Kein Bild, kein Ton – keiner kommt schon

2. Juli 2016: Das Wetter und die Telekom

Unwetter gab’s über Deutschland Ende Mai und Anfang Juni. Wir hier, im Bergischen Land, haben uns gefreut, denn bis Anfang Juni hatten wir bombastisches Wetter, also relativ gesagt. Am 1. Juni hat’s so ein bisschen geregnet, okay, lästig wenn man gerade draußen ist, aber nicht aufregend.

Am selben Tag sind wir nach der Mittagspause kurz spazieren gegangen. Lieber gehen, bevor das Unwetter kommt, arbeiten können wir immer noch. Um etwa 14 Uhr sind wir losgezogen, um 15 Uhr waren wir wieder im Büro.

Oha, ich komme nicht online. Kenne ich schon, Router vom Stromnetz nehmen, ein paar Minuten warten, wieder einschalten und sich freuen. Das funktionierte aber nicht, ich hab’s zweimal probiert – vielleicht hatte ich beim ersten Mal ja nicht lange genug gewartet? Es klappte nicht. Bei der Störungsstelle anrufen ging auch erst einmal nicht, denn das Telefon war genauso platt wie die DSL-Verbindung. Zum Glück habe ich vor Urzeiten die Nummer der Störungsstelle mal ins Handy einprogrammiert, so konnte ich wenigstens dort anrufen.

Die Warteschlange war relativ kurz, vielleicht 5 Minuten. Heute kann ja alles online überprüft werden, das ist prima. Mein Gegenüber hatte den Defekt auch rasch gefunden: Irgendeine Überbrückung im Verteilerkasten hier in der Straße funktionierte nicht mehr. Herr XXX informierte mich, dass er einen Techniker entsenden werde. Ich fragte: „Können Sie mir auch in etwa sagen, wann das sein wird?“. „Ja“, antwortete der Befragte, „selbstverständlich, warten Sie bitte kurz“. Nun war ich gespannt – würde es eine halbe Stunde sein, eine Stunde oder gar zwei oder drei? (So kenne ich die Reaktionszeiten von Defekten bei der Telekom).

Murmel, murmel… „also ich habe für Sie einen Termin notiert: Samstag.“ … SAMSTAG? Es war Mittwochnachmittag! Ich japste nach Luft. „Samstag? Das kann doch nicht wahr sein, wir brauchen die Verbindung fürs Geschäft!“ „Tja, tut mir leid, vor Samstag ist alles rot.“

Mit „alles rot“ war wohl der Terminplan gemeint. Ich war ein wenig entrüstet. Mein Telefonpartner tröstete mich: „Wenn Sie Glück haben, haben schon mehrere diesen Fehler gemeldet und es ist bereits ein früherer Termin vorgesehen.“ (Freitagnacht hahahah???). Ich bat den Call-Center-Beschäftigten zu hinterlassen, dass ich äußerst unzufrieden sei. Er notierte eifrig.

Anstatt den PC zu quälen, konnte ich per Telefon prima kontrollieren, ob alles wieder funktioniert. Ich rief bei uns im Büro an. Aber – da kam keine Störungsmeldung, wie das früher war, sondern sofort eine Mailbox. Wir haben die Mailbox bei Einrichten der Telefonanlage extra abschalten lassen! Und abhören können wir sie auch nicht, ich wüsste nicht wie. Das ist ja auch toll, wenn jetzt ein Kunde anrief, würde der gar nicht merken, das hier etwas im Argen ist.

Die Nacht brachte keine Verbesserung außer dem Trost, dass ich wenigstens übers Handy Emails lesen und verschicken kann, auch im Internet schauen. Das ist zwar alles lästig, aber es geht. Wie gut, dass ich mir gerade vor einem Monat ein neues Handy mit einem satten Tarif gegönnt hatte! Ich fragte mich allerdings, welche Geduld Menschen aufbringen müssen, die ganze Artikel per Smartphone verfassen oder Beiträge in Facebook posten mit viel Text. Ich würde schier wahnsinnig 😉 Whatsapp, das ich erst gar nicht hatte einrichten wollen, erwies sich als nützlich für die schnelle Kommunikation.

Einen Blog hatte ich bis zum Wochenende bereits programmiert, einen anderen bestücke ich sowieso nicht regelmäßig. In den Facebook-Gruppen kann ich posten und habe kurz angegeben, dass ich etwas „verstumme“.

Ich war also nicht komplett von der Welt abgeschlossen. Vor wenigen Jahren war das noch so: Ohne Telefon und ohne Internet (wir hatten das mal einen halben Tag) fühlt man sich dann komplett vom Geschehen abgeschnitten. Das ist jetzt anders und es gibt nicht wirklich die „Muße ohne Datenkontakt“. Brauche ich auch nicht, da ich auch ohne Zwang gut ohne sein kann.

Ich dachte über „früher“ nach. Da gab es auch schon mal solche Ausfälle, denn auch die damalige Technik war anfällig. Da hatte ich kein Handy, mit dem ich per Flatrate den Kontakt halten konnte, jeder Anruf war teuer. Von der handylosen Zeit ganz zu schweigen. Der Unterschied fiel mir auch auf: Früher gab es keine Handy-Flatrate, dafür wurden Ausfälle von der Telekom innerhalb weniger Stunden wieder behoben. Woran sich Fortschritt prima ablesen lässt 🙂

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2 Gedanken zu “Kein Bild, kein Ton – keiner kommt schon

  1. sandra 3. Juli 2016 / 11:29

    Ich war mal eine volle Woche ohne Telefon und Internet! Die haben angeblich den Fehler nicht gefunden. Das macht Laune. Aber im Gegensatz zu euch bin ich ja bloß eine Privatperson. Wenn da ein Büro dranhängt…puh!

    • OneBBO 3. Juli 2016 / 11:31

      Ja, war sehr „lustig“. An einem Tag musste ich einen eiligen Auftrag über Handy herunterladen, auf den PC per Kabel transferieren und so weiter…. kalter Schweiß angesagt >:-)

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