Zahlen

Heute Morgen im Radio (WDR2) gehört:

Es gab gestern in NRW eine Veranstaltung mit Fragen, die Bürgern auf der Seele liegen, Ministerpräsidentin Kraft war auch dabei (die schafft auch alles). Dabei kam eine interessante Zahl ans Tageslicht, die auch von offizieller Seite nicht dementiert wurde oder sogar von ihnen angegeben:

Ca. 200.000 Flüchtlinge sind dieses Jahr unregistriert nach Deutschland gekommen.

Das dürfen wir uns einmal auf der Zunge zergehen lassen. Das ist schon die Größenordnung einer Großstadt, quasi halb Wuppertal. Da die offiziellen Zahlen doch behaupten, dieses Jahr kämen nur 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland, hieße das, jeder vierte Flüchtlinge kommt einfach so. Und selbst wenn es knapp die doppelte Zahl insgesamt wäre (1,5 Millionen) … das wäre immer noch jeder 8. Asylant. Wir brauchen nur an die Straße zu denken, in der wir wohnen, und einmal im Geiste auszählen, wie viele Nachbarn das wären, die hier völlig unbekannt so „leben“.

Die Zahl 200.000 ist natürlich überhaupt nicht alarmierend. Denn gleichzeitig wurde in den Nachrichten verkündet, dass sich irgendein zuständiges Amt (Verfassungsschutz oder BKA) überhaupt keine Sorgen darüber macht, dass hier Terroristen mit ins Land geschleust werden. Ihnen ist nämlich kein einziger Fall bekannt, bei dem auch nur ein Verdacht besteht.

Nee, klar. Das passt gut zu der obigen Zahl. Auch machen sich unsere Sicherheitskräfte gar nicht so arg viel Sorgen, „wir“ sind nämlich gut gerüstet gegen größere Terroranschläge, die Polizei wird dafür teils speziell ausgebildet. Es beruhigt mich ungeheuer zu wissen, dass die Polizei nach einem Anschlag flugs die Leichenteile zusammenräumt, oder was soll mir das sagen? Das passt auch besonders gut zu den Berichten, dass die Polizei derzeit sowieso völlig überlastet ist.

Ich frage mich echt, für wie doof man mich so hält. Mich und viele andere.

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13 Gedanken zu “Zahlen

  1. Frau Schmidt 19. November 2015 / 08:56

    Aber wenn du als Deutscher umziehst, und das nicht innerhalb vier Wochen gemeldet hast, kannst du mit einer hohen Geldstrafe belegt werden. ….wo WIR sind, ist scheinbar viel wichtiger.
    Und wenn 200.000 nicht geleugnet werden, sind es wahrscheinlich eh mehr. Hätte mir niemals vorstellen können, dass solche Zustände in meinem Geburtsland möglich sind.

    • OneBBO 19. November 2015 / 09:05

      Das ist richtig, hättest du mir das vor einem Jahr gesagt, hätte ich dir ein Vögelchen gezeigt 😦

      Übrigens: 10 Tage sind es nach einem Umzug, nicht vier Wochen!

    • OneBBO 19. November 2015 / 17:00

      Hier die offizielle Info von einer Bank:
      Ab dem 01.11.2015 gilt das neue Bundesmeldegesetz (BMG). Wer künftig den Wohnort wechselt, hat 2 Wochen Zeit, dies bei der zuständigen Meldebehörde anzuzeigen. Nach §19 haben Vermieter jetzt eine Mitwirkungspflicht beim An- oder Abmelden ihres Mieters. Sie selbst oder deren Beauftragte müssen künftig eine Bescheinigung ausstellen, also den Ein- oder Auszug schriftlich bestätigen.

  2. karengraceholmsgaard 19. November 2015 / 09:04

    Guten Morgen, liebe Freundin!
    Ich frage mich ebenfalls, für wie dumm mich dieser Staat hält.
    Aber wehe ich parke mal falsch…
    Habe auch einen schönen Tag. ❤
    Gruß Karen

    • OneBBO 19. November 2015 / 09:06

      Falsch parken ist doch auch viel schlimmer, tse tse… Dir ebenfalls einen schönen Tag, Karen.

  3. Frau Schmidt 19. November 2015 / 10:43

    und wenn du deine Steuererklärung falsch ausfüllst, bist du ganz im AR…gen!

