Polizei wird zum Dienstleistungsunternehmen

1. Apr. 2016: Mit der Polizei auf du

Im Februar dieses Jahres bekam ich bei einem Spaziergang den Fetzen eines Gesprächs mit. Ein Polizist sprach mit einer Autofahrerin, deren großer Mercedes breit auf dem knappen Bürgersteig geparkt war. Sie trug eine schwarz-weiß-gemusterte Leggins. Ich hörte, wie er zu ihr sagte: „Ja, die Gebühr haben Sie ja schon bezahlt…“. Was weiter kam, habe ich nicht gehört. Aber jetzt ist es raus:

Die Polizei mausert sich zum echten Dienstleistungsunternehmen. Auch der Straßenverkehr wird nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geordnet. So wie Krankenhäuser miteinander konkurrieren (sollen) durch günstige Preise, sollen das auch einzelne Polizeistationen. Die Polizeistationen von Wuppertal, Remscheid und Solingen haben sich nun zusammengetan und einen Bergischen Kreativplan entwickelt. Unter anderem kann man jetzt an allen Polizeistationen einen Zehner-Knöllchen-Schein für den Preis von neun erwerben. Wenn man falsch parkt, kann man gleich einen Abschnitt dieses Scheins unter die Scheibenwischer klemmen und die Damen vom Ordnungsamt sammeln einfach ein. Wer lieber seine Geschäfte online erledigt, bekommt sogar Bögen mit 10 selbstklebenden, rückstandlos entfernbaren Knöllchen zum Preis von 9. Ab 85 Euro ist der Versand portofrei.

Bei höheren Beträgen, also Geldbußen, sei man verhandlungsbereit, erklärte mir der Polizeipräsident der Region und brachte ein Beispiel: „Stellen Sie sich vor, es wird aufgrund einer Geschwindigkeitsübertretung ein Bußgeld von 300 Euro fällig. Da ist es doch viel einfacher, wenn wir uns auf 275 Euro herunterhandeln lassen, als die ganze Bürokratie mit Gericht etc. heißlaufen zu lassen.“

Wie das neue Konzept von der Bevölkerung angenommen wird, ist noch nicht bekannt. Umfragen im Vorfeld hätten großes Interesse vor allem für die 10-für-9-Knöllchen ergeben.

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6 Gedanken zu “Polizei wird zum Dienstleistungsunternehmen

  1. Margot 1. April 2016 / 23:12

    Das ist doch jetzt ein Aprilscherz, oder?

    • OneBBO 2. April 2016 / 09:16

      Ein Anruf bei der nächsten Polizeistation kann das klären 😛

  2. Tausend 3. April 2016 / 10:37

    Daran sieht man, dass das alte Preußentum langsam aus den Köpfen verschwindet und Raum gibt für neue kreative Lösungen.

    • OneBBO 3. April 2016 / 10:39

      War ja auch mal an der Zeit. Vielleicht kann man sie demnächst auch noch günstiger auf Ebay ersteigern, denn erfolgreiche Polizeistationen mit hohen Verkäufen bekommen einmal im Jahr 500 Knöllchen umsonst. Und die landen natürlich auf Ebay, um das nächste Polizeifest zu finanzieren.

      • Tausend 3. April 2016 / 10:42

        Vielleicht könnte man mit einem kleinen Vermögen alle Knöllchen aufkaufen und das Falschparken quasi legalisieren.

        • OneBBO 3. April 2016 / 10:46

          Alle aufkaufen: Ja. Dann hat derjenige ein feines Monopol und kann sie teurer weiterverkaufen!

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