafür, regional und saisonal zu essen, am liebsten Produkte vom Erzeuger. Das haben bis vor 100 Jahren alle gemacht.“

Hä? Wie bitte? Klingeln irgend jemandem bei „vor 100 Jahren“ die Ohren? Mir auf jeden Fall. XXX steht übrigens für „Clean Eating“, das hier erklärt werden soll.

Aha. Vollwerternährung klingt zu angestaubt, irgendwie so… deutsch? Da muss was schickes Englisches her. Clean Eating. Klingt gleich so sauber, hygienisch und gesund. Und den Übergang zu saisonal und regional finde ich… berauschend 😉

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11 Gedanken zu “Eine tolle neue Essensrichtung!

  1. Helmut 11. März 2015 / 08:04

    Das kommt wohl auf die Sichtweise an. Vollwert kann den vollen Wert der natürlichen Lebensmittel meinen….oder den vollen Wert der menschlichen Möglichkeiten, was halt alles einschließt was möglich ist. „Clean eating“…ist eindeutiger.

    • OneBBO 11. März 2015 / 08:14

      Da widerspreche ich 🙂 Vollwerternährung und Vollwertkost bezeichnen keineswegs irgendwelche menschlichen Möglichkeiten. Das Wort „Vollwert“ gibt es laut Duden überhaupt nicht, ist also immer eine Abkürzung für Vollwerternährung und Vollwertkost.

      Und selbst wenn wir den Begriff „Vollwert“ jetzt einmal künstlich isolieren: im Zusammenhang mit Ernährung hat das rein gar nichts mit Möglichkeiten zu tun, sondern entspricht genau der Definition, die hier für Clean Eating gegeben wird.

      Nur weil etwas englisch ist, ist es nicht eindeutiger. Wer meint, dass der Begriff Vollwert(ernährung) wirklich nicht eindeutig ist, hätte sich ja auch um einen neuen deutschen Begriff bemühen können 😉

      • Helmut 11. März 2015 / 23:13

        Genau da liegt doch „das Problem“. Ein Wort das es nicht gibt, kann nicht genug deviniert sein um eigene Deutungen und Mißbrauch zu verhindern. Vollwertig essen heißt ja nicht vegetarisch…..da fällt dann auch der „volle Wert“ der Tieren drunter. Nicht nur Schnitzel u. Schinken , sondern auch Leber u. Lunge kann man essen…..

        Clean eating ist eher in Richtung…nicht unnötig „verbilligend verarbeitet “ zu deuten als Vollwertig.

        🙂 Helmut

        • OneBBO 12. März 2015 / 06:59

          Wie du als Helmut XXX meinst, dass Clean Eating zu deuten ist, spielt doch überhaupt keine Rolle. Ich verweise nochmals auf meinen Artikel oben.

          Der Leitsatz der Vollwerternährung „So natürlich wie möglich“ von Prof. Kollath ist kürzer gefasst das, was dort oben als Definition angegeben wird.

          Und mit diesem schönen Satz beende ich dann die Diskussion an dieser Stelle. Danke für die Darstellung deiner ganz persönlichen Meinung.

  2. sandra 11. März 2015 / 13:32

    Also, Clean Eating klingt ja wirklich seltsam für mich wenn ich es wortwörtlich übersetze. Als ob unser Essen vorher „schmutzig“ war. Sie hätten es eher Right Eating nennen sollen, denn das wir falsch essen (oder gegessen haben) ist doch klar. Aber „Sauberes Essen“? 😉

  3. OneBBO 11. März 2015 / 13:37

    Mit Clean ist vermutlich Frei von Verschmutzung durch Industriekost gemeint. Sie hätten auch einfach weiter den deutschen Begriff nehmen können. Aber so kann sich wieder jemand, Tosca Reno, mit Brukers Federn schmücken.

  4. Daniela 11. März 2015 / 22:08

    Clean eating schließt praktisch alle Produkte ein, die nicht industriell verarbeitet sind, so weit ich weiß, also auch Fleisch, Fisch, Eier und so fort.
    Generell ist es ja ein positiver Gedanke, aber er greift, im Gegensatz zu einer pflanzenbasierten, fettarmen Vollwertkost, meiner Meinung nach, etwas zu kurz.

    • sonnenkind 11. März 2015 / 23:29

      Fleisch, Fisch und Eier sind aber durchaus auch in der „normalen“ Vollwertkost enthalten! Es ist alleine eine ethische oder therapeutische Maßnahme diese Dinge nicht zu essen.

      • OneBBO 12. März 2015 / 06:55

        Danke – genau so ist es! Viele vergessen immer wieder, dass die Vollwertkost an sich nicht vegetarisch und schon gar nicht vegan ist. Ob man das jetzt ethisch oder gesundheitlich vertretbar findet, steht auf einem anderne Blatt.

        • Daniela 12. März 2015 / 10:21

          Vegetarisch ja, aber zu größeren Mengen Fleisch oder Fisch hat Bruker ja nun aber auch nicht gerade geraten.

          • OneBBO 12. März 2015 / 10:24

            Dazu hat er nicht geraten, das stimmt – dennoch beinhaltet die Vollwertkost Fleischverzehr. Bruker hat niemals gesagt: Vollwertkost ist eine fleischlose oder gar 100% tiereiweißfreie Kost. Das hat er nur für kranke Menschen empfohlen.

            Wenn du z.B. auf die UGB schaust, die ja auch die VWK vertritt, wenn auch in eine andere Richtung, die sagen: Fleisch ja, aber nicht so viel. Das sagt aber jede moderne Essensrichtung neben Vegetarismus und Veganismus.

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