Bio und ich

3. Oktober 2015: Bio? Im Moment … häufig: „Nein, danke“

Ich bin lange begeisterte Bio-Käuferin gewesen. Ich bin vom Prinzip der biologischen Landwirtschaft überzeugt. Da zahle ich gerne für Frischwaren den bis zu dreifachen Preis. Häufig schmeckt es auch deutlich besser als konventionelle Ware, zumindest ist es geschmacksgleich.

Das war einmal. Ich bin zusehends sauer auf das, was Bio-Bauern da so ihrem Massenpublikum andrehen. Ich beziehe mich hier nicht auf die Getreidehöfe, bei denen ich kaufe, sondern rein auf Obst und Gemüse, das ich vom Bioladen oder aus den Biocken im Supermarkt kaufe.

Vor ein paar Tagen wollte ich mir ein einfaches, schmackhaftes Mahl zubereiten: Kartoffeln, Kohlrabi und Möhren. Die sind alle so lecker, da braucht es nicht viel mehr. Beim Schnibbeln des Gemüses rutscht immer auch ein Stück in meine Esshand. Und da wurde ich richtig sauer: Die Kohlrabi schmeckte schon wieder nach nichts, die Möhre lag zwischen bitter und nichts. Die Kartoffeln habe ich roh nicht probiert. Wenn ich konventionelle Ware kaufe, so schmeckt die deutlich leckerer.

Die leckersten Mangos, die ich je gegessen habe, waren konventionell. Dasselbe gilt für Ananas, Spitzkohl, Äpfel, Möhren usw. Nun kann es ja nicht sein, dass die Genbearbeitung unserer Frischkost schon soweit fortgeschritten ist, dass Geschmackszutaten eingefügt werden 😉 Nein, Bio ist zur Massenware geworden. Die konventionellen (siehe Chiquita z.B. bei Nachhaltigkeit) Marken mühen sich um Qualität, die Bioware befriedigt ein gut verdienendes Publikum – das offensichtlich oft nur auf bio abfährt, ohne Sinn für Geschmack.

Ohne mich.

 

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8 Gedanken zu “Bio und ich

  1. karengraceholmsgaard 3. Oktober 2015 / 17:34

    Zum Glück habe ich Bio aus dem heimischen Garten, zumindest in der Saison. Meine Bio Hochzeit ist auch vorbei… Gruß Karen

    • OneBBO 3. Oktober 2015 / 18:04

      Gegen den eigenen Garten kommt nichts an, das ist klar 🙂 Glückwunsch dann nachträglich 🙂 🙂

  2. Jan 3. Oktober 2015 / 20:47

    Der Bioladen, bei dem ich mittels FoodCoop einkaufe, bezieht die Ware die geht regional und legt da auch guten Wert drauf 🙂
    Ansonsten baue ich in meiner Stadt gerade mit ein Solawi-Netzwerk auf – damit Lebensmittel nicht zur Massenware verkommen: http://ernte-teilen.org/

  3. Renate 3. Oktober 2015 / 22:10

    Da gebe ich dir recht. Bei Ananas und Tomaten fällt es mir besonders auf. Mein Bio-Laden am Ort hat zum Glück viel Gemüse (Salat nach Jahreszeit, Lauch, Weißkraut, Blaukraut, Gurken, Hokkaido-Kürbis, Brokkoli von kleinen Bio-Gärtnereien in der Nähe. Die Felder einer Gärtnerei sind nur ca. 300 m von uns entfernt. Ich gehe da jeden Tag mit dem Hund vorbei und sehe im Sommer die Helfer immer Unkraut hacken, Reihe für Reihe. Ich möchte diese Arbeit nicht machen (das nur am Rande). Also diese Sachen kaufe ich natürlich im Liebsten und das schmeckt auch. Im Garten haben wir dieses Jahr jede Menge Zwetschgen, Äpfel und Birnen. Hab auch das erste mal Hokkaidos gepflanzt. Die wachsen wirklich allein, genauso wie die Zucchini.

  4. Julia 4. Oktober 2015 / 09:14

    Ute, kaufst du nicht mehr auf dem Wochenmarkt? Da finde ich erhält man oft noch wohlschmeckende Qualität was Gemüse angeht.

    • OneBBO 4. Oktober 2015 / 09:36

      Ich bin vor einem Jahr umgezogen. Der kleine Markt hier im Vorort hat nicht zu Zeiten geöffnet, an denen ich gehen kann (da arbeite ich). Außerdem ist das Angebot dort sehr dürftig.

  5. Michael 4. Oktober 2015 / 11:26

    Ich habe auch schon oft festgestellt, dass bio geschmacklich nicht besser schmeckt. Ich versuche regional zu kaufen, Das was es halt gibt. Bei den Bananen zB bleib ich bei Bio und Fair Trade, weil diese mir persönlich besser schmecken und bei mir im Geschäft bzw meiner Kette gleich viel kosten wie zb Chiquita. Bei den Mangos hatten wir letztens eine Aktion um 1 Euro pro Stück, die waren so lecker dass ich mir gleich 2 Kisten voll mitgenommen habe. Gehalten haben sie obendrein noch 2 Wochen. Alles konventionelle Ware. Ich geb auch zu, dass ich auch nach Preis kaufe. Ein Kopfsalat im Bio Laden um 3 Euro ist mir zu teuer, wenn ich bei mir im Laden nur 1 Euro bezahle. Negativbeispiele sind in den letzten Tagen, Bio Paprika und Bio _Gurke gewesen. Obwohl Regional und saisonal hatten die keinen Geschmack im direkten vergleich zur konventionellen Ware. Kurz gesagt, ich bleibe bei dem was mir besser schmeckt, das geht halt nur durch probieren.

    • OneBBO 4. Oktober 2015 / 12:15

      Ja, das sehe ich ähnlich wie du. Wobei ich bei den Bananen jetzt auch mit relativ gutem Gewissen Chiquita oder Dole kaufe, nachdem ich einen Film über Bananenproduktion gesehen habe, wo sich zeigte, dass diese beiden Firmen durchaus etwas für „Nachhaltigkeit“ tun. Aber der Preisunterschied ist nicht mehr wirklich nennenswert.

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