Neue Corona-Maßnahmen

Ungefähr seit einem Jahr wüten die Corona-Maßnahmen überall. Lange habe ich, wenn die Gespräche auf unverständliche Widersprüche zwischen den Ländern kamen, die Meinung vertreten, dass es schwierig ist. Für alle eine neue Situation, auch für eine Regierung. Da kann das schon mal zu Widersprüchlichkeiten oder nicht komplett nachvollziehbaren Maßnahmen kommen.

Dann kamen die Impfungen. Anfangs war ich entschlossen, mich nicht impfen zu lassen. Dann habe ich meine Meinung geändert. Ich kenne einige Menschen, deren kritische Meinung ich schätze, die sich haben impfen lassen. Und ich bin es leid, immer wieder in der Stadt Menschen zu erleben, die offensichtlich von Corona noch nie etwas gehört haben. Ziehen in 10 cm Abstand an dir vorbei, ohne Maske versteht sich. Oder kommen dir Hand in Hand auf dem Bürgersteig entgegen. Offenbar kleben die Hände so aneinander, dass sie nicht mal eben hintereinander gehen können, um die Distanz zu wahren. Auch wenn ich extrem zur Seite weiche, mich zur Hauswand umdrehe – nix.

Ich informiere mich auf wissenschaftlichen Kanälen. Seit ich nicht mehr in Facebook bin, muss ich mir die dort verbreiteten merkwürdigen Wahrheiten auch nicht mehr zu Gemüte führen. Ich glaube auch nicht an eine Weltverschwörung, die alle durch Impfungen gefügig machen will. Das ist einfach lächerlich.

So richtig begeistert bin ich von einer Impfung nicht, aber es scheint mir die beste Lösung. Nur, was passiert? Ich war mal Prioritätengruppe 3 (über 65, keine Vorerkrankungen). Diese Gruppe wird gar nicht mehr genannt.

Las ich doch die Tage, dass in Deutschland jetzt 3 % (nach zwei Monaten!) der Bevölkerung geimpft sind. Na, da kann ich ja froh sein, wenn ich noch vor Ende der Pandemie einen Impftermin bekomme, vielleicht 2025?

Und dann wurden heute die Maßnahmen verkündet. Fünf Tage komplett Lockdown über Ostern. Wahnsinn. Da laufen die Viren bestimmt gleich weg. Supermärkte sind allerdings Samstag offen (wir könnten sonst verhungern). Ach ja, Tankstellen auch. Das ist gut mit den Tankstellen, denn nur mit einem vollen Tank kann man unterwegs sein, und das ist ja gewünscht. Oder nicht?

Schon rühren die Länderchefs wieder ihre eigenen Süppchen an, immer schielen sie auf die Wähler. Das ist zum Kotzen, wenn es um eine Pandemie diesen Ausmaßes geht.

Statt in einer solchen Diskussion in großer Runde mal Maßnahmen zu beschließen, wie die Impferei wirklich an Tempo gewinnt, ringt man um einen Tag Lockdown mehr oder weniger. Das wäre alles Stoff für eine wunderbare Komödie.

Gehofft hatte ich auf die Hausärzte, wenn die mal impfen. Was las ich? In Wuppertal werden 20-30 Hausärzte ausgelost, die dann impfen dürfen. Warum nicht alle? Eine Stunde in der Woche. Warum nicht länger? Warum? Weil in diesem Land die Entscheidungsträger zu blöde sind, eine größere Kampagne zu organisieren, und sich gar nicht erst um eine Impfstoffversorgung kümmern. Wir haben, relativ gesehen, fast keinen Impfstoff.