Das Wilkesmannsche Alphabet

25.2.2017: Uh ha u a

U

 

U wie Ute, das liegt nahe.

Laut Wiki ist der Name althochdeutschen Ursprungs, einst Oda oder Uota. Abgeleitet wird der Name vom Wort für Besitz oder Erbe (ot). Bin ich denn reiche Erbin? Es ist mir bisher nicht aufgefallen. Oda weist daraufhin, dass Ute die Kurzform für Namen ist, die mit Od- beginnen (gibt’s da viele?). Angeblich ist es auch der älteste deutsche Mädchenname.  Ich selbst habe eigentlich immer gehört, dass es eine andere Form der Uta von Naumburg ist, mehr zur Bedeutung konnten mir meine Eltern in der internetlosen Zeit auch nicht sagen. Einmal hatte ich eine Mitschülerin mit Namen Urte. Ob das auch aus derselben Wurzel stammt? Wiki sagt mir außerdem, dass der Name seit Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts kaum noch gebräuchlich ist. Das klingt ja doch sehr vereinsamt.

Ute kommt auch im Nibelungenlied vor, und zwar ist sie die Mutter von Kriemhild, Gunther, Gernot und Giselher, den Königen der Burgunden. Ihr Ehemann trägt den Namen Dankrat. Ute die Gute hat die Gaben einer Seherin. Nach Siegfrieds Tod überredet Ute Kriemhild, bei den Burgundern zu bleiben. Laut Nibelungenlied stiftet sie nach Dankrats Tod das Kloster Lorsch. Utes gibt es ja noch einige, aber gibt es wirklich auch einen Dankrat irgendwo? Dazu fallen mir schöne Doppelnamen ein wie Dankrat-Kevin oder besser wohl noch Kevin-Dankrat. Einen Dankrat Müller habe ich nicht gefunden, aber der Tankred (wohl eine Ableitung oder Nachentwicklung) ist immerhin vorhanden. Na, Prost und Glückwunsch.

Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, ob ihnen ihr Name gefällt oder nicht. So richtig habe ich das nie getan, also das mit dem Ute war für mich okay. Nun heiße ich aber mit Rufnamen Ute-Marion, auch wenn es niemand als einen Namen verwendet, es gilt so für Urkunden und ich mag die Kombination. Sie ist selten und in Verbindung mit meinem Nachnamen, soweit ich weiß, einmalig. Na, das ist doch mal ein Alleinstellungsmerkmal!

Es gibt natürlich auch eine Geschichte dazu, warum ich diesen Doppelnamen trage. Meine Eltern konnten sich lange nicht zwischen Ute oder Marion entscheiden. Daher war naheliegend, die beiden mit einem Bindestrich zu verkuppeln. Ein Klang, der mir übrigens gut gefällt. Warum aber heiße ich Ute-Marion und nicht Marion-Ute, warum riefen mich meine Eltern Ute und nicht Marion? Die Mär geht so: Mein Vater hat probiert, beide Namen laut zu rufen, über eine relativ längere Strecke. Ute lässt sich mit mehr Vehemenz laut rufen (brüllen) als Marion. Also stehen praktische Erwägungen hinter der Wahl.

UTE kann auch als Abkürzung (eher: Akronym) verstanden werden, wie Union Technique de l’Electricité oder auch als Abkürzung für das staatseigene Energieversorgungsunternehmen in Urugay (Administración Nacional de Usinas y Trasmisiones Eléctricas). Usinas y Trasmisiones Eléctricas-Marion. Das ist doch mal ein Klang, der berauscht! Da wäre auch noch die Uniformtrageerlaubnis. „Guten Tag, mein Name ist Uniformtrageerlaubnis-Marion Wilkesmann“. „Wie ist Ihr Rufname?“ „Uniformtrageerlaubnis, Sie können aber auch einfach die Abkürzung nehmen und UTE zu mir sagen.“ Sehr liegt mir auch die Deutung als Union of Taxation Employees, was eine kanadische Gewerkschaft sein soll. Das passt dann gut zu meinem Großvater, der ein langjähriges Gewerkschaftsmitglied war und, wenn ich mich recht erinnere, sogar von der Gewerkschaft einen Kranz aufs Grab spendiert bekam. Spendabel. Ich mag aber auch die etwas künstlerische Variante der Vereinigung europäischer Theater „Union des Théâtres de l’Europe“. Schön.

Ute ist aber nicht nur ein Vorname, es ist ein nordamerikanischer Indianerstamm bzw. deren Sprache, eine Figur des Kudrunliedes (was immer das ist), in Australien und Neuseeland ein Pritschenwagen oder ein Asteroid des Hauptgürtels. Wie würde mir den Pritschenwagen-Marion Wilkesmann gefallen? Oder Asteroid-Marion? Nee, der Pritschenwagen ist schon origineller.

Eine Zeitlang hörte ich zu meinem Namen immer „Ach ja, Ute Schnute Kasimir“ (hahaha). Ja, sehr lustig.

Advertisements