Die Antwort – ein Gastbeitrag

Anbei also die Antwort der Reha-Klinik. Die beiden größten Lacher habe ich in Fettdruck markiert und werde sie unter dem Schreiben kommentieren.

Sehr geehrt…
erst einmal besten Dank für Ihre ausführlichen Anmerkungen zu Ihren Eindrücken und Erfahrungen zu unseren Speiseangeboten. Über differenzierte Rückmeldungen haben wir die Möglichkeit, unsere Angebote zu überprüfen und zu verbessern.
Grundsätzlich ist unser Ernährunqsangebot auf der Basis einer Großküchenorganisation konzipiert. Unsere mit dem RAL-Gütezeichen zertifizierte Küche bietet ein vielfältiges und ernährungsphysiologisch ausgewogenes Angebot. Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißanteile sind für jede Mahlzeit berechnet und im Wochen-Speiseplan ausgewiesen, ebenso einige Vitamine und Mineralien. Morgens und abends wird das Essen in Buffetform angeboten. Mittags gibt es zusätzlich ein reichhaltiges Salatbuffet. Jeder Patient kann mittags zwischen drei Gerichten wählen, das Gericht 2 ist jeweils ein vegetarisches. Sollte ein Arzt einem Patienten eine medizinisch notwendige Diät verschrieben haben, können wir diese auf Vorlage des Attestes ebenfalls berücksichtigen.
In der Küche sind neben zwei Köchen auch noch drei Oecothrophologinnen bzw. Ernährungsberaterinnen tätig. Vegane Ernährungsformen können wir leider nicht berücksichtigen, dies wird auch im Vorwege bereits kommuniziert.
Im Rahmen von Patientenschulungen zu herzgesunder Kost, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit werden die jeweils zu beachtenden Ernährungsrichtlinien dargestellt.
Leitlinie unseres Handeins ist allerdings auch die Entscheidungsfreiheit und Selbstverantwortung jedes erwachsenen Menschen. Unter diesem Aspekt ist jede Wegnahme von Entscheidungsfreiheit und Autonomie zu vermeiden. Diese Entscheidungen müssen schließlich auch nach dem Aufenthalt bei uns täglich getroffen werden.
Mindestens eines der täglich mittags angebotenen Gerichte entspricht dabei auch den Anforderungen an die Ernährung für kardiologische Patienten. Für einen Großteil unserer Patienten und Gäste sind die von Ihnen kritisch beschriebenen Angebote z.B. in der Cafeteria in angemessener Dosis nicht kontraindiziert und tragen zur Gesamtzufriedenheit und damit letztlich auch zum Behandlungserfolg bei.
Unserer Erfahrung nach ist es auch nicht möglich bei im Schnitt 225 anwesenden Patienten (zuzüglich Begleitpersonen) immer alle unterschiedlichen Essensvorlieben und Geschmacksvarianten zu treffen. Bei Ihnen ist es uns offensichtlich nicht gelungen, das bedauern wir. XXX hingegen hat über das Essensangebot wohl nicht geklagt, bei unseren Mitarbeiterinnen in der Küche ist diesbezüglich jedenfalls keine Kontaktaufnahme erfolgt.
Auf Basis Ihrer Rückmeldung sehen wir allerdings durchaus auch Verbesserungspotential hinsichtlich der Zusammensetzung und der Präsentation einiger Angebote. Auch einzelne Abendangebote bedürfen einer Ergänzung.
Insbesondere diese Punkte werden wir bei der Weiterentwicklung berücksichtigen.
Wir wünschen Ihnen und XXX  alles Gute und insbesondere weiterhin eine positive gesundheitliche Entwicklung.
Mit freundlichen Grüßen

(1) Das mit der Selbstbestimmung und Autonomie gefällt mir in dem Schwafelbrief (danke, dass ich ihn hier veröffentlichen darf) ja ausgesprochen gut. Ich bin daher auch dafür, in Entzugskliniken für Alkoholiker reichlich Schnaps, Rum und Wein in Automaten zur Verfügung zu stellen – schließlich müssen sie im Alltag ja auch damit zurechtkommen, dass diese ihnen über den Weg laufen.

(2) Der Verfasser (ein Dr. med.) benutzt zwar das Wort „Zuckerkrankheit“ (statt Diabetes), aber hier muss er  dann doch mal den Arzt raushängen lassen. „In angemessener Dosis“ ist hübsch, gell? Und „kontraindiziert“ ist außer für Medikamente wirklich wunderbar fehl am Platze 😉 Fettige Frikadellen und Kuchen mit dickem Zuckerguss sowie auch Softdrinks sind somit gut für die Patienten, damit sie zufrieden und glücklich sind.

(3) Nicht markiert – aber beim Lesen des Wortes „Ökotrophologinnen“ schlägt mein Herz ja immer besonders hoch 😉

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4 Gedanken zu “Die Antwort – ein Gastbeitrag

  1. Frau Schmidt 4. Februar 2016 / 18:05

    Aaaaber Hauptsache zertifiziert!

    • OneBBO 4. Februar 2016 / 18:08

      Wer zertifiziert ist, kann nichts falsch machen.

  2. Renate 4. Februar 2016 / 22:11

    Oh Herr lass Hirn regnen.

    • OneBBO 4. Februar 2016 / 22:12

      Ein kaum zu übertreffender Kommentar 🙂

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