4-Uhr-Nachrichten

Mein Wecker klingelt um 3.58 Uhr, Zeit einigermaßen wach zu werden und das Radio (WDR2/NDR) rechtzeitig einzuschalten. Dass ich dann, wenn ich die 4.00-Uhr-Nachrichten höre, nicht jedes Detail mitbekomme, ist klar.

So gegen Ende der Nachrichten eine Meldung. Ich kann sie nur in Bruchstücken wiedergeben, nämlich das, was bei einmaligem, noch halb  verschlafenem Hören hängengeblieben ist:

  • Wieder zwei Massenschlägereien in Flüchtlingsheimen
  • Ein Heim mit 300-400 Insassen
  • Bei einem Heim 60 Polizisten im Einsatz, bis der Streit sich wieder beruhigt hatte
  • Einmal eine Schlägerei zwischen Afghanen und Albanern

Soweit folgte ich dem. Die Sprecherin begann einen Satz…. und wurde nach drei Wörtern von der Stimme der Sprecherin des Wetterberichtes abgewürgt. Hmmm, ein Versehen, weil die Zeit abgelaufen war? Das kenne ich eigentlich nur vom Verkehrsfunk, der hat immer Vorrang.

Also wartete ich auf die 5-Uhr-Nachrichten. Ihr ahnt es schon? Kein Wort über Massenschlägereien. In der FAZ gibt es mittlerweile (vor 10 Minuten, d.h. um 5.35 Uhr gab es die Meldung noch nicht in der Google-News-Übersicht, um 5.50 Uhr ist sie auch wieder aus der Übersicht verschwunden) eine Meldung zu einer der Schlägereien: hier.

Was ist mit der zweiten Schlägerei? Welcher Text war für die Sprecherin noch geplant, den wir nicht hören durften?

Warum hängt in den Erstaufnahmeeinrichtungen nicht am Eingang ein großes Schild, gerne fünfsprachig: „Beteiligte an Schlägereien werden ohne weitere Einspruchsmöglichkeiten vom Asylantrag ausgeschlossen und umgehend abgeschoben“?

Wenn jemand so gewaltbereit ist – warum bleibt er nicht im eigenen Land und befriedigt seine Streitsucht vor Ort und lässt nur diejenigen hierherkommen, die Frieden suchen?

Welches Etikett wird mir jetzt verpasst, wenn ich sage: DAS ist für mich keine Bereicherung?

Advertisements

15 Gedanken zu “4-Uhr-Nachrichten

  1. Frau Schmidt 7. Oktober 2015 / 06:11

    Ich wüsste nicht, für wen. Ich bin sowas von satt mut diesem Thema, jeden Tag denke ich ein bißchen mehr, ich bin im falschen Film. Es wird in allen politischen Ecken nur gelabert, und Frau Merkel ist unsichtbar.
    nur weil Probleme erkannt sind, lösen sue such nicht in Luft auf.
    inzwischen frage ich mich, ob den was passieren würde, wenn es die ersten Toten gibt? Muss das wirklich erst passieren, oder wird sogar dann nicht gehandelt??

  2. karengraceholmsgaard 7. Oktober 2015 / 06:14

    Frau Merkel hat diese Menschen buchstäblich eingeladen. Nun sollen sie und ihr Gefolge dieses Problem auch lösen.

    • Frau Schmidt 7. Oktober 2015 / 06:44

      Ja bitte und zwar schnell! Aber meine Hoffnung dahingehend schwindet. Letztendlich haben wir die vermeintlichen Probleme vor der Haustür, während deren Häuser bewacht werden.

  3. OneBBO 7. Oktober 2015 / 06:51

    Ein großes Problem für mich ist, dass irgendwann auch die noch träumende Bevölkerung aufwacht und der Zorn erwacht – sich dann aber gegen die Flüchtlinge richten wird, die grundsätzlich ja für alles hier nichts können. Sie fliehen aus einem Land, aus welchen Gründen auch immer, weil sie hier ein Paradies angepriesen bekommen. Nicht nur Friede, auch Versorgung ohne Ende. Was können diese armen Menschen dafür, dass es hier Leute gibt, die leider das Sagen haben oder gerne hätten (z.B. Pro Asyl, da wird mir ganz übel, wenn ich mich da umlese) und nicht sehen, welche Probleme sie sich ins Land holen, sondern sie bis zuletzt verschleieren werden? Meine sämtlichen Artikel, die ich schreibe, klagen keinen einzigen Flüchtlng an, sondern die hiesige Kaste, die nicht wahrhaben will, dass eine Bevölkerung ein Mitbestimmungsrecht hat oder haben sollte.

