Krankenkassen

16. Okt. 2015: Privatpatienten

Wie wir alle wissen, gibt es mittlerweile eine Zweiklassenmedizin und die Privatpatienten können viel länger leben, weil sie von den Ärzten bevorzugt behandelt werden. Ich höre das oft genug, meist von Kassenpatienten, die angeblich 2000 Wochen auf einen Termin warten müssen, während Privatpatienten sofort einen bekommen und vieles andere mehr.

Offensichtlich kenne ich die falschen Ärzte. Ich bin seit Ende meines Studiums privat versichert – damals war es deutlich preiswerter für mich und einmal dabei, bleibt man ja bzw. mittlerweile kann ich gar nicht mehr wechseln, selbst wenn ich wollte. Als ich letztlich eine neue Zahnärztin wegen eines neuen Termins mit Beschwerden anrief, bekam ich einen Termin sehr kurzfristig, nur zwei Tage später. Am Telefon hatte mich niemand nach meinem Patientenstatus gefragt.

Ein Bekannter von mir muss regelmäßig zum Arzt wegen Kontrollen. Er sitzt im selben Wartezimmer wie die anderen Patienten, er wartet teils auch eine Stunde und mehr. Ihm hilft das Privatpatientendasein auch nicht.

Womit ich nicht bestreiten will, dass es durchaus Ärzte gibt, die einen Unterschied machen.

Letztlich las ich gar in einem Blog, dass die privaten Krankenkassen überhaupt für alles Übel in der Medizin (nun ja, wörtlich war es die Zweiklassenmedizin) verantwortlich sind. Wie bitte? Privatpatienten zahlen deutlich mehr als Kassenpatienten und von verschiedenen Seiten, die durchaus berufen sind, habe ich mir sagen lassen, dass vieles in der Medizin nur möglich ist, weil es Privatpatienten gibt, die eben reichlicher zahlen und so den Ärzten einen größeren Spielraum geben.

Aber solche Artikel werden sicher in einer Neidgesellschaft gerne gelesen. Würden die Kassenpatienten nämlich ALLE aufstehen und gehen, wenn sie länger als eine halbe Stunde warten müssen, könnten sie sogar ihre Ärzte erziehen. Das hat nix mit Kasse oder Privat zu tun.

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4 Gedanken zu “Krankenkassen

  1. Daniela 16. Oktober 2015 / 20:01

    Vermutlich bin ich ein Einzelfall. Ich hatte bisher keine stationären Krankenhausaufenthalte und gehe auch eher selten zum Arzt. Dennoch bin ich bisher mit meiner ganz normalen gesetzlichen Krankenversicherung wunderbar klar gekommen. Ich fühlte mich noch nie irgendwie benachteiligt und musste nie ausnehmend lang auf Termine oder im Wartezimmer warten. Vielleicht gehe ich zu den falschen Ärzten oder ich bin zu gesund. Werden irgendwelche Leistungen nicht von der Kasse übernommen, zahle ich sie privat zu.
    Ich hab also gar kein Problem bisher, sollte man als normaler Kassenpatient eines haben? Ich denk, die eigene Gesundheit muss man eh immer selbst auch mit in die Hand nehmen und Verantwortung dafür tragen, egal, wie man versichert ist.
    Bei schwerwigenderen Erkrankungen mag die Art und Weise der Krankenverischeurng eine größere Rolle spielen, das kann ich nicht beurteilen.

    • OneBBO 16. Oktober 2015 / 20:19

      Interessante Ergänzung 🙂

      • Daniela 16. Oktober 2015 / 20:34

        Ich finde es auch eigentlich absolut nachvollziehbar, dass manche Leistungen eben privat zugezahlt werden müssen oder wer privat versichert ist, natürlich zusätzliche Leistungen erhält, da er ja auch deutlich mehr bezahlt.

        • OneBBO 16. Oktober 2015 / 20:40

          Der Privatpatient bezahlt dem Arzt mehr, die Privatkasse an sich ist aber häufig – vor allem in jungen Jahren – preiswerter als eine „normale“ Krankenkasse. Das war für mich z.B. Mitte 20 der Grund, warum ich mich privat versichert habe. Ich war mit kleinem Einkommen selbstständig, da hätte die BEK (die damals in Frage kam) fast das doppelte gekostet.

          Wenn der Privatpatient krank wird, ist es für ihn meist teurer, da eine Versicherung ohne Eigenbeteiligung dann doch wieder teuer ist.

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