Gute Ratschläge sind manchmal sogar umsonst

2. Apr. 2015: Der Diabetes Ratgeber rät

Also ich würde mal sagen, im Diabetes Ratgeber (einem Unterblättchen der von mir heiß geliebten Apo-Umschau) wird drauf losgeraten, was wissenschaftliche Studien wohl ans Tageslicht bringen, statt sich an die Ergebnisse zu halten. Ich rede in Rätseln? Die Auflösung kommt:

„Fisch macht Laune“ ist die launige Überschrift eines in eine Fisch-Silhouette abgedruckten kleinen Artikels auf Seite 6 der Ausgabe 3/2015. Zuerst einmal wird eine merkwürdige Schlussfolgerunge kredenzt: „Wer an Depressionen leidet, profitiert möglicherweise davon, wenn er öfter Fisch auf den Speiseplan setzt.“ Na, da freut sich aber die Nordsee! Möglicherweise ist auch immer gut – möglicherweise ja, möglicherweise nein. Aber wie kommt der zusammenfassende Ha-Ha-Journalist zu dieser Aussage?

„Forscher aus Amsterdam haben festgegestellt, dass Patienten die mit einem Antidepressivum behandelt werden, besser auf die Therapie ansprechen, wenn sie mindestens einmal wöchentlich Fisch essen.“

So, so. Fällt den Ratgeber-Verfassern da nicht eine böse Diskrepanz auf? Es ist doch ein Unterschied, ob wir von Patienten und ihr Ansprechen auf ein Medikament sprechen oder von Patienten allgemein.

Mal ganz abgesehen davon, dass wir gar nicht wissen, ob die Studienergebnisse korrekt wiedergegeben wurden, dass wir sowieso zu wenig Randdaten wissen, um uns selbst ein Urteil bilden zu können (was vermutlich gar nicht erwünscht ist), werden hier ein Apfel mit Apfelsinen verglichen, die auch nicht verwandt sind, auch wenn sie beide den Apfel im Titel tragen.

Ich könnte parallel auch folgenden Schluss ziehen: Florian hat sich das Bein gebrochen und erhält Gehstützen. Damit er keine Blasen an den Händen bekommt, nimmt er Handschuhe. Mit Handschuhen kann er die Gehstützen besser benutzen, d.h. er kann besser gehen. Analog zum Diabetes-Ratgeber könnte ich nun die Schlagzeile bringen: „Wer ein Bein gebrochen hat, profitiert möglicherweise davon, wenn er öfter Handschuhe trägt.“

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10 Gedanken zu “Gute Ratschläge sind manchmal sogar umsonst

  1. Tausend 2. April 2015 / 17:44

    Diese Schlussfolgerung ist mal wieder doppelt sinnlos. Erstens deutet das verbesserte Ergebnis bei der Medikamentenwirkung ja nur auf eine verbesserte Wirkung des Medikaments hin, das ja wohl selbst die Aufgabe hat, die Stimmung aufzuhellen. Zweitens sind Personen, die Antidepressiva nehmen ja per se eine geeignete Vergleichsgruppe für Diabetiker.
    Naja, ich merke mir nur das Wesentliche: Forscher haben herausgefunden, dass Handschuhe möglicherweise das Gehen erleichtern.

    • OneBBO 2. April 2015 / 17:56

      Da bin ich aber froh, dass du dir das wirklich Wichtige merkst!

  2. theomix 2. April 2015 / 18:17

    Übrigens, Studien haben ergeben, dass Essen satt machen kann. :mrgreen:

    • OneBBO 2. April 2015 / 18:21

      Potzblitz! Aber die Wissenschaftler schreiben doch hoffentlich „… dass Essen möglicherweise satt machen kann“?

    • Tausend 2. April 2015 / 20:48

      Warum hat Theomix denn einen Kürbiskopf?

      • OneBBO 3. April 2015 / 07:33

        Ich habe keine Ahnung. Rechts in der Leiste ist er ja blau wie immer. Ich habe einen Tippfehler in seinem Kommentar korrigiert beim Smiley, ob es daher kommt?

        • theomix 4. April 2015 / 11:51

          Dieser Blog eignet sich nicht zur Selbstfindung.

          • OneBBO 4. April 2015 / 12:04

            Aber zur Kürbisfindung!

          • theomix 4. April 2015 / 12:25

            Das ist des Kürbis Kern.

          • OneBBO 4. April 2015 / 12:48

            Was dem einen sein Kürbiskern ist des anderen Henkelmann!

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