Experten überall

29. Mai 2015: Ärzte ohne Studium

Die Internetwelt ist voller Ärzte ohne Studium, die natürlich vehement gegen die normalen Ärzte wettern. Mir gruselt davor, denn trotz meines generellen Misstrauens gegenüber Ärzten ist mein Misstrauen Personen gegenüber, die sich nur etwas im Internet oder in Büchern angelesen haben, keinen einzigen Patienten gesehen oder behandelt haben, noch sehr viel größer. Sie bauen sich ein Gesundheitsbild nach eigenem Geschmack und posaunen ihre – teils „gut belegten“ (Bücher und Studienauszüge gibt’s ja überall) Weisheiten hinaus. Ich kann nur sagen: Vorsicht! Auch wenn „richtige“ Ärzte teils Gänsehaut verursachen, so sind diese Pseudowisser noch viel gefährlicher. Ich bin auf die Brukersche Vollwertkost auch deshalb gekommen, weil ein Mensch dahinter stand, der die Zusammenhänge im menschlichen Körper verstand, und zwar: konventionell verstand, nicht mit eigenen selbstgebastelten Theorien über Verschleimungen aller Art und was es da alles noch so gibt.

Es ist interessant, sich Wissen anzueignen. Aber ein Studium ist etwas anderes. Ich habe auch einmal folgendes gehört: Eine Bekannte, die sich als Nichtmedizinerin dennoch mehrere Jahrzehnte mit medizinischen Texte beruflich beschäftigt hatte, fühlte sich unwohl. Sie hatte Symptome, die sie in der Fachlektüre nachlas und sie war sich sicher: Ich habe ein Sjögren-Syndrom! Sie las immer mehr, bestellte sich spezielle Mundwässerchen, um die Mundtrockenheit zu beseitigen und und und. Schließlich brachte ihr Mann sie dazu, doch einmal einen ganz normalen Internisten aufzusuchen. Aufgeregt berichtete sie diesem von ihren Erkenntnissen. Der Internist – einer von der guten Sorte Arzt – lächelte freundlich: „Ach ja, wissen Sie – ich habe in meinem Leben viele, viele Patienten gesehen, darunter auch Fälle mit Sjögren-Syndrom, obwohl das sehr sehr selten ist. Davon gehen wir jetzt einmal nicht aus.“

Ein Bluttest ergab – Diabetes.

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