Neu: Das Alphabet mit Erklärung

A

Anfang. Es ist logisch, dass ein Alphabet mit A anfängt. Zumindest wenn es ein ABC-Alphabet ist. Jeden Tag einen Buchstaben abarbeiten – das wäre eine gute Sache. Was soll dieses Alphabet sein? Ein Witz? Ein lebender Sarkasmus? Eine wissenschaftliche Abhandlung? Ich könnte mich auch bemühen, zu jedem Buchstaben nur Sätze zu bilden, in denen der jeweilige Buchstabe auch gleichzeitig Anfangsbuchstabe der Wörter ist. Eine etwas lesbarere Version wäre eine, in der der gewählte Buchstabe mindestens in jedem Wort vorkommen muss. Oder wo jeder Satz mit diesem Buchstaben anfangen muss. Ich probiere diese Dinge einmal aus.

Aller Anfang atmet Alltägliches. Aber auch andere Ansichten argumentieren anarchisch. Adipositas atmet auch, aber anders.

Alles Anfang, atmet das Alltägliche. Aber auch anderer Nachbarn Ansichten machen Argumente mal hierarchisch, mal anarchisch. Adipositas, auch da war das a vorhanden. Sogar zweimal. Potztausend!

Anders als der Anfang kann auch das Ende Punkten. Allerdings nicht beim Alltäglichen, das sperrt sich gegen solche Bemühungen. Andere Ansichten werden akzeptiert, es fragt sich allerdings, wie lange noch. Anarchie macht sich breit, was nicht so gerne gesehen wird, weil niemand weiß, ob Anarchie und Chaos nebeneinander leben sollten. Adipositas ist das deutsche Wort für „obesity“, die Fettleibigkeit – wer davon stark betroffen ist, leidet unter adipositas magna. Andererseits ist das alles ziemlich egal.

Es ist schon klar – solche Spielchen gehen am besten mit den Vokalen. Und da wäre e vermutlich geeigneter, weil der häufigste Buchstabe im deutschen Alphabet.

Aber jetzt sind wir bei a. Viele kleine wichtige Wörter beginnen mit a: aber, allerdings, also, andererseits, allerhand, ach so.

Ach so.

Der Klang A steckt auch noch in anderen Kombinationen wie dem Ei. Das ist eigentlich ein Ai. Warum wird das A hier diskriminiert? Eigentlich wäre ein Alphabet sinnvoller nach der Häufigkeit der Buchstaben sortiert. Wenn ich mich recht entsinne, folgt auf das E das N. Aber dieser Diskurs hat ihr überhaupt nichts zu suchen. Wenigstens das überhaupt hat ein a.

Atomkraftwerke fangen mit A an. Sie spielen allerdings in meinem Leben keine große Rolle. Anders der Name Andreas. Einst ein gemeinsamer Untermieter, fast ein Freund. Dann das Zerwürfnis, dann aus den AAAAugen verloren. Aber Ab und An tAucht er eben im Gedächtnis wieder Auf. Sein Satz mit stark gerolltem R (er ist oder war Pole) „Ute hat scharrrfe Zunge!“ ist in die Geschichte eingegangen. Ob es stimmt? Ich habe mich gemäßigt.

Der Ort Ascheberg auf der Landkarte ist nicht unwichtig, auch wenn ich dort nie gewesen bin. Er ist ein Meilenstein auf der Autobahn gen Norden.

Ich habe den Eindruck, dass das A in meinem Lebens-ABC keine so besonders hervorragende Position einnimmt. Und eines sei gleich vorweggenommen: Umlaute bleiben Umlaute und werden nicht zu Buchstaben. Was ich nicht verstehe, denn es sind ja Phoneme, d.h. sie sind wortunterscheidend. Zum Beispiel Ähre und Ehre, das ist der Beweis.

 

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5 Gedanken zu “Neu: Das Alphabet mit Erklärung

  1. Tausend 8. Oktober 2016 / 18:10

    Gefällt mir exorbitant. Anders gesagt: Außerordentlich ansprechend!

    • OneBBO 8. Oktober 2016 / 18:44

      Das ist ja allerhand.

  2. Tausend 8. Oktober 2016 / 18:11

    Hat dies auf Warum nicht? rebloggt und kommentierte:
    Gefällt mir exorbitante.

  3. theomix 8. Oktober 2016 / 21:09

    allseits allbekannte assoziationen, anfänglich. aber alles absolut akribisch aufbereitet

  4. culinariaa 8. Oktober 2016 / 22:05

    Ich liebe ABC-Spielereien! Danke für die Erinnerung!

    Meine Schüler liebten das Räuber-ABC von James Krüss:

    Als Räuber Christoff DüwelsEck
    Fünf Gulden hatte im Jackett,
    kam leider mit ner ollen Pistol Quintilius Räuberstätt,
    stahl Taler und Verschiednes weg.
    X Y Z !

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