Das Wilkesmannsche Alphabet – zum letzten

Und das am 1. April!

Z

Z wie Zu Ende. Fair ist diese Wahl nicht, aber warum sollte sie das sein? Z passt zu Fairy Tale, weil Z nach dem Y kommt, so könnte ich das begründen.

Zitronen lassen sich einzäunen, halte die Zitronenfalter im Zaum! Das zwitschern die Zugvögel, wenn sie gen Süden ziehen.

Puh, nicht schon wieder. Einmal ist das vielleicht interessant, auf diese Weise die Buchstabenhäufigkeit in einem Absatz zu erhöhen und Prozentzahlen zu vergleichen. Mir reicht es, dies einmal gemacht zu haben. Meinen Lesern könnten vielleicht auch auf dieses eine Mal verzichten. Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen, denn es ist und war mein Alphabet.

Was habe ich zusätzlich gelernt? Wobei die Frage auftaucht, was denn hier zusätzlich sein soll, zusätzlich zu was? Nun ja, es ist ein schönes Z-Wort.

Eines hat sich für mich bestätigt: Ich liebe Strukturen, die ich mir selbst vorgebe. Fremdstrukturen lehne ich intuitiv ab, es sei denn, ich bin Zeuge eines positiven Einflusses einer Fremdstruktur für mich. Ich mag das Schreiben, aber ich mag es kurz (zzzzz). Ich bewundere die Menschen, die sich ein Thema vornehmen und dann daraus ein Buch schreiben können. Ich müsste eine ungeheure Zettelwirtschaft anlegen, um einen Kriminalroman oder eine Schmonzette zu schreiben, das würde ich nie durchhalten. Geschweige denn, eine wissenschaftliche Arbeit über mehrere hundert Seiten. Ich würde des Themas so überdrüssig. Ich glaube, an diesem Teil der Intelligenz fehlt es mir, der Durchhaltekraft bei schwierigen gedanklichen Themen. Das habe ich letztlich wieder festgestellt. Ich habe eine Wundertüte mit zwei Filly-Heften geschenkt bekommen. Ich finde diese Hefte echt knuffig, mag die farbigen Einhörnchen. Das erste Heft las ich komplett, dann schlug ich das zweite (zweite, zweite, zweite) auf: Es ist die Vorstellung von Tausenden von Filly-Hörnchen mit unterschiedlichen Haar- und Augenfarben, kleinen Abweichungen (Flossen), aber doch eigentlich immer gleich. Ich habe es nicht geschafft, über Seite drei hinaus zu lesen. Zu viel, mein Gehirn sagte: „Nein, nein, nein, das artet in Arbeit aus“. Ich merkte förmlich, wie sich die Gehirnwindungen neue Wege suchten, nur um dieser Anstrengung auszuweichen, Schleier legten sich über die Punkte, wo sich die Nervenbahnen kreuzen.

Verrückt, dachte ich mir, das musst du doch schaffen! Ich habe einen Widerstand. Die einzige Methode, es doch noch in den Griff zu bekommen, wäre, dass ich jeden Tag von einem Filly die Charakterisierung lese und lerne. Da es aber nutzloses Wissen ist – ich kenne keine Kinder, die sich mit mir darüber unterhalten wollten –, kann ich mich erst recht nicht dazu aufraffen.

An dieser Stelle fällt mir ein kleines Erlebnis aus meiner Pokémon-Geschichte ein. Ich sehe selten andere Personen, bei denen ich den Eindruck bekomme, dass sie das spielen. Natürlich muss es welche geben, denn wer besiegt mich sonst ständig in den Arenen? Eines Tages ging ich mit Eric durch den kleinen Park, der Teil unseres Nachderarbeitspaziergangs ist, mein Handy in der Hand, immer auf der Lauer nach Bällen oder knuffigen Pokémons. Da gehen wir an zwei Jungs auf dem Fahrrad vorbei, beide mit Handy in der Hand, beide starren darauf. Den Blick kenne ich! Ich warf also einen neugierigen Blick auf die Handys – und erspähte die Pokéman-Oberfläche. „Ah“, rief ich aus, „Pokémon“! Die beiden drehten sich um. Ich ergänzte „Ich auch!“ und wies auf meine grün schimmernde Handyoberfläche. Die beiden schauten mich erstaunt an. „Cool!“ rief der ein aus. Für die Jungs bin ich im Großmutter-Alter, sicher gibt es nicht viele Großmütter, die durch Ronsdorf schleichen, um Bälle und Zaubertränke einzufangen. Aber die Kinder, die ich mit Filly-Heften in der Hand gesehen habe, sind noch zu klein für Kommunikation mit Fremden. Ich bin mir also noch nicht sicher, ob ich mich der Anstrengung unterziehe, doch die Fillys auswendig zu lernen. Auswendiglernen ist ja sowieso ein kleines Hassthema für mich.

Aber jeden Tag ein abgezirkeltes Thema, das geht. Wobei ich jetzt eine Häufung von Zs bemerke, die übrigens wirklich zufällig und nicht geplant ist. Und schon wieder ein Z! Potztausend!

Zzzzzzz ist im englischen Comic-Sprachgebrauch das Schnarchen. Ich schnarche dann auch mal ab. Und überlege, was ich als nächstes einer Struktur zuführe.

Danke an alle Zuleser (Zuhörer gibt’s ja nur bei Gesprochenem), die bis heute durchgehalten haben.

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3 Gedanken zu “Das Wilkesmannsche Alphabet – zum letzten

  1. culinariaa 1. April 2017 / 17:44

    Für meine Förderschüler gab´s fü jeden Laut einen von mir entworfenen Merkspruch. Zuguterletzt der fürs Z: Z wie Zaun ums Zirkuszelt, rein kommst du nur mit Eintrittsgeld!

  2. Tausend 1. April 2017 / 21:50

    Zhade, zhon zuende.

    Ich halte es übrigens für einen groszartigen niemals ausgeführten Plan, die Filly-Hefte auswendig zu lernen.

    • OneBBO 2. April 2017 / 14:27

      Gib mir deine Adresse, dann schicke ich dir das Heft zum Lernen.

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