Das Wilkesmannsche Alphabet

12. Nov. 2016: Heute das F

F wie Fahr zur Hölle. Woran man sieht, der Deutsche ist schneller als der Brite, der nur in die Hölle geht, nicht einmal läuft. Ist das jetzt ein Zeichen dafür, dass die Deutschen so schnell sind oder dass sie unter Todessehnsucht leiden und ihrem Ende – schlimmen Ende – gar nicht schnell genug entgegengehen können?

Ein gewichtiges Thema, das F. Fatal. Fatalistisch. Ferwunderlich.

Der Name Ferdinand beginnt ebenfalls mit F und ist ein Sinnbild für Filme, die viele toll finden und denen ich nichts abgewinnen kann, wie dem Fernandel. In diese Rubrik, wenn auch ohne F, zählen Filme mit Hans Moser und Charly Chaplin. Nicht, dass ich diese drei qualitativ auf eine Stufe stellen oder bewerten möchte, für mich ist das einfach zum Anschauen langweilig bis unerträglich. Ich kriegte schon in sehr jungen Jahren gähnende Langeweile-Anfälle wenn im Rahmen meiner Lieblingssendung „Sport-Spiel-Spannung“ die kleinen Stummfilme kamen. Das Gesicht des Moderators Klaus Havenstein sehe ich noch vor mir und habe ihn im Internet sofort wiedererkannt. Er müsste eigentlich Flaus Hafenstein heißen, um hier aufzutauchen. Ob ich ihn posthum umbenennen darf?

F sind Fäden, Farben, Fotos, Fantasien, Fackeln, Felefanten, Fergnügungen, Ferien, Festgeld, Festnetz. F steht auch für Freiheit, das heißt, ich habe hier die Möglichkeit, frei von der Leber weg zu schwätzen, ohne mir ein Thema aufzuerlegen.

Fiele Föche ferderben den Brei, aber nicht die Freiheit. Genauso ist es.

Wichtig ist auch Frieda. Frieda hat bereits einen schwarzen Gürtel in einem Kampfsport und nach dem sie bei Everard begonnen hat, Kickboxen zu erlernen, ist der Respekt vor dem Buchstaben F doch gewaltig gewachsen. Auch wenn Everard eigentlich Spezialist für Kendo ist. Nach dem Abschluss ihrer Doktorarbeit in Ökonomie und Finanzen (mit F) sitzt Frieda (mit F) jetzt an ihrer Habilschrift (immerhin auch mit einem kleinen f) mit dem Titel „Sports mascots as a pillar of economy – development, present status and outcome“. Mit dem Abschluss wird 2017 bis 2019 gerechnet. Fein (mit F).

„Frechheit siegt“. Das ist mir nicht gerade spontan in den Sinn gekommen, sondern das vollständige Zitat einer Email von mir an jemanden, der mir gerade Horrendes aus einer Kreditgeschichte berichtet hatte. Banken sind eben alle Ferbrecher. Zum Brechen.

Unter den Buchstaben F fällt auch die Abkürzung FF für „viel Vergnügen“, die scherzhaft vorgibt, was ich hier äußerst ernsthaft weiterbetreibe. Es gibt Nummernschilder, z.B. GL FF 123 oder RS FF 456 usw. Ich behaupte immer, dass diese Menschen sich das entsprechende Schild bei der Zulassung ihres Autos gewünscht haben, weil sie heiteren Gemütes sind. Möge das so sein…

Es kommen hier zu viele Bezüge zu einem letzten Buchstaben des Alphabets. Alfabet nimmt die Rechtschreibkorrektur auch nicht an. Daher schlage ich, um das altertümliche „ph“ zu umgehen, die einfache Lösung ABC-Beet vor. Durch die Verlängerung des „bet“ zu „Beet“ entspricht das auch viel mehr dem Trend zum Bio-Anbau im eigenen Garten.

Ich frage mich mittlerweile ernsthaft, warum mich noch keine Rechtschreibkommission aufgenommen hat. Meine kreativen Vorschläge könnten sie doch dazu inspirieren, ein wenig mit der deutschen Sprache zu zaubern. Abrakadabra, simsalafim – und schon sind die Buchstaben umsortiert.

Fertig, fini, finished. Ein indogermanisches Ende. Das hat mit Feldsalat überhaupt nichts zu tun und ich möchte da auch gar nicht erst anfangen, irgendwelche Assoziationen zu verknüpfen oder zu integrieren. Hauptsache, irgendwo ist ein „F“ involviert, damit wir alle f-populistisch interagieren können.

Bitte verzeiht mir, dass ich das große F-Thema Fußball völlig übergehe. Übelkeit ist keine gute Methode, um nachhaltig abzunehmen.

Geeignet zum Abschluss dieses Buchstabens kann niemand anders sein als Siegmund Freud, der zur Freude sagte: „Wir streben mehr danach, Schmerz zu vermeiden als Freude zu gewinnen.“ Ob das wirklich von ihm ist oder ihm nur zugeschrieben wurde? Dies zu überprüfen überlasse ich anderen Augen.

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2 Gedanken zu “Das Wilkesmannsche Alphabet

  1. Tausend 13. November 2016 / 21:44

    Fass ich mich natürlich frage: Farum nicht A b-, a b-, a beet?

    • OneBBO 14. November 2016 / 07:38

      Fas frage ich fich auch.

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