Info, aber hopp, hopp bitte!

1. August 2015:  Instant, immer Instant

Instant Info – das brauchen wir heute.

Wir kennen vor allem den Instant-Kaffee. Da wird ein Löffelchen Pulver in eine Tasse mit heißem Wasser eingerührt und ohne viele Mühen haben wir eine Tasse Kaffee.

Die heutige Zeit ist gekennzeichnet durch Instant Info. Wir suchen nicht mehr unsere Quellen nach Informationen ab (und schon gar nicht überprüfen wir sie). Obwohl uns das gesamte Internet täglich zur Verfügung steht, suchen wir nicht dort nach einer Lösung, sondern nehmen die Instant-Info: eingerührt in eine leere Denkblase und schon ist die volle Information da.

Praktisch heißt das: Wenn ich – Küche ist halt meine Welt – ein Rezept für eine Tollkirschtorte suche, bemühe ich nicht etwa meine eigenen Augen und Finger und gebe in Google ein „Tollkirschtorte Rezept“, das ist ja viel zu anstrengend. Möglicherweise müssen wir mehrere Seiten anklicken und eine Auswahl auf Tauglichkeit treffen. Nein, wir platzen in ein beliebiges Forum, eine Gruppe und fragen: „Hat hier jemand ein Rezept für Tollkirschtorte?“. Mit ein bisschen Glück haben wir dann dort einen … äh Fleißigen, der uns die Arbeit abnimmt, im Internet rumsucht und uns die Information übermittelt. Instant-Info.

Wer was von Kaffee versteht, weiß, welch himmelweiter Unterschied zwischen einer echten Tasse Kaffee aus frisch aufgebrühten Bohnen und so einem Instant-Zeug besteht. Und so ist das auch bei der Info: eine Instant-Info wurde schon von jemandem vorsortiert, sie wird nie die gleiche Qualität haben wie etwas, das wir selbst erforscht haben. Aber egal – es ist Instant-Zeit!

 

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16 Gedanken zu “Info, aber hopp, hopp bitte!

  1. Karin 1. August 2015 / 18:00

    Das kenne ich nur zu gut. Eine Person ist mir in einem Forum mal besonders in dieser Hinsicht aufgefallen. Nicht nur, dass diese andere für sich ständig suchen ließ, nein, die Beiträge starteten ja noch nicht einmal mit einem freundlichen „Hallo“ oder schlossen wenigstens mal mit einem „Danke“ ab.
    Puhhh, da hatte ich aber wirklich mäch†ig Lust, da was zu beizutragen…
    Es fand sich aber leider immer wieder ein „Fleissiger“, der sich diesen Fragen mit viel Zeit und Mühe widmete. Ehrlich gesagt, ich konnte das schon gar nicht mehr mit ansehen.

    Auch gibt es Menschen, die meinen, man sei ein gratis Auskunfts- und Beratungsbüro. Alles wollen sie persönlich erklärt bekommen, und das auch noch möglichst ausführlich mit Begründung und allem Drum und Dran. Dass solche Antworten aber viel Lebenszeit und Mühe und Kopfarbeit und Recherche verlangen, das sehen die gar nicht. Es wird einfach nur eingefordert und sie sparen sich die ganzen Kosten für einen Ernährungsberater. Denn die berät mich ja mal eben für „lau“.

    Ich will das inzwischen einfach nicht mehr. Immer nur geben, geben, geben. Das ist mir schlicht zu einseitig auf Dauer. So. Wort zum Sonntag. Hugh, ich habe gesprochen. *gg*

    • OneBBO 1. August 2015 / 18:06

      Da sind wir uns ja einig 🙂 Deswegen habe ich die Telefonstunde eingeführt, das hat sich auch sehr bewährt. Seit dem beantworte ich Emails mit Fragen nur noch, wenn sie von den Philippinen kommen (kein Scherz!).