  4. mialieh 19. November 2015 / 11:29

    Ich frage mich, ob mit den unregistrierten Flüchtlingen nicht die Tatsache gemeint ist, dass die Behörden tatsächlich nicht mit der Registrierung hinterherkommen. Die Flüchtlinge kommen bei ihrer Ankunft in Erstaufnahmeeinrichtungen und müssen sich dann alle registrieren lassen. Das bedeutet, sie müssen wochenlang jeden Tag vor einer Registrierungsstelle stehen und warten, bis sie registriert werden. In Berlin zum Beispiel kommen pro Tag ein paar Hundert Flüchtlinge an. 40 (!) werden pro Tag registriert. Die anderen sind dann so lange unregistriert, bis sie dran waren. Inzwischen funktioniert das so, dass die Flüchtlinge zur Registrierungsstelle gefahren werden, dort eine Nummer ziehen müssen, dann wieder zurück in die Erstaufnahmeeinrichtung. An dem Tag, an dem ihre Nummer dran ist, müssen sie parat stehen, sonst müssen sie eine neue Nummer ziehen. Und wieder drei Wochen warten. So lange sie nicht registriert sind, haben sie keinen Anspruch auf Sozialleistungen und erst seit kurzem Anspruch auf ärztliche Hilfe. Ich kann mir vorstellen, dass, wenn das an mehreren Orten so läuft, die Zahl 200.000 sich einfach zusammenläppert. Und dass es sich dann sehr schnell schreibt, dass das illegale sind. Andere Städte sind schneller, weil sie mehr Personal einsetzen. Ich könnte mir vorstellen, dass man da auch als Behörde findig und kreativ sein muss, aber es gibt doch genug bereits registrierte und andere Personen, die helfen wollen, so dass man bei der Erstaufnahme schnell Hilfe bekommen könnte. Ob das aber gewollt ist…

    • OneBBO 19. November 2015 / 16:31

      In der Berichterstattung war kein Wort davon, dass sie nicht hinterherkommen und es war ganz deutlich, dass diese Flüchtlinge sich der Registrierung entzogen haben. Wenn die Berichterstattung in den Medien falsch sein sollte, wird das sich bald korrigiert oder du kannst sie ja zur Korrektur auffordern.

        • OneBBO 22. November 2015 / 17:25

          Die nicht registrierten verschwinden in großen Zahlen, sind nicht alle in den Massenunterkünften, ich kann dafür die Quelle nicht angeben, da ich das aus den Radionachrichten beziehe und mir die Daten nicht aufschreiben.

        • OneBBO 22. November 2015 / 17:48

          Nun habe ich den Artikel gelesen. Da steht nur weiche Suppe drin – und die interessante Zahl 290.000. Wird immer besser….

          Ein Zuckerschlecken ist ein Leben ohne Unterstützung und in Massenunterkünften sicher nicht. Ich finde es, auch ohne wissenschaftlichen Vorträgen beizuwohnen, beunruhigend, wenn in diesen Zeiten 290.000 Menschen, denen ich nicht immer hehre und lautere Absichten unterstellen kann, irgendwo herumschwirren, z.B. abgetaucht bei Familien und Helfern. Was übrigens keine Erfindung meiner ausartenden Phantasie ist, sondern sich ebenfalls auf Berichte stützt – ich höre regelmäßig Radio.

  5. culinariaa 19. November 2015 / 22:12

    Mal ein Detail zu einer kleinen Gruppe nicht Registrierter aus einem internen Bericht: “ …wie es mit Geburtsurkunden für neugeborene Flüchtlingskinder gehen kann. Vielen lieben Dank! Es hat sich heraus gestellt, dass es in [einer deutschen Großstadt] über 800 Flüchtlingsbabies gibt, die zwar geboren gemeldet sind, die aber keine Geburtsurkunde haben und somit nicht “registriert “ sind. Niemand weiß, wie sie heißen, niemand weiß, wo sie wohnen. Es ist für die Mütter, die ihre Papiere auf der Flucht weggeworfen haben, sehr schwierig, ihre eigenen Geburtsurkunde beizubringen. Unehelich geborene Kinder gelten in anderen Kulturkreisen oft als Familienschande, sodaß falsche Angaben zur Verheiratung gemacht werden. Dies alles erschwert die Ausstellung einer vorläufigen oder normalen Geburtsurkunde. Es fallen dann nicht nur Beurkundungskosten, sondern auch Dolmetscher- ,Vereidigung- und Beglaubigungskosten an. Summa summarium: € 60 -80 ,- Abgesehen davon , dass dieser Amtsweg den Besuch ( mit Baby!) mehrerer verschiedener Verwaltungsstellen bedeutet, ist das für eine Flüchtlingsmutter mit dem monatl. Handgeld nicht zu bezahlen. So verzichtet sie ganz darauf … „

    • OneBBO 20. November 2015 / 07:08

      Interessantes Detail. Wie kommst du an den internen Bericht? So grob gesprochen. Dennoch gehe ich nicht davon aus, dass von den angeblich 800.000 Flüchtlingen 200.000 Babies sind 😉 Auch wird immer wieder berichtet, dass (erwachsene) Flüchtlinge sich gezielt der Registrierung entziehen. Selbst wenn die Zahl derzeit „nur“ bei 100.000 oder auch 50.000 liegt – so ist sie immer noch viel zu hoch, finde ich.

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