Populisten

Gerade habe ich mir die vorläufigen Wahlergebnisse angeschaut. Wirklich überraschen tut mich nur das gute Abschneiden der Umweltpopulisten in Baden-Württemberg. Die Links-Populisten scheinen keine größere Rolle zu spielen, und die Christlichkeitspopulisten haben genauso herbe Verluste hinnehmen müssen wie scheins die Gewerkschaftspopulisten.

Warum taucht Populisten nämlich immer nur im Kontext von „rechts“ auf? Warum wird beispielsweise eine Sara Wagenknecht, die eine leere Forderung nach der anderen stellt („Banker verdienen zu viel“, lose zusammengefasst), mit Respekt behandelt und nicht als Linkspopulistin tituliert?

Vorschlag: Wir streichen mal eine Weile das Wort „Populisten“ aus unserem Wortschatz und schauen uns an, was uns die Wahlergebnisse denn wirklich sagen. Vielleicht so etwas wie: Wenn die Mehrheit der Bevölkerung sich nicht mehr ernst genommen fühlt, weil sie bei der leisesten Kritik an der heiligen Regierung in einer bestimmte Ecke gequetscht wird und Gefahr läuft, bei offener Meinungsäußerung öffentlich angeprangert, ja wenn nicht gar angezeigt zu werden, dann greift sie zum einzigen Mittel, das ihr außer zivilem Ungehorsam bleibt – nämlich dem Wahlzettel?

Eine Demokratie muss etwas aushalten können, von allen Seiten, sonst ist sie keine Demokratie mehr. Darauf sollte sich so manch einer mal besinnen.

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2 Gedanken zu “Populisten

  1. Frau Schmidt 18. März 2016 / 10:04

    Lt. Wikipedia ist Populismus „eine Form der politischen Rhetorik bzw. Strategie zum Machterwerb (Anm. oder -erhalt) andererseits wird Populismus in der Forschung auch als Ideologie eingestuft“….also sind dann nicht alle Politiker Populisten?
    Und ja, linkspopulistisch habe ich glaube ich noch nie gehört. Rechte Gewalt ist auch immer viiiiel schlimmer als linke. Gewalt AN SICH ist schlimm! Aber gut, bei der deutschen Vergangenheit kann man da vielleicht noch ein wenig Empfindlichkeit mitbringen….trotzdem finde ich diese „blinden Flecken“, was alles Schlechte, welches man nicht in die rechte Ecke stellen kann, anbelangt, kaum noch erträglich. Diese sog. political correctness wird viel zu sehr bemüht, so daß es schon ins Absurde abgleitet. Wer Menschen bestimmer Herkunft, Hautfarbe, Religion über einen Kamm scheren WILL, wird das auch tun, ob diese nun explizit in der Zeitung genannt oder nicht genannt wird. Albern!

    • OneBBO 18. März 2016 / 10:11

      Danke für die tolle Ergänzung!

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