  2. Karin 1. August 2015 / 18:17

    Also muss man erst auswandern, damit man in den Zirkel aufgenommen wird. Gute Idee! 😉

    • OneBBO 1. August 2015 / 18:23

      Aber auch dann bin ich eher ziemlich einsilbig 😉

  3. Karin 1. August 2015 / 18:26

    Ja mei, a bisserl Verlust ist immer! *hihi*

  4. Frau Schmidt 1. August 2015 / 20:15

    Amen und nochmal Amen. Von solchen Leuten hab ich auch sowas von die Nase voll. Auch im Bekanntenkreis. …“du kennst dich doch da aus“….also warum selbst ein Buch lesen oder so. Wenn dann nach wochenlanger Dauerbetreuung (kein Scherz) endlich genug Wissen abgesaugt wurde, käme ja niemals die Frage nach Bezahlung oder eine Einladung. Schließlich kennt man sich ja gut *köchel*

    • Renate 1. August 2015 / 21:30

      Bezahlung? Für was? Für das bisschen Beratung? Ich kenne das auch zur Genüge. Ist mir auch schon oft passiert. Man muss froh sein, wenn man ein „Danke“ bekommt.

      • OneBBO 1. August 2015 / 21:49

        Ich denke, Rechtsanwälte können da auch ein langes Lied vorsingen. Die werden garantiert bei allen Treffen privater Art mal eben „um Rat gefragt“.

        „Warum bezahlen? Das, was du mir rätst, finde ich doch kostenlos auch im Internet….“ Dass dies häufig eine mäßige Qualität hat oder an der eigentlichen Sachlage vorbei geht, wird dann auch schon einmal gerne übersehen.

  5. Frau Schmidt 1. August 2015 / 22:03

    Ich zumindest habe daraus gelernt. Allerdings glaube ich auch, dass einige von den „Fleißigen“ da auch bissl was für ihr Selbstwertgefühl tun, wen sie so eifrig zu Diensten sind 😉

    • OneBBO 1. August 2015 / 22:11

      Wenn es das dann hebt und sie morgens einen kleinen Heiligenschein schimmern sehen, wenn sie in den Spiegel schauen – why not? 😉

  6. Karin 1. August 2015 / 23:37

    Früher hatte mir das mal richtig Spass gemacht, aber irgendwann kippte das alles. Und zwar spätestens ab dem Zeitpunkt, wenn andere erwarten, dass du immer schön brav, ausführlich und gewissenhaft lieferst.

    • OneBBO 2. August 2015 / 06:32

      An dieser Stelle möchte ich aber auch einmal die Stange hochalten für die „Netten“ – denn die gibt es auch, und wenn die nicht wären – die netten Emails, die interessanten oder manchmal auch heiteren Telefonate, Kommentare und was da noch so ales kommt -, da gäbe es meine Seiten schon lange nicht mehr, zumindest nicht öffentlich. Das macht schon eine Menge aus.

      • Karin 2. August 2015 / 11:46

        Das stimmt. Die muss es geben, sonst kann man es auf lange Sicht an den Nagel hängen.

  7. C. Keyserlingk 7. August 2015 / 12:57

    In Foren beantwortet man mitunter solche Fragen nach Rezepten oder Tipps, um sich einen Namen zu machen. Man sollte allerdings da sehr genau seine Grenzen setzen, sonst wird man leicht unzufrieden.

    Ungefragt reicht niemand Geld oder einen materiellen Ausgleich (in Form von Einladungen, Blumen oder ähnlichen) für einen guten Rat oder ein tolles Rezept nach. Schon ein Danke kommt wenigen über die Lippen. Das Internet ist da nicht anders.

    Ja, jeder versucht seine Zeit optimal zu nutzen. So versucht manch einer auch das Aufsuchen von Rezepten oder Informationen kostenfrei an andere abzugeben – outsourcing quasi. Jeder sollte für dich entscheiden, ob er das Spiel mitmacht oder Grenzen setzt und eben nicht mitmacht.

    • OneBBO 7. August 2015 / 13:08

      Manch einer traut sich leider nicht, die Grenzen zu setzen. Okay, da kannst du sagen „Selbst schuld.“ Aber ganz so sehe ich das nicht. Und wenn du Grenzen ziehst, trifftst du auch nicht immer auf Verständnis oder Respektierung.

      • C. Keyserlingk 10. August 2015 / 01:55

        Man kann es nie allen recht machen.

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