Was steckt dahinter

7. Dez. 2015: Bilder, die Gedanken auslösen

In der Schule hatten wir – ich muss so 11 oder 12 gewesen sein – einmal die Aufgabe als Aufsatz, zu einem Gemälde keine Bildbeschreibung zu machen, sondern die Geschichte, die dahinter steht (wie wir uns dachten), zu erzählen. Das ist eine der Aufsatzthemen, das mich am meisten begeistert hat und bei dem ich richtig Freude beim Schreiben hatte. Es war ein altes Ölgemälde mit einem kleinen Mädchen, ich glaube sie stand links, das aus einer Holzkiste etwas auspackte.

Es gibt immer wieder Bilder im Alltag, die mich auf diese Weise berühren. Eines seht Ihr unten. Vielleicht fällt euch etwas dazu ein?

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7 Gedanken zu “Was steckt dahinter

  1. Tausend 7. Dezember 2015 / 19:49

    Toni liebte Star Wars. Besonders die Laserschwerter. Surr surr. Das imaginäre Schwert sauste durch die Luft. „Du weißt, dass wir dir verboten haben, mit Waffen zu spielen“, sagte ihre Mutter. Schnell ließ Toni den Schaft hinter dem Rücken verschwinden. Die Mutter hielt ihn für ihren teuren Wimpernpinsel. „Du missbrauchst meinen guten Mascara als Kriegswaffe? Du hast sie wohl nicht mehr alle.“ Wütend riss sie Toni das Schwert aus der Hand und legte es zurück auf die Ablage im Badezimmer. „Krieg spielen ist böse, Toni. Begreif das endlich.“ „Aber ich habe gar nicht Krieg gespielt. Bloß Star Wars. Das war doch nur mein Laserschwert.“ „Du weißt doch gar nicht, was du sagst“, meinte die Mutter, inzwischen etwas milder. „Deine Großeltern waren im Krieg! Weißt du gar nicht, was das heißt?“ Toni schüttelte den Kopf. „Komm mal her. Du musst doch nicht mit einer Laserwaffe spielen. Du kennst doch Mary Poppins.“ Die Mutter kramte in einer Schublade und beförderte einen Griff vom Regenschirm zutage.
    „Hier“, sagte sie und drückte Toni den Griff in die Hand. „Spiel Mary Poppins. Die hatte einen fliegenden Regenschirm.“ „Aber da fehlt ja der Schirm“, sagte Toni. „Ja und? Bei deinem Schwert fehlte doch auch die Klinge. Hast du keine Phantasie?“ „Doch“, sagte Toni, öffnete das Fenster und rief: „Flieg!“

    Gibts von Dir auch eine Version?

    • OneBBO 7. Dezember 2015 / 19:52

      Es war eine geplant, aber sie ist mit Mary Poppins aus meinem Kopf geflogen, leider. So warten wir ab, wer sonst noch kommt. Ich bin nur froh, dass Toni nicht – wie ich erst las – selbst mit dem Schirm aus dem Fenster fliegen wollte.

      • Tausend 8. Dezember 2015 / 15:01

        Nein, so dumm ist sie nicht. Ich dachte, das hätte ich gestern schon geantwortet. Habe ich aber nicht. Zu spät ist nie zu früh.

  2. Arabella 8. Dezember 2015 / 20:15

    Vergessenes

    Die alte Bordsteinkante wunderte sich einmal mehr über die Menschen.
    Nicht nur, dass sie vergassen Dinge zu achten, sie warfen sie, wie sie ihnen aus den Händen fielen, einfach weg.
    Der alte Holzgriff eines kaputt gegangenen Regenschirms hatte sie, als er achtlos fallen gelassen wurde, getroffen.
    Genau an ihrer rechten Oberkante. Ausgerechnet dort.
    Ihre Arthrose war an dieser Stelle besonders ausgeprägt.
    Im Gegensatz zu den Menschen, benahm sich die Natur höflich und so bot der sich gern an sie schmiegende Löwenzahn sofort seine Blätter an.
    Diese sind wohltuend bei solcherlei Beschwerden. Genauso helfen sie gegen Blasen- und Gallensteine.
    Hätte der vorbeigehende Mensch sich nicht so unflätig verhalten, hätte sie ihm verraten, das Löwenzahntee ein feines, klärendes Gesichtswasser ist.
    Zwei Hände voll von ihm mit heißem Wasser aufgegossen und als heiße Kompresse auf die Haut gelegt, regulieren die Hautdurchblutung und sorgen für einen reinen Teint.
    “Tja”, dachte die Bordsteinkante und warf eine schadenfrohen Blick auf das pickelige Gesicht des Menschen – “wie du mir, so ich dir”.

    Mit besten Grüßen, Arabella

    • OneBBO 8. Dezember 2015 / 21:57

      Ein toller Einstieg als Kommentatorin, Arabella 🙂 Danke!

      • Arabella 8. Dezember 2015 / 22:02

        🙂

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