Telefonkarten und Automaten

9. Jan. 2016: Automaten – ein Besuch im Krankenhaus

Früher kenne ich das von Krankenhäusern so, dass im Zimmer Telefone eingestöpselt werden konnten und dann konnte man telefonieren. Heute, so habe ich gelernt, gibt es nur noch Telefonkarten, mit denen Telefone aktiviert werden, die an den Fernseher oder sonst eine Fernbedienung angeschlossen sind.

An einem schönen Novembertag wollte ich einen Freund, M., in Köln in einem großem Krankenhaus besuchen und bin deshalb so kurz nach 13 Uhr losgefahren, Fahrt lief glatt. Das zugehörige Parkhaus war voll, das nächste hatte noch ein Plätzchen für mich. Ist aber ein Stück weiter zu Fuß. Ich war also ca. 14.15 Uhr da.

Irgendwann kam Visite und ich habe die Gunst der Stunde genutzt, um M. eine Telefonkarte zu besorgen. Ich bin zur Anmeldung (Erdgeschoss, M. liegt im 3. Stock) mit fünf Euro in der Hand, Pfand für die Telefon-Karte. Also ich müsse die Karte am Automaten laden, aber unter 10 Euro geht nicht. Gut, wieder hoch.

Ich ging erneut, diesmal mit 50 Euroschein und Karte bewaffnet, zur Anmeldung. Karte eingesteckt, Automat spuckt sie aus, weil er sie nicht erkennt. Ich zur Anmeldung, oh, da ist die Karte kaputt. Und mit Blick auf meinen 50er: Der Automat kann nicht wechseln. Telefonieren kostet 1,50/Tag (da brüsten sie sich mit Flatrate für haha, in Remscheid ist das kostenlos), also wieder hoch.

Winziges Schwätzchen mit M. gehalten. Verzweifelt nach einem 10-Euro-Schein gesucht und endlich einen in meinem Mini-Einkaufs-Geldbeutelchen gefunden. Ich mit dem Schein nach unten, an den Automaten. Er erkennt die Karte, heißa! Ich schiebe Schein ein. Nein, die Banknote erkennt er nicht. Noch 10 mal versucht. War der Schein vielleicht nicht glatt genug?

Ich nach oben, genervt. Eine Schwester gefragt, ob sie den Schein tauschen kann. Sie kann. Viel glatter ist der auch nicht, aber die Knicke sind woanders. Runter zum Automaten, Banknote wird nicht erkannt. Ich zur Anmeldung. Ja, das kommt schon mal vor, doofer Automat, sie muss die Firma anrufen. Im Bettenhaus stehen funktionsfähige – da wollte ich aber nicht auch noch hin, wäre wieder ne Viertelstunde gewesen. Am besten sagt der Patient den Frauen Bescheid, die das Essen bringen, dass sie ihm im Bettenhaus die Karte aktivieren, das machen die.

Mein Aufzug fuhr nicht. Musste ich den nächsten nehmen.

Ich hoch zu M., berichtet. Dann telefonieren wir eben per Handy, dachte ich, M. hatte noch ein altes Nokia dabei, da hält der Akku ausgeschaltet ewig. Ich wühle seinen ganzen Koffer durch. Handy gefunden – hat er das nicht ausgeschaltet. Ein Strichlein auf dem Akku, das reicht nur für ein Notgespräch. Ausgeschaltet.

Es war (November) mittlerweile schon kurz vor 4, und ich wollte im Hellen heimfahren. Außerdem hatte eine Freundin mir geraten, vor 15.30 Uhr raus aus Köln zu sein, sonst dauert es ewig.

Endlich im Auto (den richtigen Aufzug nach unten zu finden kostete mich zwei Leute fragen…), es dämmert bereits. Dann habe ich gestanden. Ich bin alleine bis an die Peripherie von Köln über eine Stunde gefahren, von Krankenbett bis auf den heimischen Sessel: 2,5 Stunden. Für 45 km. Ich schwor mir: Ich fahre da überhaupt nicht mehr hin!! 🙂

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6 Gedanken zu “Telefonkarten und Automaten

  1. Renate 9. Januar 2016 / 20:01

    Das hätte mich auch voll genervt. Ich verstehe nicht, warum in der heutigen Zeit so ein 0815-Automat nicht richtig funktionieren kann.

    • OneBBO 9. Januar 2016 / 20:23

      Vor allem auch, warum die kein Wechselgeld rausrücken können. Das kann jeder billige Automat in Kaufhausparkhäusern.

      • Renate 11. Januar 2016 / 19:09

        Vermutlich ist das nicht gewollt.

        • OneBBO 11. Januar 2016 / 19:12

          Das befürchte ich auch 🙂

  2. Margot 9. Januar 2016 / 20:10

    Das ist völlig normal, genau das habe ich in den letzten Jahren wirklich jedes Mal so erlebt wenn meine Mutter im Krankenhaus war. Was mir auch unverständlich ist, ist wie bettlägerige Patienten, die keine Angehörigen in der Nähe haben, das Telefon anmelden sollen? Früher hat man unterschrieben, das Telefon wurde freigeschaltet und bei der Entlassung abgerechnet. Ohne viel TamTam. Heute wird ja alles „vereinfacht“. Wenn zuwenig Guthaben auf der Karte ist, wird das Telefon einfach gesperrt. Der Patient kann dann auch nicht angerufen werden. Da kommt dann so ein blödes Band „der Teilnehmer ist im Moment leider nicht am Platz, bitte versuchen Sie es später noch einmal“. Die Zentrale kann da auch nicht weiterhelfen, durchstellen geht nicht.

    • OneBBO 9. Januar 2016 / 20:23

      Ja, so kenne ich das auch noch von früher 🙂

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