  4. Frau Schmidt 7. Oktober 2015 / 07:08

    ja, man kann sagen, es ist eine lose-lose-Situation für die Flüchtlinge und für uns

    • Frau Schmidt 7. Oktober 2015 / 07:21

      Phrase an Phrase…alles bisher nur Lippenbekenntnisse. ich frage immer noch nach dem WIE??

    • OneBBO 7. Oktober 2015 / 07:27

      Warum nicht auch erwähnen, dass einen Absatz später auch Sigmar Gabriel die selben Töne anschlägt? „Auch der Wirtschaftsminister und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel zeigte sich überzeugt: ‚Wir schaffen das, wenn wir Integration fördern, aber auch fordern – und auch an die deutsche Gesellschaft denken und niemandem das Gefühl geben, er würde von der Politik vergessen.'“

      Ich finde das völlig falsch, alles Frau Merkel anzukreiden. Pro Asyl, Linke, Grüne, TAZ – ihnen allen sind es noch gar nicht genug Flüchtlinge. Gestern sah ich ein Filmchen über einen kleinen Ort in der Nähe von Worms (leider kein Link mehr), indem Kindergarten-Eltern sich Sorgen machten über die Einquartierung 45 männlicher Asylanten in der Sporthalle. Was da die dickbäuchigen (sorry, aber diese Äußerlichkeit fiel einfach massiv auf) Lokalpolitiker da geschwafelt haben, ist keinen Deut besser!

      Es ist zu einfach, alles Übel auf diese eine Person zu konzentrieren. Wer stand denn an den Bahnhöfen mit diesen peinlichen Willkommensschildern? Das wurde nicht offiziell anbefohlen.

  5. helga 7. Oktober 2015 / 08:08

    Die große Schlägerei war in Hamburg – Harburg
    es ging darum das die eine Gruppe Gebühren
    fürs Duschen haben wollte.
    Die „kleine Schlägerei“ war Unzufriedenheit mit der Unterbringung,
    auch in Hamburg. Das war gestern den ganzen Abend im Radio in den Nachrichten 90,3

    • OneBBO 7. Oktober 2015 / 08:16

      Danke für die Info! Fragt sich nur, warum das in den überregionalen Sendern nicht mehr gebracht wurde.

      • helga 7. Oktober 2015 / 08:34

        Ist Hamburg Spezial.

  6. culinariaa 7. Oktober 2015 / 12:05

    Könnte es sein, dass um 4 Uhr ein letztes Mal die Nachrichten des Vortages gesendet werden, die um 5 Uhr von neuen Nachrichten abgelöst werden?

    • OneBBO 7. Oktober 2015 / 12:44

      Ich schrieb in einem anderen Artikel auf diesem Blog – muss ja nicht jeder gelesen haben, schon klar 🙂 – dass die Nachrichten morgens häufig Infos bringen, die später nicht mehr gesendet werden. Die sind keinesfalls immer vom Vortag und meist auch noch recht brisant. Aufgefallen ist es mir das erste Mal beim Irak-Krieg. Nachrichten wurden verlesen, die ich später nirgendwo mehr wiedergefunden habe. Und diese Stücke waren selten von der Qualität der Fußballnachrichten – da ändert sich nie etwas.

  7. Michael 7. Oktober 2015 / 19:48

    Was mich wundert bei der Berichterstattung bzw Nichtberichterstattung ist, dass in Redaktionen bei Radio und Zeitung auch Online, alle die dort arbeiten 100 Prozentig gleichgeschaltet sind und sich alle der ausgegebenen? Meinung unterordnen. Ich kenn durch meine Arbeit Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und dieses Thema beschäftigt jeden. Und ALLE stehen dieser Migrationsbewegung und wie die Politik damit umgeht kritisch gegenüber, auch zB Grünwähler. Welcher Druck wird dann in den Redaktionsstuben ausgeübt, dass so gar nichts kritisches daherkommt. Und ja Ute, ich bin auch überzeugt, wenn ich die Möglichkeit hätte offene Grenzen zu passieren, dann würde ich das auch tun. Auch ich bin wütend auf die Politiker, die Jubelschreier und Klatscher auf den Bahnhöfen, aber nicht auf die Migranten selbst die diese Möglichkeit einfach ausnutzen. Nichts anfangen kann ich mit den prügelnden Menschen.

    • OneBBO 7. Oktober 2015 / 20:36

      Nee, für Prügeleien etc. habe ich auch kein Verständnis. Ich kann das auf andere Mentalität schieben, aber na und? Ich habe diese Mentalität nicht und will sie mir auch nicht aneignen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.