Der nächste Buchstabe ist…

10. Dez. 2016: … ein J (spricht Jott)

J ist der 10. Buchstabe im Alphabet und an 24. Stelle der Häufigkeit, ich habe es soeben nachgeschaut. Aber als ich mir das in Wikipedia ansah, bekam ich einen gehörigen Schock: Eines der ersten Dinge, die ich bewusst gelernt habe, ist die Anzahl der Buchstaben im Alphabet, seit frühester Kindheit sind es 26. Aber in Wikipedia sind es 27! Je länger (mit J) ich darüber nachdenke, umso merkwürdiger ist das. Dort ist das Alphabet um „ß“ ergänzt, die Umlaute bleiben aber nach wie vor draußen. Dabei ist ß überhaupt kein Phonem, denn man kann es vom Hören her nicht unterscheiden.

Ich muss das mal recherchieren… Dabei habe ich nun festgestellt, dass Wikipedia sich bei der Häufigkeitsliste auf Karl-Heinz Best bezieht, der ein Buch dazu geschrieben und zig tausend Briefe dafür analysiert hat. Briefe? Ey, das ist aber keine statistische Stichprobe! Briefe haben eine Anrede und einen Gruß, und damit entstehen schon viele Buchstaben immer wieder, die so in einem Buch nicht wiederholt werden.

Eine andere Quelle zur Buchstabenhäufigkeit (http://www.sttmedia.de/buchstabenhaeufigkeit-deutsch) nennt auch ENIR, ha! Ha! So wie ich! Allerdings taucht da auch wieder das „ß“-Ungetüm auf. Früher war alles besser, jawohl (mit j), sogar das Alphabet. Er hat auch die Umlaute.

Aber ist es wirklich so, dass in Deutschland jeder sein eigenes Buchstabenhäufigkeitssüppchen kochen kann? Das finde ich einen Skandal. In unserem Land ist alles geregelt, nicht aber die Buchstabenhäufigkeit? Ich beantrage sofort die Einrichtung einer Kommission, die dies im Namen der deutschen Bundesrepublik vornimmt und eine verbindliche Liste erstellt. Diese Liste wird jährlich überprüft. Sollten sich dann Ungereimtheiten ergeben, werden Buchstabler eingesetzt, die dafür sorgen, dass die Liste wieder stimmt.

Ich mache das an einem kleinen Beispiel klar. Wikipedia gibt für J die Zahl „0,27 %“ an, die STTMEDIA-Seite jedoch 0,24 %. Nun setze ich einmal den fiktiven Fall an, dass die Deutsche Kommission für Buchstabenhäufigkeit (DKfBh) eine Zahl von 0,25 % festlegt. Sollte sich nun im Jahre 2021 ergeben, dass offizielle Schriftstücke nur auf 0,23 % kommen, so wird das sofort in konkrete Zahlen umgesetzt. Theoretisieren wir weiter: Die Diskrepanz von 0,02 % entspricht einer Zahl von 2453 J. Nun tritt der Buchstabler vors Mikrofon und verliest einen Text, der genau 2453 J (und sonst nichts) enthält. Dann ist die Liste gerettet. Etwas umständlicher wird es, wenn ein Buchstabe häufiger vorkommt, als die Liste erlaubt. Dann muss der Buchstabler sich hinsetzen und aus offiziellen Dokumenten und Schriftstücken so lange die J entfernen, bis die gewünschte Prozentzahl wieder erreicht ist. Ob er das mit Hilfe von altmodischem Tipp-EX oder einer Schere auf der Papierversion tut oder aber digital mit Suchen und Austauschen (suche: „J“, tausche gegen „[nichts]“, bleibt ihm überlassen. Wichtig ist, dass er einen repräsentativen Querschnitt der so überarbeiteten Texte im Fernsehen oder Internet verliest.

Ja, so ist das. Ja, das ist ein positives Wort. Jemand und jedermann sind Stellvertreter des Realen. Sie ent“man“en die Menschen.

Die Kölner sind für die Rettung des J, deshalb kennen sie im Karneval die Jecken. Die sind jeck, sonst kämen sie nicht auf so eine Idee. Auch manch ein anderer schummelt also ein oder mehrere J in seine gesprochene Sprache. Wurde das bei der Zählung berücksichtigt? Es gibt keine solide Liste der gesprochenen Buchstaben. Ich sehe da ein jroßes Feld für mich, jawohl!

Mein Jott….

Advertisements

3 Gedanken zu “Der nächste Buchstabe ist…

  1. Tausend 10. Dezember 2016 / 17:57

    😀 Ein jedenkwürdiges Ansinnen.

  2. Tausend 10. Dezember 2016 / 18:03

    Jedenkwürdijes mein ich.

    • OneBBO 10. Dezember 2016 / 21:16

      Sollte ich janke sajen? Aber D gegen J jilt nicht.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.