Ein schönes Rezept

7.11.16: Keine Überraschung, oder doch noch?

Hier einmal eine Zutatenliste:

Füllung:
150 g Marzipanrohmasse
25 ml Rum
3-4 EL Sahne
Baumkuchen:
150 g Marzipanrohmasse
50 ml Milch
250 g weiche Butter
100 g Puderzucker
6 Eier
120 g Zucker
100 g Mehl
90 g Speisestärke
Deko:
80 g Aprikosenaufstrich
je 100 g Vollmilch- und Zartbitterkuvertüre
20 g Butter
2 EL gehackte Pistazien

Fällt euch etwas auf? Eigentlich fällt gar nichts auf, das ist so ein Rezept wie wir es in jeder x-beliebigen Tageszeitung oder „Frauenzeitschrift“ finden können. Ob Brigitte oder das Themomix-Magazin MIXX, es ist nichts daran, das auffällt. Kuvertüre, mit dem billigsten Fett hergestellt, Puderzucker, noch mehr Zucker, normales Mehl, Speisestärke – für uns Vollwertler alle so recht Horrorzutaten.

Woher habe ich diese Zutatenliste? Aus der neuen Schrot(t) & Korn, November-Ausgabe, ab Seite 19, werden Plätzchenrezepte vorgestellt. In einem wird heuchlerischerweise noch Dinkelmehl verwendet, in einem Rohrzucker – das hätten sie sich dann auch sparen können. Da braucht am Ende kein Fred Grimm großartige über Umweltschutz zu labern, da können sie sich doch ihr Pro-Bio-Gehabe schenken. Endgültig sind sie degradiert zu einem Massenblatt, das nur noch lebt, weil die Bioläden es für die Kunden kaufen müssen, für die es umsonst ist.

Nein, überraschend ist das so vom Trend her nicht. Aber irgendwie doch immer wieder erschütternd.

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2 Gedanken zu “Ein schönes Rezept

  1. energieistwichtig@kabelmail.de 7. November 2016 / 17:59

    Liebe Ute,

    ich danke Ihnen für diesen Hinweis zur Aufmerksamkeit. – Und es ist tatsächlich kaum zu glauben, dass ausgerechnet in DEM Blatt so ein Zeugs via Rezeptvorschlag „verkauft“ wird. Entweder haben die Macher den Verstand verloren – oder es ist Vorsatz (kommerziell begründet). Mich ärgert solch eine Heuchelei durchaus auch, zumal es unter dem „Bio-Etikett“ daherkommt.

    In unserem Bio-Markt hier in Rostock gibt’s die Schrot&Korn schon eine Weile nicht mehr. Anfangs hatten wir (ich und Familie/Freundeskreis) uns gewundert und waren auch ein bißchen „traurig“, weil es die S&K dann nicht mehr so ohne weiteres gab. Aber wenn ich (wieder) dieses Beispiel lese (und auch Ihre relevanten Hinweise der letzten Zeit), dann muss man dem Blatt wohl doch nicht mehr nachweinen.

    Übrigens: Ich weiss ja nicht, ob Sie Ihre Meinung der Redaktion schon geschrieben haben – aber auf deren Webseite gibt’s die Möglichkeit, das Rezept (Baumkuchen-Würfel) aufzurufen … und zu ‚kommentieren‘… Wollen Sie … oder soll ich mal? Ansonsten bringt es ja manchmal auch etwas, die Redaktion anzuschreiben, den UNMUT auszudrücken, und dass man sich ggf. vom Blatt „verabschiedet“. Hatten Sie das in letzter Zeit gegenüber der S&K schon mal getan?

    Beste Grüße und frohes, aufmerksames Schaffen weiterhin

    Juan (u.a. Gesundheitstreff Rostock)

    >

    • OneBBO 9. November 2016 / 08:25

      Nein, ich habe dort keinen Kommentar hinterlassen und werde das auch nicht tun, schon gar nicht die Redaktion anschreiben. Die leeren Antworten, die dann kommen, kenne ich zur Genüge. 🙂

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