Das Wilkesmannsche Alphabet

3. Dez. 2016: Der Buchstabe „Tüpfelchen auf dem …“

Der Buchstabe I ist wirklich für mich wichtig, auch wenn ich das erst gestern gemerkt habe. Ich will das natürlich kurz begründen:

  1. Mein Vor- und Nachname enthalten zusammen zwei i.
  2. Der Vorname meiner Mutter war Inge und mit dem schönen Mädchennamen Didjurgeit hatte sie insgesamt drei i im Namen
  3. Der Vorname meines Vaters war Friedrich Walter (genannt: Walter, auch wenn beide als Rufnamen deklariert waren), macht ebenfalls drei i. Kein Wunder, dass die beiden sich verliebten, bei so viel i.
  4. Meine Schwester hat drei Vornamen und insgesamt drei i in den Namen. Ich habe zwei Vornamen mit insgesamt zwei i, mein Bruder einen Vornamen mit nur dem i im Nachnamen. Meine Eltern haben sich systematisch heruntergearbeitet. Warum die i sowohl als auch die Vornamenzahl jeweils um 1 reduziert wurden, weiß ich nicht. Ein geschickter Psychiater könnte es vielleicht deuten. Auf jeden Fall erklärt sich so auch, warum wir dann nur drei Geschwister geworden sind. Wären vier ernsthaft geplant gewesen, hätte meine Schwester noch ein Maria bekommen müssen, was bei Protestanten ungewöhnlich ist. Ich hätte auch noch einen Vornamen gebraucht. Oder man hätte mich Ute-Ingrid nennen müssen, wahlweise Ute-Marion-Ilse. Beiden Kombinationen fehlt der wahre Wohlklang, insoweit bin ich dankbar, dass wir nur drei waren. Außerdem ist es schon schwierig genug, in allen offiziellen Dokumenten den Bindestrich zu bewahren, Ute-Marion-Ilse wäre zur Herausforderung für Familie und Behörden geworden. Bei meinem Bruder wäre ein i vonnöten gewesen. Einfach ein Michael statt zum jetzigen i-losen Namens wäre eine Lösung gewesen. Oder Richard, Heinz, Wilhelm (aber das durfte dann nie abgekürzt werden als Willi).
  5. Meine Großmutter väterlicherseits hat meines Wissens kein i im Namen, der Gatte brachte eines in die Familie mit, im Nachnamen. Das nenne ich Vermehrung! Mein Großvater mütterlicherseits brachte mit dem Nachnamen zwei i mit, im Vornamen war er Ernst. Seine Frau hatte eines im Vornamen, im Mädchennamen war keines. Der Mädchenname war Tjardes, ich muss schon sagen, dass mir die Nachnamen mütterlicherseits sehr zusagen.
  6. Bis in die Urgroßelternstufe möchte ich nicht gehen. Was so willentlich klingt, nach starker Zurückhaltung und so, aber eigentlich nur ein Verhüllen der Wahrheit ist – dass ich die Namen nämlich nicht kenne. Gehe ich zu den Städten, in denen ich gelebt habe, bleibt als einziger Ort nur Remscheid. Da habe ich auch sehr lange gewohnt, bisher die längste Zeit, nämlich über 20 Jahre. Klar, bei dem Namen.
  7. Mein Kollege hat übrigens auch ein i im Vornamen. Hätte er Harry Mark Charlton gehießen, hätte ich mich geweigert, mit ihm eine Firma zu gründen.
  8. Meine Ausbildung ist auch i-schwer: ob Abitur oder Reifeprüfung, beides reicht. Dann das Studium des Grafik Designs (zwei i) oder auch visuelle Kommunikation (drei i) genannt, wobei ich letzteres immer treffender fand. Seit heute weiß ich auch, warum. Und dann natürlich die Islamwissenschaften, mit den Sprachen Arabisch, Türkisch, Persisch im Hauptfach, Suaheli und Indonesisch in den Nebenfächern. Ewe habe ich nicht lange gelernt, warum auch? Es möge übrigens bitte niemand glauben, dass ich noch irgendetwas von diesen Sprachen kann. Das ging schnell wieder verloren.
  9. Mein Geld habe ich mir im Studium als wissenschaftliche Hilfskraft (3 i), vor allem als Sekretärin (1 i), später mit Schreibmaschineschreiben (3 i) bzw. Tippen (1 i) verdient. Dann wurde mein Broterwerb nicht einfach das Übersetzen, denn es ist i-los oder hätte als Übersetzerin nur ein einsames i. Ich bin Fachübersetzerin für Medizin, Pharmazie und Chemie (4 i).
  10. Dass ich einen Hang zu technischen Spielereien (3 i) habe, wundert nicht. Auch wenn die Einzelteile (Smartphone, Handy, PC, Laptop, Taschenrechner (uralte Zeiten), Drucker, Faxgerät) nicht alle i-reich sind, so ist das in der Küche schon anders: Küchenmaschine, Thermomix, Vitamix, Magic Maxx, Nutrition Mixer, Keramikpfannen.
  11. Beim Essen tanze ich aus der eigenen Rollenreihe: Die Vollwertkost hat kein einziges i. Wenigstens das Frischkorngericht ist brav. Es sei aber betont, dass tiereiweißfrei immerhin 4 i aufweisen kann. Fett hat kein i, also raus aus der Ernährung damit, egal ob Butter oder Pflanzenöl.
  12. Bei den Krankheiten war ich konsequent: Im Alter von acht Jahren hatte ich eine chronische Blinddarmentzündung, weshalb mir dieses Organ entfernt wurde, und dann folgten im Erwachsenenalter Gallensteine mit Gallenkoliken. Als Kind litt ich häufig unter eitrigen Mandelentzündungen.
  13. Nicht erklärlich ist, warum ich gegen das Wort „inspirieren“ und „Inspiration“ in der Küche so anti-eingestellt bin und lieber „anregen“ benutze. Und warum habe ich was gegen „Zaubern in der Küche“? Warum esse ich nicht jeden Morgen 1 Ei statt einer Mixtur aus Haferflocken und Obstpüree? Warum bevorzuge ich die Gemüsepfanne verglichen mit einem Schnitzel mit Pommes Frites? Ich habe keine Erklärung, keine Hypothese, nicht einmal eine potenzielle Interpretation mit immerhin 3 i.
Advertisements

2 Gedanken zu “Das Wilkesmannsche Alphabet

  1. Tausend 3. Dezember 2016 / 18:36

    Sehr ihiinterissant.

    • OneBBO 3. Dezember 2016 / 19:29

      Nicht wahir?

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.