Praktische Fragen

Heute morgen in den Nachrichten (4 und 5 Uhr): Bis Jahresende wird die Zahl der Flüchtlinge jetzt auf 1,5 Millionen geschätzt (Quelle laut Nachrichten: Bild-Zeitung aus internen Regierungspapieren).

Von diesen 1,5 Millionen dürften, vorsichig gerechnet, mindestens 60% junge Männer sein, d.h. 900.000 junge männliche Personen. Wiederum schätze ich vorsichtig, dass die Hälfte davon angibt, bereits einen Führerschein zu besitzen.

Meine Fragen hierzu, die nicht polemisch gemeint sind, ich weiß es wirklich nicht und möchte es gerne wissen:

  1. Wie wird das überprüft? Anhand eines Führerscheins? Wie ist das, wenn einer seinen Führerschein nicht dabei hat, aber sagt, er habe einen?
  2. Wie wird ein solcher Führerschein anerkannt? Müssen die Interessenten einige Stunden theoretischen und praktische Unterricht nehmen, um sich an die deutschen Verkehrsverhältnisse anzupassen? Jeder Italienurlauber und erst recht jeder Ägypten- oder Indienurlauber wird wissen, dass das deutsche Fahrverhalten anders ist als in vielen anderen Ländern.
  3. Muss jeder, der angibt, einen Führerschein zu besitzen, hier einen Sehtest machen?

Ähnlich habe ich auch Fragen zu dem beliebten Thema „Wir müssen die fachlichen Abschlüsse der Flüchtlinge rasch anerkennen.“

Jeder, der selbst einen Meister gemacht oder miterlebt hat, wie jemand sich auf die Meister- oder auch Gesellenprüfung vorbereitet, weiß, wie hoch die Ansprüche hierzulande sind. Hierzu ein konkretes Beispiel: Der Sohn einer Bekannten, Spanier in 2. Generation, hat einen deutschen Elektromeister gemacht. Als seine Eltern zurück nach Spanien gingen, überlegte er, ob er vielleicht mitgeht. Also hat er sich in Spanien in einigen Betrieben umgesehen, die für seine Bewerbung in Frage kämen. Als er zurückkam, war er entsetzt über die deutliche lässigere Art mit diesen Dingen umzugehen, als sie in Deutschland die Regel ist.

Soll ich jetzt davon ausgehen, dass in weiter entfernten Ländern wie z.B. Syrien die Bedingungen bei der beruflichen Ausbildung schärfer sind als in Spanien? Oder wie sieht die Anerkennung aus, damit überprüft wird, dass die Ausbildung der Ankömmlinge den deutschen Vorschriften entspricht?

Ich weiß nicht, ob jetzt Fragen auch schon zu Stammtischparolen zählen. Dann habe ich mich jetzt wieder fies geoutet, was?

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4 Gedanken zu “Praktische Fragen

  1. christiangold 5. Oktober 2015 / 09:12

    also zum thema führerschein kann ich sagen dass alle die aus drittstaaten kommen nochmal zu einer fahrschule gehen müssen u. dann müssen sie nochmal eine theoretische und eine praktische pfüfung ablegen, das nennt man „umschreiben“, sie müssen aber keine stunden mehr nehmen, „nur“ nochmal die prüfung machen, hat man den führerschein innerhalb der EU gemacht wird er OHNE prüfung einfach umgeschrieben u. das dokument muss natürlich bei der behörde im original vorliegen, hat man das nicht, muss man komplett neu anfangen…

    • OneBBO 5. Oktober 2015 / 09:19

      Ist die Frage, ob das bei diesen Menschen-Zahlen nicht „vereinfacht“ wird. EU, ja, das weiß ich. Danke für die Info!

  2. Frau Schmidt 5. Oktober 2015 / 11:57

    Darf ich nun mal -rein rhetorisch- fragen, wer die Fahrstunden bezahlt? Und wenn ich einen Führerschein habe, werde ich ja dann auch bald Autofahren wollen…vielleicht spenden Steuerzahler, die bereits einen Zweit- oder Drittwagen haben einen?

    • OneBBO 5. Oktober 2015 / 12:40

      Du meinst, wer die Prüfung bezahlt? Stunden sind ja bei vorhandenem Führerschein nicht erforderlich. Eine weitere Frage, die auf die Liste müsste.

      Nun so ein Auto wird schnell zusammengespart, denn wenn die Mindestlöhne wieder fallen, gibt es ja bald die tollen 6 Euro/Stunden-Jobs, da ist ein Auto ganz fix in 20 Jahren erspart.

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